ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!
17.09.2016
10.30Uhr: FK Říčany - FK Dobrovice B 4:0, 1. A třída skupina B Středočeský kraj
Hřiště FK Říčany, 80 Zuschauer (keine Gäste)
Verdientermaßen ist die nächsten 11 Tage erstmal Schluss mit Knechten. Dies bedeutet natürlich auch, dass mal wieder viel Zeit für Fußball da ist. Mittlerweile braucht man sich ja auch nicht mehr abmelden oder lange darum verhandeln lange wegbleiben zu können, da ist es natürlich ratsam auch das Land, welches dem Untergang geweiht ist, zu verlassen. Wenn auch nur für ein paar Tage. Die deutsche Hopperscharr dürfte sich dieses Wochenende natürlich mal wieder in
Belgrad gegenseitig den Penis streicheln, weil man einfach nur an Geilheit überquilt was Pyro, Randale und den besten Support der Welt angeht. Ich jedoch bevorzuge meine zweite Heimat und so machte ich mich recht schnell an eine Planung wie ich mehr als nur einen Tag im geliebten Tschechien verbringen kann. Schnell sind dann auch acht Spiele gefunden wurden und so ging es am frühen Samstagmorgen mit dem Fernbus zunächst nach Prag. Erstaunlich gut kam man durch und ich war auch pünktlich dort. Die Fahrgäste machten einem zwar ziemlich Angst, doch Kofferbomben im Kofferraum sind zum Glück nicht explodiert. Der Bus hielt dann also in Praha Florenc und von dort nahm ich also Gepäck und Füße in die Hand um den Hauptbahnhof zu erreichen. Von dort hieß es dann nach Recany zu fahren, was nur eine halbe Stunde entfernt lag. Trotz der vollen Bahnhofshallen und der Unübersicht im Bahnhof selbst kam ich dennoch pünktlich durch und erreichte eine halbe Stunde vor dem Anpfiff das hübsche Städtchen am Rande Prags. Zu Fuß gings dann zum Ground, wo auch kurz nach meiner Ankunft der Kick startete. Zunächst aber interessierte ich mich ehr dafür, was die Kneipe zu bieten hat und unter dem Smokergrill brutzelten ja auch schon die Würste. Na wenn das nix is! Für 50Kc genoss ich dann erstmal die Fleischpeitsche und drehte danach noch ne Runde um den Ground, welcher auf einer Seite mit einer hübschen Tribüne ausgebaut ist. Alles andere besteht aus Matsch und Gras. Ist aber für diesen kleinen Club trotzdem ausreichend. Nun blieb also Zeit um das Spielchen zu bestaunen, weiter weg kam ich ohnehin nicht mehr. Denn das Pivo gabs nur im Glas und das Mütterchen in der Ordnerweste versuchte mich mit aller Macht daran zu erinnern, dass ich doch bitte nicht mit dem Glas an den Rand darf sondern bitte im Biergarten zu bleiben habe. Warum denn dann Bier nur im Glas? Trottels! Nun ja, rausgeflogen bin ich nicht und so kann ich an dieser Stelle durchaus auch ein paar nette Worte über das doch recht vernünftige Spiel verlieren. Die Gäste waren hierbei hoffnungslos unterlegen und gar der Keeper Recanys machte sich daran den einen oder anderen Einwurf zu spielen, damit er im Nieselregen nicht ganz so schnell erfriert. Mit Toren sparte man etwas und nutzte viele Chancen nicht, doch das Ergebnis dürfte am Ende jeden zufrieden gestellt haben. Zumindest was die Heimanhänger betrifft...Mir wars am Ende eigentlich Latte, der Ground war einen Besuch wert, die Wurst und das Bier schmeckte auch und es standen für heute ja noch eine längere Reise und zwei weitere Kicks auf dem Programm...











15.30Uhr: TJ Sokol Bedřichov - FK Bohemia Světlá n.S. 1:2, 1. A třída Skupina A Vysočina kraj
Stadion Sokol Bedřichov, 71 Zuschauer (etwa 12 Gäste)
...so sollte es nun in die Landeshauptstadt Vysocinas gehen, nach Jihlava. Durch einen kleineren Zufall fand ich hier nicht nur das lang schon geplante Erstligastadion vom FC Jihlava, nein, auch eine echte Perle in Bahnhofsnähe. Also nix wie los, der Zug rollte bereits ein und nochmals über Prag machte ich mich also auf dem Weg Richtung Jihlava, wo ich pünktlich ankam und eigentlich dachte ich wäre in einer größeren Stadt mit einem größeren Bahnhof. Was man aber vorfand war ehr sowas wie eine bessere Bushaltestelle und dies bedeutete auch, dass ich weiterhin mit Sack und Pack durch die Gegend ziehen muss. Denn Schließfächer oder Ähnliches suchte ich vergebens. Was solls, der erste Ground war ja nicht weit vom Hauptbahnhof entfernt und so gings ins beschauliche Bedrichov, einem kleinen Stadtteil Jihlavas. Fotos fand ich nicht, nur eine Goggleaufnahme, welche von einer Tribüne zeugte. Ganz wie in alten Zeiten also und man musste sich überraschen lassen. Auch mal nicht verkehrt...was ich dann vorfand war mehr als eine Überraschung und ich bin wieder einmal auf eine Perle gestoßen, die noch nicht wirklich jeder in seiner Liste vermekrt haben dürfte. Nach dem ich dann also endlich den Eingang gefunden hatte und 20KC Eintritt löhnen durfte, betrat ich den Ground, der mit vielen gammligen Stufen und einer verfallenen Tribüne ausgebaut ist. Die Anzeige hatte auch ihren Tod gefunden und man hängte einfach eine moderne darunter. Außerdem hatten die Heimfans sich
einen kleinen eigenen Unterstand gezimmert, der natürlich gleich an die Kneipe grenzt. Leider war der Räucherofen nicht an, dafür gabs gutes Pivo aus dem Becher(damit keiner jammern kann) Richtig toll hier! So nahm ich dann also hinter einem Tor Platz, was zunächst ein Fehler war. Denn beim Warmschießen hatten die Jungs nicht gerade Zielwasser getrunbken und irgendwie hatte ich dann doch Schiss um mein Bier. Also ab in eine Ecke und der Kick begann dann auch schon recht bald...dieser ist dann am Ende das beste Beispiel wie man trotz brutaler Überlegenheit verliert. Man trifft das Tor nicht und fängt sich eins. Dann trift man zum Ausgleich und fängt wieder von vorne an. Am Ende siegten die Gäste dank einer passablen Leistung in der zweiten Halbzeit mit einem Tor Vorsprung und absolut unverdient. Mir wars am Ende aber egal, den lustigen Herrschaften in blauben Shirts am Rand aber offenbar nicht. Viel Gemecker und Gesten Richtung Schiri waren dabei, genau wie eineige unschöne Antworten eines Assistenten. Schon lustig. Aber gehen musste ich dann trotzdem irgendwann, denn es stand ja noch ein Kick auf dem Programm. Und für diesen musste ich quasi durch die ganze Stadt latschen und erreichte dann doch noch sowas wie eine Zivilisation. Erst dachte ich das Kaff besteht nur aus Schornsteinen, doch ein Zoo sowie ein netter Park zeigten die Kehrseite. Viel Zeit für Kultur blieb aber ohnhin auf der kompletten Tour nicht und so erreichte ich auch recht zeitig das letzte Stadion für diesen Tag...















19.15Uhr: FC Vysočina Jihlava - FK Jablonec 97 1:1, 1. Liga
Stadion v Jiráskově ulici, 2338 Zuschauer (etwa 40 Gäste)
...wie anfangs erwähnt handelt es sich um den FC Jihlava, der ja nun schon seit hundert Jahren auf meiner Liste steht und ausnahmsweise habe ich bei einer größeren Tour wie dieser auch mal wieder ein Erstligaspiel auf der Liste. So gabs für 120KC ne vernünftige Karte und schon eine Stunde vor dem Spiel bin ich ins Innere. Und weil der dicke Deutsche ja ne große Kamera dabei hat, ergaunerte ich mir halt auch recht schnell mal die Gelegenheit in den Innenraum zu latschen, was hier keine Sau juckte. Mach das mal beim BVB und du hast ein Leben lang Hausverbot! Egal, ich habs genutzt und so meine Bilder vom recht ulkigen Ground. Ulkig deswegen, weil irgendwie keine Tribüne zur anderen passte. Beeindruckt hat mich der große Neubau hinter dem Tor und auch die schicke Gegengerade wusste zu gefallen. Lustig hingegen fand ich die Hauptseite, welche mich stark an die Grüne Au in Hof erinnerte. Ob hier auch das Geld ausging? Man darf es bezweifeln, schließlich liegen schon lange Pläne für einen Ausbau auf dem Tisch. Als ich diese zu Gesicht bekam, musste ich hier her, bevor die Kiste wie jede andere aussehen wird. Abrunden tut das hübsche Gesamtbild natürlich die Masten, welche man schon von Weitem sah und leider immer seltener werden. Insgesamt also toll und nach langem Warten hatte dann auch die Grillbude auf, wo es leider nur eine lauwarme Discountwurst gab. Nun ja, man kann nicht alles haben und da das Stadion dann doch nicht ganz so voll wurde wie ich dachte, nahm ich dann hinter dem Tor
Platz und der Kick gegen den Europapokalteilnehmer konnte starten. Man merkte dann doch recht schnell den Unterschied zu den anderen Spielen und auch die zwei drei Nationalspieler machten viel Spaß. Jihlava drückte dabei von Anfang an und verfehlte das Ziel oft recht kläbglich. Wie das dann immer so ist, rutscht auf der Gegenseite einer durch und somit musste man einem Rückstand hinterherrennen, welchen man aber mit einer guten Leistung ausgleichen konnte. Am Ende bleib es bei dem Ergebnis, was auch so in Ordnung geht. Dass Jablonec jetzt um einiges besser sein soll, merkte man nicht und Jihlava belohnte sich mit einer guten Leistung. Endlich war dann auch mal wieder etwas Fanaktivität zu vermelden, dabei stach aber natürlich nix wirklich heraus. Die Jungs der Spartak Supporters machten sich in einer Ecke der Gegengeraden breit, stimmten hin und wieder mal was an, doch mit dem kleinen Haufen reißt
man nix. Von den ca 40 Gästen saßen einige auf der Tribüne, der Rest versammelte sich in einem kleinen Grüppchen im Gästeblock und brachte die ganzen 90min etwas Singsang unters Volk. Natürlich hat man auch hier keine Decibelgrenzen gebrochen, aber immerhin ist man den Weg hierher gefahren. Findet man in Tschechien ja nun auch nicht all zu oft. So war dann am Ende also auch für mich der erste, sportliche Tag gelaufen und es ging den ganzen weiten Weg zurück zum Bahnhof. Zwar hätte ich den Zug am Mestobahnhof auch besteigen können, hätte dann aber nur 8min zum Umsteigen gehabt. Eine Stunde vom letzten Ziel des Tages mit dem letzten Zug entfernt und ich würde den Umstieg verpassen? War mir zu unsicher und so gings halt zu Fuß durch dunkle Gassen entlang der Güterzugschienen. Unheimlich! Aber geschafft habe ich es trotzdem und so gings mit der letzten Gelegenheit also nach Pribyslav, wo nicht nur ein Spiel am Folgetag stattfinden sollte, sondern auch mein Hotel für die Nacht stand...



















18.09.2016
10.00Uhr: SFK Vrchovina U19 - FC Velké Meziříčí U19 0:1, Moravskoslezská divize dorostu Skupina D
Hriste SFK Vrchovina, 55 Zuschauer (keine Gäste)
...da ich dabei mal nicht auf Hotelseiten zurückgriff, sondern persönlich reservierte sparte ich mir nicht nur 3Euro, sondern man wartete sogar noch drei Stunden nach Ladenschluss auf mich. Wie toll! Also ab in den Zug, wo eine Horde 50 Jähriger Metalbräuten einen drauf machten und mich sogar einluden mitzusaufen. Natürlich standesgemäß in Metalkutte und Lemmy Gedenkaufnähern. Wie man dann wieder so ein Glück haben kann, natürlich fand die Party in Pribyslav statt und ich sagte zu. Allerdings erst nach dem ich eincheckte. So stand dann ein total übermüderter, vollbärtiger Typ vor mir, der mit seinem gebrochenen englisch einfach den Schlüssel hinlag und eine Quittung für den nächsten Morgen. Das Zimmer war dann auch mehr als gemütlich, mit riesigem Bad, TV und ne riesen Nest für mich allein. Also schnell umziehen, duschen und ab zum Party machen, was dann auch bis Mitternacht anhielt. Denn dann war ich selbst doch etwas zu müde, verabschiedete mich und ab gings zurück auf die andere Streaßenseite in mein Nest. Immerhin klingelte der Wecker wieder recht zeitig und ich musste den Weg ja wieder zum Bahnhof zurück um den Zug Richtung Na Mesto na Morave zu erwischen und auschecken war ja auch noch angesagt.Denn im besagten Ort fand der erste Kick des zweiten Tages statt und pünktlich wollte ich ja auch sein. Hatte natürlich alles geklappt, zum ditten Mal im selben Nest Havlickuv Brod umgestiegen und kurz nach Ankunft also wieder einmal Beine in die Hand. Am Ende kann ich sagen, der Stress lohnte, denn ich war pünktlich vor Ort, musste mal wieder keinen Eintritt zahlen und habe mit einem U19 Kick einen Divize Ground vor der Nase. Sehr schön! Der Club nennt sich dann SFK Vrchovina und hat eine recht hübsche Anlage aufzubieten. Neben einer überdachten Tribüne habe ich einige Sitzbänke und eine ulkige Rohrkonstruktion ausgemacht. Der Rest besteht quasi nur aus Müll und Wiese. Genau das will man hier in diesem Land sehen und nach dem es schon wieder angefangen hat zu regnen, ging dann auch der Kick los. Der Tabellenletzte in der vierthöchsten Juniorenklasse, na ob das ansehnlich wird? Eigentlich schon und der Kapiän des Heimteams sah dann irgendwie doch ehr aus wie 30 und nicht wie unter 19. Aber mir soll das ja egal sein, Am Ende hatten die Jungs von Vrchovina nur etwas Pech. Schlecht sah es zumindest nicht aus was hier aufgeboten wurde. Aber da ich weder Fan noch in irgend einer Form ein Anhänger dieses Teams bin, wars mir egal und mit dem Abpfiff musste ich mich dann doch etwas beeilen um den Bahnhof wieder zu erreichen. Denn ein Supermarkt musste ja auch noch irgendwie erreicht werden, damit ich dann auch mal zu meinem Frühstück komme. Wenn schon keiner ne Wurst oder ein Bier anbietet ;-) Gesagt, getan und nach dem mal wieder köstliche Backwaren verschlungen wurden, rollte auch schon der Zugf ein, der mich zum zweiten Spiel des Tages bringen sollte...
















13.15Uhr: A.F.C. Humpolec U19 - TJ Tatran Kohoutovice U19 0:3, Moravskoslezská divize dorostu Skupina D
Sportovní areál Okružní, 102 Zuschauer (etwa 15 Gäste)
...quasi in der selben Liga sollte der Kick stattfinden und das in Humpolec. Auch diesen Ground fand ich ehr zufällig und die Angst vor der Plastewiese spielte eine große Rolle. So nahm ich mal wieder die Beine in die Hand um nach Ankunft den Ground rechtzeitig zu erreichen, was am Ende auch gelang. Die Angst vorm UMT war dann aber wieder da, denn die Jungs machten sich
darauf warm. Wie schön aber, dass dort keine Netze gespannt waren und die Zuschauer sich allesamt in Richtung Rasenplatz begaben. Freude stieg empor und ich wusste auch warum. Schließlich ist dieser 5000er mit herrlich vergammelten Stufen umgeben und bietet auch eine kleine Tribüne mit Dach. Besser eben als der Kunstrasen nebenan, welcher keinen Ausbau hat und ich mit dieser Anstoßzeit auch keine Alternative gehabt hätte. Traumhaft! So hieß esalso nach meiner kleinen Runde ein gutes Bierchen zu genießen, auf ne Klobasa ausm Bockwurstwärmer verzichtete ich aber dankend! Als ich dann Platz auf ner verdreckten Stufe nahm, konnte dann das Sportliche auch beginnen, welches die Gäste mehr als bestimmten. Schon nach wenigen Minuten ging man in Führung und der Keeper von Humpolec hatte in der Folge weiterhin massig zutun. Im Angriff wehrte man sich nicht großartig, was nicht nur den Trainer zum werfen eines Wasserkastens brachte sondern auch nen Opa am Rande an den Rand eines Herzstillstands. Nun ja, so ist das im Juniorenfußball, alle wollen mitreden :-D Am Ende fiel das Spiel sogar noch zwei oder gar drei Tore zu niedrig aus und mit dem Ergebnis dürfte Humpolec dann gut bedient gewesen sein. Wie immer wars mir aber wurscht und nach dem der Schiri genug hatte, setzte ich mich wieder in Bewegung Richtung Bahnhof. Immerhin gings nun dahin zurück wo der Tag begann, in Pribyslav. Dort fand der letzte Kick des Tages statt und Dank einer massigen Verspätung der Bahn kam ich dort erst sehr spät an...
















15.30Uhr: SK Přibyslav B - TJ Sokol Golčův Jeníkov 3:6, Okresní přebor Havlíčkův Brod
Fotbalový stadion SK Přibyslav, 107 Zuschauer (etwa 10 Gäste)

...allerdings, ich kam an und so blieben mir von 90min eben nur 60. Wer damit ein Problem hat ist am Ende selber Schuld, ich werde sicherlich nicht nochmal in dieses abgelegene Herzogtuhm fahren und das obwohl die Geschichte der Region hier recht interessant ist. Das bezeugt nicht nur das Jan Zizky Denkmal, sondern auch sein ehmaliger Wohnsitz, der im späten 18 Jahrhundert noch weiter ausgebaut und modernisiert wurde. Somit bleibt es für mich dann doch recht uninteressant und da ich ja eh schon zu spät war, gings geradewegs zum Ground, welchen ich nach Verlassen meines Hotels ja schon unter die Lupe nehmen durfte. Viel geändert hat sich nach den paar Stunden ja nicht unbedingt ;-) Hier findet man immer noch ne kleine Tribüne mit ulikgen VIP Plätzen, bestehend aus nem alten Sofa und alten Holzklappsitzen :-D Ansonsten gibts hier noch ein paar alte Bänke und nen schicken Räucherofen. Dort musste natürlich ne Wurst rangeholt werden und auch das Bier war nicht nur lecker, sondern auch das Brustwunder, welches das Gelumpe verkaufte. Somit hieß es ab in den Biergarten und noch die rrestlichen Minuten verfolgen. Es stand ja nun schon 1:2 und es folgten weitere Treffer. So richtig nach Fußball sah das hier zwar nicht aus, aber nun ja, 10. Liga...es war in Ordnung und eigentlich auch recht lustig wie sich ein ums andere Mal auf den Füßen gestanden wurde :-D Nur
irgendwann war dann hier auch Schluss und so richt geärgert oder gefreut hat sich über das Ergebnis hier keiner. Immerhin sind endlich mal richtig Tore gefallen und sehenswert waren sie zum Teil ja auch. Damit kann man zumnindest unter das Sportliche an diesem Tage einen Schlussstrich ziehen und nach dem hier Feierabend war ging es für mich zum Bahnhof. Dort ergatterte ich mir bereits zum zweiten Mal heute ein Ticket bei der netten Lady am Schalter, welche mich wohl wiedererkannte und sich wunderte warum ich erst nach Nove Mesto na Morave wollte und jetzt plötzlich nach Brno. Ganz einfach, in Brno ist mein Hostel für die nächsten beiden Nächte, welches dann doch nicht gerade von Klasse gespickt war. Dreckig, laut, kalt und steril. Zwar kann man nicht meckern bei dem Preis, aber irgendwo erwarte ich in einer Stadt wie Brno Besseres! Wenigstens bin ich dort heute noch pünktlich angekommen und der Weg vom Bahnhof Modrice war mir dann doch etwas zu heftig. Schließlich ging es 3Km durch die Pampa und an Baustellen vorbei. Da nahm ich mir für die nächste Zeit lieber doch vor mit der Tram zu fahren, auch wenn die Fahrt dreimal länger bis zum Hbf dauern würde...


















19.09.2016
11.00Uhr: MFK Karviná U21 - FC Viktoria Plzeň U21 3:1, Juniorská liga
Stadion Kovona, 21 Zuschauer (keine Gäste)
...eben diese Bahn nahm ich dann am nächsten Morgen, denn nach einer recht kurzen Nacht hieß es den letzten Tag der Tour anzugehen und einen Doppler zum Montag zu machen. Kann man so mitnehmen denke ich mal und ich fands dann doch schon arg lustig wie halb sechs Morgens alle Tschechen in der Bahn ein langes Gesicht auf dem Weg zur Arbeit zogen, während ich mir jetzt nen Bunten beim Fußball mache :-D Erster Weg sollte also der Hbf sein und nach dem ich mir ein Ticket holte, hieß das erste Ziel Karvina. In der Region um Ostrava war ich ja nun auch schon eine lange Zeit nicht mehr und ich freute mich regelrecht wieder einmal im Königsland aufzuschlagen. So gabs eine Menge Smog, viel Regen und dummerweise ein Haufen Verspätungen bei den Bahnnen. Wer sich also über die DB beschwert, der sollte innerhalb der Werktage mal in Tschechien Zug fahren. Unglaublich! Aber was solls, dadurch, dass ja alle Züge Verspätung hatten, hatten sich meine Anschlüsse einfach nur nach hinten verlegt und den Anstoß zum ersten Spiel schaffte ich trotzdem überpünktlich. Denn bereits eine Dreiviertelstunde vor dem Anpfiff erreichte ich Karvina und ich musste schon recht viel beten, dass denn wirklich auch im Stadion Kovona gespielt wird und nicht auf irgend nem Acker oder gar im Stadion der Erstligatruppe. Immerhin hatte ich wieder einen riesen Fußmarsch vor mir und diesen will ich nicht umsonst gelaufen sein. Doch die Angst war schnell verflogen, denn schon aus der Ferne konnte man munteres Treiben beobachten und gemütlich gings nun zum Juniorskakick in das alte Stadion, welches quasi, ähnlich wie in Altenburg, quer bebaut wurde und mit einer Stahlrohrtribüne bestückt wurde. Ein paar alte Stufen sind noch zu erkennen und neben der Haupttribüne ist noch eine Art Holzkonstruktion entstanden, welche ein paar Bänke enthält.
Insgesamt ein recht ordentlicher Ground, für die Junioren und zweite Mannschaft absolut ausreichend. Die Trainingsplätze drumherum sind auch vernünftig für einen Club der nun erste Liga spielt, wiederkommen muss ich hier her trotzdem nicht mehr. Eigentlich finde ich es sogar schade, dass das alte Stadion nun quer bebaut ist und nicht als solches weiter genutzt wurde. Egal, meckern braucht man eigentlich nicht, es ist Montag um 11Uhr und der Kick begann dann auch so langsam. Fahrt aufgenommen hat er in der ersten Hälfte zwar nicht, dafür endete er mit einem Paukenschlag. Denn irgendwie dachten alle sie gehen bei strömenden Regen lieber nach Hause und schauen sich ein 0:0 lieber nicht weiter an. Ja dann aber gings los. von der 70. bis zur 90. Minute fielen alle Tore, wobei Karvina innerhalb von sieben Minuten 3:0 führte. Der anschluss kam dann noch, das wars dann aber auch was Plzen in diesem Spiel zustande brachte. Na ein Glück bin ich noch geblieben, musste dann aber doch noch abhauen, denn ich hatte eine Buslinie Richtung Hbf ausgemacht und der Zug Richtung Zlin bzw. zunächst Richtung Ostrava stand schon bereit. Also nix wie rein und umgestiegen werden musste ja auch nochmal. Wieder kam hier alles zu spät, in Zlin bin ich dennoch pünktlich angekommen...













17.00Uhr: FC Zlín - AC Sparta Praha 1:1, 1. Liga
Stadion Letná, 5981 Zuschauer (etwa 400 Gäste)
...und an was für einem Bahnhof! Einem Gleis und nem durchlöchertem Putzkämmerchen! Und das soll jetzt ne Großstradt sein in dem der Tabellenführer der ersten Liga spielt? Na ein Glück hatte ich noch nen kleinen Fußmarsch vor mir und plötzlich erstrahlte die Innenstadt dreckig, voller Verkehr und Einkaufsläden vor mir. Die Flutlichtmasten waren auch schon zu sehen und so konnte es zunächst Richtung Stadion gehen, denn ich brauchte unbedingt noch ein Ticket. Ohne vorzubestellen hier her zu kommen war recht dumm und kurz nach meiner Ankunft wusste ich dann auch wieso. Die Lady an der Kasse meldete ausverkauft! Eine Welt brach in mir
zusammen, ja wenn ich denn nicht in Tschechien wäre. Ausverkauft ist hier ein Fremdwort und ich irrte eine gute Stunde um das Stadion nach irgend nem Schwarzhändler. Doch ich konnte es nicht fassen, es war keiner zu sehen! Da blieb mir halt nur noch die einzige Chance, ich musste in den Gästeblock und hoffen, dass es dort nicht nur einen Vorverkauf gab. Den gab es nicht und wie Gastfreundlich man in diesem Land ist zeigte nun alleine schon das Kassenhäuschen. Hinter Panzerglas und Gittern existierte ein kleines Loch. Aus diesem dröhnte eine liebliche Stimme 80KC und ich hatte mein Ticket! Jawoll! Aber so ist das, Zlin ist seit Jahrhunderten Mittelmaß und nun plötzlich Erster. Da merkt die Bevölkerung plötzlich ganz schnell, dass in der Stadt ein Fußballverein existiert. Widerlich! Aber was solls, Sparta ist für guten Support eh nicht bekannt, es existieren in dieser Szene eh nur Nazis, welche einen Deutschen doch sicherlich bestens begrüßen und da mehr als genug Leute in diesem widerlichen Käfig eingetroffen sind konnte ich mich ganz gut verstellen. Wird ja hoffentlich keiner merken, dass ich Banik Ostrava geiler finde und nach heftigsten Kontrollen war ich dann drin um erstmal ein Bier und ganze drei Würste zu verspeisen, welche ich einfach nur mit einer 1+++ bewerten kann. Zwar gabs auch hier nur ein Loch in einem Fensterchen wo mein Arm geradeso durchpasste, aber ich hatte es ja geschafft. Unter die Lupe nehmen konnte ich den Ground durch diese Situation dann aber leider nicht und kann halt nur über die drei vier schicken Tribünen berichten die in einen Berg gebaut sind. Drei Flutlichtmasten scheinen hier zu reichen, warum kein vierter?`Keine Ahnung :-D Hell genug war das Licht am Ende ja trotzdem und gefallen tut mir insgesamt das Stadion schon sehr. Hat eben was in einer kleinen, engen Arena zu kicken wo die Stimmung gut rüber kommt und der Gästeblock umgeben von Stacheldraht und hohen Zäunen ist noch viel kranker wenn man einmal drin steht, statt ihn immer nur von außen zu fotografieren. Insgesmt also ein guter Ground und ein weiterer Schritt Richtung Komplettierung der ersten Liga ist in Arbeit. So begann dann irgendwann auch der Kick, in dem sich sofort zeigte wer hier gegeneinander spielt. Schnell, ballsicher und viele Chancen auf beiden Seiten. Eine nutzte dann Zlin kurz vor der Pause zur Führung was das Stadion kochen ließ. Doch Sparta machte keineswegs Panik und spielte ihr Spiel. Irgendwann wurden die Gäste dann auch belohnt, wenn auch fragwürdig.Weitere Chancen wurden am Ende aber nicht genutzt und nach dem das Spiel endgültig zerfuhr, hatte der Schiri Feierabend vermeldet und pfiff ab. Ich denke Sparta nützt dieser Punkt nix, Zlin hingegen hält den Rest der Liga überraschenderweise auf Abstand. Man darf gespannt sein wie lange sie das durchhalten. Auch hier gibts dann am Ende auch nch was
zum Drumherum zu sagen. Zlin zeigte geschlossenen und durchgängigen Support. Mitte der ersten Hälfte zog man eine transparente Blockfahne hoch und es erhellten ein paar Fackeln den Abendhimmel. Auch auf der Gegengerade kamen ein paar blaue und gelbe Zettel zum Vorschein, die sicherlich vom Verein gesponsert wurden. Die unkreativen zwei blauen Herzen waren das Ergebnis. Aber egal, besser als nix. Sparta hingegen war wie immer, diesmal jedoch konnte ich es mal aus der Nähe beobachten. Keinen Vorsänger, nur vier fünf Mann die mal was anstimmten. Dann zwei völlig zugehackte und vollgelaufene Glatzköpfe die ein Sieg Heil anstimmten und jeden schwarzen Spieler auf dem Feld mit Affenlauten bedachten. Hmm, nun ja, dann halt die üblichen Sparta Schlachtrufe und die Module in Joggern warteten einfach nur darauf, dass es mal mit den Bullen knallt. Einmal mehr enttäuschte mich diese Szene, dabei könnte man sich doch einen riesen Namen machen. Man hat den sportlichen Erfolg, man hat die Massen und spielt international. Aber wer nicht will...es bleibt eben ne Asiszene, die ehr durch Boxereien einen Namen hat. Dass diese Schläge aber nicht an meinem Kopf ausgetestet wurden war mein Glück und noch bevor der Pulk das Stadion verlassen durfte musste ich einen Cop dazu überreden mich ehr rauszulssen. Wer weiß ob ich durch irgendwelche übermütigen Uniformierten nicht meinen Zug verpasst hätte. Immerhin war es mal wieder soweit und ich musste mich beeilen. Doch es lief alles glatt und über Otrokovice erreichte ich am späten Abend wieder Brno, wo ich noch rasch einkaufen war und es wieder ins Hostel ging. Hier konnte ich mich einfach nur noch hinhauen und dann am Ende doch noch die verkeimten Duschen nutzen. Ganz so asi will man dann ja doch nicht den Heimweg am nächsten Morgen antreten :-D














Fazit: insgesamt wars eine recht geile Tour, die ich mal wieder alleine bewältigen musste, da es in meiner Umgebung entweder Leute gibt die wenig Zeit haben oder nur irgendwelchen Eventschrott hinterher reisen. Es hatte trotz der vielen Schwierigkeiten mit der Bahn funktioniert überall pünktlich hinzukommen (bis auf Pribyslav) und dank der hammermäßigen Sparangebote war die Reise zudem sau billig! Es hatte mir gefehlt mal wieder mehrere Tage unterwegs zu seiin und jede Minute wurde genossen. Am Dienstagmorgen setzte ich mich dann in Richtung Prag in Bewegung, wo der Bus Richtung Halle fuhr. In der Heimat war ich keine fünf Minuten und wäre am liebsten wieder abeghauen. Das alleine zeigt wie heruntergekommen das deutsche Vaterland inzwischen ist und, um mal eine ploitische Spitze loszuwerden, es noch Leute gibt die das alles schönreden. Ich jedenfalls war froh den Untergang der Heimat aus der Ferne beobachtet zu haben und kann es kaum erwarten wieder auf Reisen zu sein. Sport frei!