ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!
28.10.2016 FC Viktoria 1889 Berlin - Berliner FC Dynamo 1:1, Regionalliga Nordost
Stadion Lichterfelde, 2047 Zuschauer (um die 500 Gäste)
Einen gnädigen Chef darf ich mein Eigen nennen und meinem Wunschfrei wurde entsprochen. Denn langsam hält man es nicht mehr aus im Land der Vollidioten und nach all dem Knechten musste ich einfach mal wieder ein paar Tage raus. Wie schön, dass vor Wochen schon mein liebes Hopperpärchen aus Graz und Erfurt, bestehend aus Ise und Martin, dazu aufriefen eine Tour nach Polen zu machen. Was meine Erungenschaften dort betrifft, sieht es ehr nach Wüste aus und da dieses Land in meinen Augen doch so faszinierend in Sachen Volk, Kultur und Bräuche ist, sagte ich lächelnd zu! Auf gings also Freitags zur letzten Schicht und als die Feierabendsirene trönte gings ans packen und ehe ich mich versah, stand das fahrbare Gefährt schon vor meiner Türe. Bevor es jedoch nach Polen gehen sollte, war der erste Halt die "deutsche" Hauptstadt und wir wollten, da wir doch eh schonmal unterwegs waren, beim einstigen
Deutschen Meister vorbeischauen und dem dazugehörigen Stadion in Lichterfelde, welches früher den Führernamen trug. Wie schön wenn dann auch gleich mal der Berliner FC Dynamo zu Gast war, der nicht weniger in der Vergangenheit für Furore gesorgt haben dürfte und so staute sich die Vorfreude. Leider wurde diese recht bald getrübt, denn die Autobahn war auf Grund von Bauwut des Staates reichlich mit Baustellen übersäht. Somit hieß es also warten und prompt waren schnell mal zwei Stunden rum. Es hieß nun also Bleifuß, welchen unsere tolle Fahrerin auch besaß und mit dem Anpfiff erreichten wir das Gelände in Lichterfelde. Blöd war jetzt eigentlich nur noch, dass wir um das Stadion herumliefen mussten und Tickets fehlten ja auch noch. So schrieben wir die Mitte der ersten Hälfte ehe wir nun endlich das Innere betreten konnten. Zwar waren die zehn Euro etwas happig, aber nun ja, wie gesagt, das Land der Vollidioten...egal, die Bratwurst war ganz ok, dafür aber die Berühmtheit der kulinarischen Welt Berlins, die Currywurst, nicht! Schämt euch! Nun ja, der Hunger trieb es rein und somit blieb nun etwas Zeit das Stadion zu begutachten. Man findet hier leider nur noch eine Seite mit Ausbau, dafür weiß die überdachte Tribüne schon zu gefallen. Die Masten an den Ecken waren auch ehr 0815 und der Rest besatnd aus Grashängen. Der prall gefüllte Gästeblock, links von der Tribüne, besteht dann auch nur noch aus ein paar Stufen und so kann man sagen insgesamt ist die Bude recht ordentlich, früher sollte sie aber natürlich schöner gewesen sein. Die paar Fotos waren geschossen und so blieb nun Zeit für das Sportliche, welches in der Rubrik Mittelmaß versinken sollte. Beide Tore hatten wir verpasst und haben auch keine weiteren gesehen. Dynamo beschränkte sich aufs Kontern, während Viktoria wollte aber nicht konnte. Ich denke das Remis geht damit in Ordnung und zum Schluss kann man ruhig noch etwas über die Stimmung erzählen. Oranisierter Support war nicht vorhanden. Die Gäste beschränkten sich ehr auf Oldschool und Schlachtrufe. Die Heimseite war erstmal gar nicht zu finden, bis ich einen Schwenker und ne Zaunfahne entdeckte, hinter der sich ein paar Hanseln versteckten und ein paar Rufe entfleuchten gen Abendhimmel. Bäume ausgerissen hat hier natürlich keiner, aber egal, man muss halt alles mal mitgenommen haben. Nach dem Abpfiff hieß es nun nichts wie raus hier, denn ein paar Kilometer Richtung Polen lagen ja noch vor uns. Gepennt werden sollte natürlich in , wo ein Doppler am Samstag auf uns wartete. Also hieß es direkt mal die Unterkunft ansteuern, welche ich so unfassbar genial fand, dass man erstmal überlegen musste tatsächlich in Polen zu sein. Per Telefon die Ankunft auf englisch erläutert, von ner netten Mutti am Tor abgeholt und in die Tiefgarage geleitet. Die Bude bestand dann aus zwei Zimmern und hatte ne riesen Terrasse. Das Bad lud zum entspannen ein und weil man ja steelvoll reisen will stand auf dem Schrank sogar noch ne Flasche Wein parat. Ne Glotze hatte man auch und so lief über nen Sportsender erstmal sämtlicher internationaler Fußball und so ließen wir den Abend bei nem guten Pivo, welches inkl. Hotdog an der polnischen Granze eingekauft wurde ausklingen. Immerhin wartete ja am nächsten Tag etwas Kultur und jede Menge Sport auf uns...








29.10.2016
11.00Uhr: KP Błękitni Stargard - ZKS Olimpia Elbląg 4:0, II. Liga
Stadion Miejski ul. Leglana, 352 Zuschauer (etwa 25 Gäste)
....so erwachte der Tag und nach dem ich mir nen guten Kaffee in der Küche bereiten durfte, erwachte auch der Rest der Bande und bevor es zum ersten Spiel ging musste man sich ja noch für ein Erstligakick bei Pogon rüsten. Sprich, Karta Kibica besorgen und der neuen Polnischen Fußballwelt gegenüber die Hosen runterlassen. Wir fuhren also das naheliegende Galaxycenter an und für 48 ZL sicherten wir uns ne Karte für die Haupttribüne. Personalisiert und natürlich inkl Kassenzettel. :( Nun ja, der Fanshop wurde trotzdem noch beehrt und als wir alles in Sack und Tüten hatten hieß es kurzes Frühstück einwerfen und ab zum ersten Kick, welcher ne halbe Stunde von Stettin entfernt lag. Wir erreichten dann also den Ground von Stargard recht pünktlich, schauten von außen mal wo man am besten reinkommt und gut zwanzig Minuten vor dem Kickof hieß es also erstmal Karten sichern, welcher auch hier erst rausgerückt wurden nach dem man die Persos abgab. Furchtbar! Als dies dann aber auch geschehen war konnte man sich zumindest über ne hübsche Eintrittskarte freuen. 15ZL sind in meinen Augen nicht billig,dafür aber brutzelten auf dem Grill schon die ersten Kielbasa und der
Ground ist ja nun auch nicht verkehrt. Auf einer Geraden hat man durchgängig Sitzschalen, die Hauptseite hat zwei kleinere überdachte Tribünen und hinter einem Tor sind zwei größere Stehplatzränge zu finden, woraufhin einer von beiden überdeckt mit Werbung war und der andere die Gäste innehielt. Insgesamt gesehen ist die Bude hier also genau das warum man nach Polen fährt. Gammlig und in Mitten von Fabrikgebäuden zu finden. Nun gut, die Hauptseite ist modernisiert, aber man kann ja schließlich nicht alles haben :-D So sollte das Sportliche dann auch so langsam beginnen, welches Stargard von Anfang bis Ende dominierte und sogar noch höher gewinnen musste. Vier Tore, zwei pro Halbzeit, reichten dann aber anscheinend aus um die Gäste zu demütigen, aber diese spielten ja nun wahrlich nicht mit. Ein recht flotter Kick wie ich finde, bei dem sich dann sogar noch Gästefans einfanden und sogar etwas Support ablieferten. Man vermisste dennoch ein paar Heimfans und ging zunächst von "Dorfclubmentalität" aus, doch während der ersten Hälfte hörten wir dann doch noch Fangesänge und konnten erstmal gar nicht ausmachen wo sie denn herstammen. Als wir noch eine Sporthalle in der Nähe vermuteten, gingen wir noch rasch eine Wurst holen und klammheimlich hat sich eine Gruppe von ca 40 Mann mit drei Zaunfahnen auf der Tribüne platziert um etwas unters Volk zu bringen. Auch nicht schlecht :-D Also sind wir nun mal auf die Gegengerade gewandert um den Mob unter die Lupe zu nehmen und man muss sagen, mehr erwarte ich in der dritten Liga nicht. Der Vorsänger dürfte dann auch jeden Morgen ein ganzes Wildschwein futtern und ist mit seiner Statur schon irgendwie das was man sich unter Polnischen Supportern vorstellt hehe. Trotzalledem gibts hier nun auch nicht mehr so viel zu erzählen und nach dem Abpfiff gings geradewegs wieder zum Auto wo wir dann erstmal beratschlagten wie wir den Rest des Tages vollziehen werden. Ergebnis, zurück in die Unterkunft und vorher etwas einkaufen, kurz das Klo verpesten und dann ab zu Pogon, welche ja nun auch noch am heutigen Abend spielen sollten...


















18.00Uhr: MKS Pogoń Szczecin - KS Ruch Chorzów 2:1, Ekstraklasa
Stadion Floriana Krygiera, 8397 Zuschauer (etwa 400 Gäste)
....das Auto geparkt und ab ging es gut eine Stunde vorm Spiel Richtung Stadion, welches schon von Außen Blut in meine Weichteile pumpte! Genau so stellt man sich einen Ground hier vor und nach dem man die recht harten Kntorllen überstanden hatte, hieß es eine Kielbasa verköstigen, welche uns vorher schon wärmstens ans Herz gelegt wurde. Und ich muss sagen, man hat keineswegs übertrieben. Sehr geil und es musste natürlich noch eine zweite her. Als der Magen dann endlich was Gutes inne hatte, sicherten wir uns zunächst mal einen Sitzplatz und bestaunten das weite Runde, welches auf drei Seiten ausgebaut ist, eine Tribüne mit einzigartigem Dach besitzt und endlich sehe ich auch mal wieder ein paar fette Masten bei einem Kick. Die Kurven waren schön steil und hoch, der Gästeblock lag quasi gegenüber von uns und so war es also angerichtet. Es fing dann an zu gießen, was uns unter das Dach trieb und ich denke wir sollten den Platz hier nicht bereuen. In Mitten einer Schalparade des ganzen Stadions
zogen also die Mannschaften aufs Feld und bevor man zum Drumherum kommt, kann man ruhig noch etwas über das Sportliche auf dem Rasen verlieren. Ruch ging zunächst recht früh in Führung, was hier viele überraschte. Doch Pogon eigentlich die kompletten 90min das spielbestimmende Team und belohnte sich damit das Spiel gedreht zu haben. Auch so war es insgesamt gesehen ein recht flotter Kick, welcher vielleicht ein paar mehr Zuschauer verdient gehabt hätte. Sei es aber wie es sei, der beste Fußball war es nicht, aber Pogon ist auf dem Weg nach Europa und wer weiß denn schon wann hier mal die Bagger anrollen. Also können wir froh sein, ein Spiel hier besucht zu haben und dann eigentlich noch mit einem guten Gegner. Fantechnisch war es dann natürlich auch auf ganz anderem Niveau als man bisher auf dieser Tour sah und trotzdessen, dass ich mich frage warum in Polen erst zur Halbzeit die Blöcke voll werden, kann man zunächst mal bei den Gästen anfangen. Unterstützt von Widzew Lodz war der Block am Ende hin mit gut 400 Leuten gefüllt. Leider rissen die Gäste keine Bäume aus und ließen nur hin und wieder etwas verlauten. Schade, zumal Ruch ja nun nicht die schlechteste Adresse sein dürfte. Na immerhin stimmte die Beflaggung am Zaun und weil die Gäste ebend mies waren, waren die Heimfans um so besser. Selbst ohne Dach kamen die Gesänger laut rüber und obwohl man bei dem Liedgut nicht gerade kreativ war, war man es bei der Choreo in der zweiten Hälfte um so mehr. Eine gesprühte Blockfahne und ein im Iron Maden Steel gemaltes Transpi am Zaun erblickte den Abendhimmel und weils ja nun noch nicht reichte, tauchten plötzlich einige Gestalten im Maleranzug auf und der genannte Abendhimmel wurde von gut 20 Fackeln erhellt. Natürlich erhellt dies auch mein Herz und die Blockfahne wurde dann sogar noch bis zum Abpfiff oben gehalten. Insgesamt also dürfte der Punkt an Pogon gehen, welche insgesamt gesehen aber auch nicht unbedingt schraf darauf waren 90min zu brüllen, sondern z.B. erst Mitte der ersten Hälfte einen Trommler aufzubieten. Diese Mentalität sollte verstehen wer will, wir jedoch machten uns mit dem Abpfiff aus dem Staub und erkundeten noch etwas die Stadt, welche ja nun auch nicht gerade hässlich ist. Immerhin bietet sich hier ein Anblick auf einen großen Hafen, die Altstadt mit ihrem Schloss und die große Kirche. So kann man dann auch den Abend ausklingen lassen und weil wir am nächsten Morgen aber rund 500km vor uns hatten, sollte der Abend dann aber auch nicht mehr all zu lange andauern und nach einem letzten Pivo in der Unterkunft rief das Kissen. Am nächsten Morgen also die gleiche Prozedur, Kaffee, Bude ordentlich hinterlassen und den bereit gestellten Wein einpacken. Wer weiß wann man ihn braucht :-D Somit hieß es also bye Szczecin und auf ging es Richtung Lodz(auch ohne Theo)...
































30.10.2016
11.00Uhr: KS Pelikan Łowicz - TS Sokół Aleksandrów Łódzki 2:1, III. Liga Grupa 1
Stadion Pelikan, 211 Zuschauer (etwa 15 Gäste)
....nach einer recht öden Fahrt über die polnischen Autobahnen erahnt man nun wo die Zeit in diesem Land stehengeblieben ist. Schon recht asi die Gegend hier, aber irgendwie will man das ja sehen und außerdem ist man ja bloß zum Fußball hier und legt sich nicht, wie all die anderen Langweiler, bloß an irgend einen Strand oder so! Wie auch immer, wir waren ja nun alle erstmal heilfroh, dass Kollege Martin nochmals auf die Ansetzungen schaute. Denn das geplante Spiel von LKS bei Mazowiecki ist kurzerhand verschoben worden. Prima! So musste natürlich Erstaz und der einzigste Club der nahe genug am zweiten Kick zu finden war,, war der Lowicz mit dem lustigen Namen Pelikan, welcher sein Heimspiel im gleichnamigen Stadion austrug. Also nix wie dort hin und hässlich war die Hütte ja nun auch nicht. Wir hatten eigentlich keine Zeit mehr und mit dem Anpfiff gings zunächst an die Kasse, wo welch Wunder, mal die Persos nicht kontrolliert wurden und man sogar für wenig Geld eine hübsche Karte bekam. Dann gings also rein, der Ordner machte schon etwas Mucken wegen meiner Kamera und drei Bereiche im Stadion waren zudem gesperrt. Na ganz toll. Somit blieb also nur der Weg auf die Ausgebaute Hauptseite mit Sitzschalen und einem kleinen Dach. Dort genoss man den Blick auf
die Hintertorseite mit Sitzschlane, den Gästekäfig auf der Gegengeraden und die ein oder andere Schönheit, die unseren Weg kreuzte. Was jedoch missfiel war die Tatsache, dass es hier weder Pivo noch Kielbasa gab. Also saßen wir auf dem Trockenen und genossen zunächst erstmal den echt brutal schlechten Kick ehe es dann echt bremslig für uns(vor allem mich) wurde. Also bleibt nur zu sagen, dass die Gäste zu Beginn in Führung gingen, das Tor aber nicht zählte und dann Lowicz das Spiel an sich zog. Man schaffte die Führung, baute sie noch aus und die Gäste bekamen in der zweiten Hälfte einen unberechtigten Elfer. Nun bleibt noch zu erzählen, dass es einen Platzverweis gab und drei Karten wegen meckern hagelte es auch noch. Der eine Spieler von Lowisz wollte dies nicht hinnehmen, zertrampelte den Elferpunkt und die Gäste verschossen daraufhin. Weil man den Ball aber nicht wegbekam, setzte es trotzdem den Anschluss und dabei blieb es dann auch. Nun ja, viel mehr bekamen wir auch nicht zu sehen, denn hiermit komme ich zu der bereits angeschnittenen Geschichte. In der Halbzeit entschieden wir uns also dazu mal zu schauen wo wir etwas Flüssiges herbekommen und entdeckten einen Pub wo alle rein rannten. Dieser war überfüllt und zu unserem Glück gabs gleich hinter dem Stadion ein Kaufland. Also nix wie rein und ne Dose in die Kameratasche, welche dann in der zweiten Hälfte auf der Tribüne entlert werden sollte. Als es mich dann aufs Klo ziehen sollte bemerkte ich den Ordner, der mich eh schon beäugelte(ich machte Fotos der gesperrten Blöcke) und dieser kam wutentbrannt auf mich zu. Er babbelte etwas von Alkoholverbot und dass ich einen Platzvewrweis erhalte. Somit also SV bei Pelikan Lowicz, wer kann das von sich behaupten? :-D da wir aber eh früher los mussten um das letzte Spiel des Tages zu schaffen, störte es mich recht wenig und der Pinguin kann sich nun weiter über seinen Job zweiter Klasse erfreuen. Das Klo fand ich trotzdem nicht mehr und so musste ich eben aus Dank an die Tribünenwand pinkeln bevor es wieder zum Auto ging und wir mit recht flotter Fahrt weiter Richtung Lodz zogen...














14.00Uhr: RTS Widzew Lodz - MKS Ełk 2:1, III. Liga Grupa 1
921 Zuschauer (keine Gäste)
...zwar wars alles etwas stressig und zudem bereitet sich die Bevölkerung auch noch auf den kirchlich höchsten Feiertag in Polen vor, was die Friedhöfe überquillen lässt, aber wir hatten es ja dennoch noch pünktlich nach Lodz geschafft. Zunächst aber stand ja nun nicht ganz genau fest wo denn nun überhaupt gespielt wird. Ein kurzer Anfahrtsweg zum Stadion von Widzew verriet uns nun endgültig, dass man kein Neues baut, sondern das Alte um. Krass, wenn man bedenkt, dass dieser einst großer Club nur noch vierte Liga spielt. Traurig, traurig und es sollte noch schlimmer kommen. Denn Navi sei Dank hatten wir dann doch noch den richtigen Weg gefunden und der Spielort war das UKS Stadion, welches noch 4km entfernt lag. Dort sind wir
dann auch kurz vor knapp angekommen und auf gings zum Eingang. Kartenverkauf hier? Fehlanzeige und somit musste wir wieder zurück und an einer Mauer, hinter einem Zaun wurden Tickets verkauft. Juhu, natürlich wieder mit Persoabgabe und einen Eintrag des Namens handschriftlich auf die Karte. Dauerte natürlich etwas länger, nervte auch tierisch und kurz nach dem Anpfiff durften wir dann aber trotzdem das Innere betreten. Kaum drin, fiel es mir wie Eis aus dem Gesicht. Ein Sportplatz, hergerichtet für 3000 Zuschauer. Viel zu viel Werbung und zwei ausgebaute Geraden mit Sitzschalen. Hinter die Tore durfte man nicht und somit blieben also auch die Fotomotive in recht minderer Qualität. Hinzu kommt noch, dass die Gegengerade bereits Dachpfosten enthält, aber man noch nicht weitergebaut hat und was noch aufstößt sind die recht unfreundlichen Ordner, die verschlammten Wege und der mehr als schlechte Kick auf dem Platz. Na immerhin ist die kleine "VIP" Tribüne außerhalb des Stadions recht belustigend, welche aber immerhin ein paar Klappsitze enthält. So kann man natürlich als SVler auch über die Stadionmauer blicken :-D Nun ja, insgesamt ein Ground den man natürlich mitnehmen kann wenn man einmal hier ist und zum Sportlichen bleibt nur zu sagen, dass Widzew zwei Standarts, ein Freistoß und einen Elfer, zur Führung nutzte, während die Gäste kurz vor Schluss den Anschluss schafften. Ein recht müder Kick mit wenig Chancen und recht dürftiger Stimmung....wo wir gerade bei Stimmung sind, also Widzew hat man sicherlich anders in Erinnerung! Die Ultras sind anscheinend durch einen Kinderchor ersetzt worden und wenn man die erste Hälfte lang nur ein und das selbe Lied singt, macht einen das auch nicht gerade kreativ. Wie schon erwähnt verdeckt die Werbung sämtliche Zaunfahnen und somit fehlte auch darauf der Blick. Gäste waren keine vorhanden, nur ein Banner von Ruch prangerte neben dem Heimbereich an einer
Mauer. Nun ja, wenn die neue Hütte fertig ist, wird es vielleicht bessere Zeiten geben. Schaut man aber auf die Tabelle und auf diesen Kick heute, so wird man feststellen, dass dieser Club ein weiteres Jahr in der vierten Liga verbringen wird. Traurig wenn man bedenkt, dass die großen Meisterschaften und Champions League Abende keine 20 Jahre her sind. Aber nun ja, so ist das nun mal, wenigstens war die Wurst ein Gedicht und nach dem Abpiff gings zunächst einmal in die gebuchte Unterkunft am Rande der Stadt, welche preislich gesehen und von der Sauberkeit her auch recht ordentlich war. Nur das Klopapier sollte man beim nächsten Mal lieber nicht vergessen ;-) Eingecheckt war nun und der Abend war noch jung, so gings erst einmal ans einkaufen für die Heimat und dann hat Kollegin Ise sich ja noch die Mühe gemacht ein schickes estaurant zu suchen, wo man genüsslich speisen kann. Nix wie hin also und trotz der miesen Tristesse von vergammelter Stadt und Plattenbau gab es ja nun noch ein paar historische Gebäude, die schicker nicht sein konnten. In einem alten Weinlager fand man also ein richtig schickes Restaurant vor. Bedienung im kurzen Rock und Brüste bis zum Hals. Na so muss Polen sein! Leider fällt es am Ende aber nicht jedem leicht die Karten zu verstehen und ich hätte mir vielleicht doch nicht eine ganze Fleischplatte bestellen sollen. Denn spätestens nach dem fragenden Blick der Kellnerin hätte ich mir denken können, dass mein Essen nicht dem gewünschten entspricht. Natürlich war es dann auch so und eine kalte Platte statt der gedachten Steaks wurde serviert. Aber weil die dummen Deutschen ja Welpenschutz genießen, packte man uns alles ein, das Frühstück war gesichert und nach der zweiten Bestellung hatte ich dann ein Schnitzel samt köstlicher Kartoffeln auf dem Teller. Glücklich und satt verließen wir dann das Lokal, wobei ich dann doch recht wehmütig das vierte leere Bett im Hostel im Kopf hatte und am liebsten einer der Bedienungen mitgenommen hätte. Doch bei uns gibts halt kein plumpes FickiFicki und somit wurde die Dame ehr nett verabschiedet als begrabscht. Nun gings wieder zurück in unsere Räumlichkeiten wo man die polnische Version von Al Bundy kennenlernen durfte und sie Glotze bis in die Nacht hinein die Stimmung erhellte. Trotzalledem war irgendwann einmal Schlafenszeit, denn leider brach der letzte Tag dieser Tour auch recht bald an...


















31.10.2016 Zagłębie Lubin - Wisła Kraków SA 2:2, Ekstraklasa
Stadion Zagłębie (neu), 6281 Zuschauer (etwa 300 Gäste)















....dieser begann erst nach dem man genüsslich ausgeschlafen hatte und ohne Frühstück. Egal, dafür hatte man ja den ganzen Tag Zeit und weil das Topspiel in Polen nun mal Montags ist, nimmt man natürlich auch das mit. Der Weg führte uns nun zunächst an eine Tanke wo ein recht unfreundliches Personal seiner Dienste nachging, ich hatte etwas Zucker im Magen und ja noch die Wurstplatte vom Vortag im Gepäck. Nixdestotrotz führte uns der Weg nach Lubin, wo man nun endgültig erkennen durfte wie die EM diesem schönen Land geschadet hat. Nun ja zumindest aus der Sicht eines Hoppers...Das Wetter wurde nun langsam auch wieder besser, die Fahrt über die Autobahn ist immer noch öde, dafür aber hat man Dank Internet und Gefühl auch endlich wieder was in Sachen Kultur auf dem Schirm gehabt, Karten für das Erstligaspielchen zwischen Lubin und Wisla Krakow mussten aber trotzdem noch besorgt werden. Also entschiueden wir uns zunächst dazu mal in Lubin vorbeizuschauen und direkt am Stadion nach einer Kasse zu suchen. Viel los war dann nach unserer Ankunft aber nicht und somit bleib nur noch der Weg in einen Fanshop. Bevor wir dort aber hinfuhren, hieß es den netten Nebenplatz zu spotten und auf die Agenda zu schreiben , ehe wir dann doch noch Richtung Fanshop aufbrachen. In einem Einkaufscenter angekommen hieß es also zunächst den Shop finden und wieder des Prozedere Karta Kibica und Kassenzettel auf uns zu nehmen. Furchtbar! Nun ja, nach ner gefühlten Stunde hatten wir dann die Tickets und somit führte unserer Weg zunächst einmal in die Kultur des Landes. Im Netz hatte ich vorher eine kleine Burg erspäht die eine halbe Stunde entfernt liegt, also nix wie hin und recht zerfallene Anlage in Prochovice bestaunt, welche im Moment aber glücklicherweise renoviert wird. Drinnen gab es demnach aber nix zu bestaunen und somit hieß es also einen kleinen Spaziergang durch den Park zu unternehmen, ehe Kollege Martin ein Kloster ganz in der Nähe erspäht hat, welches in solch einer Form auch noch nicht erblickt wurde. Nix wie hin also und vor dem doch recht beeindruckenden Gebäude halt gemacht. Und weil es gerade mal so schön war, hat man sogar noch außerhalb der Öffnungszeiten in das Museum gelassen. Hier konnten wir einen beeindruckenden Fürstensaal und eine Bilderausstelklung begutachten, ehe es für uns wieder nach draußen ging und im Park eine nette Oma beobachtet wurde, die ihre Hühner eingesdammelt hat :-D Von Brandschutz hat man hier auch noch nie was gehört und so verbrennt man hier quasi mitten im Wald sein Laub und weil es doch so schön war und der Magen knurte, enterten wir auch noch ein anliegendes Restaurant, welches mit seinem Charme, seiner Kellnerin, den niedrigen Preisen und den geilen Essen überzeugen sollte. Somit hieß es Haxe, Sauerkraut und Schlesische Knödel für mich und der Magen war mehr als gefüllt. Scheiße nur, dass man ja in Lubin noch ne Kielbasa vor sich hat...aber egal, die kriegt man auch noch runter und weil wir geil sind hatten wir uns ja für 40ZL VIP Tickets gesichert. Wer weiß denn schon wie voll es wird und ob es nicht nen anderen Fressstand für die Obrigkeit gibt :-D Also ab ins Auto und wieder nach Lubin, wo wir auch recht pünktlich ankamen und schon der relativ leere Parkplatz ließ auf eine ehr ernüchternde Zuschauerzahl schließen. So war es dann auch und nach den ehr laschen Kontrollen wurde dieses Mal die Karta Kibica eingezogen und nur der Kassenzettel dient somit als Eintrittskarte. Naja...Nach nem kurzen Toilettengang waren wir dann also drin, die Stimmung war schon recht ordentlich und beide Hintertorseiten waren gesperrt. Na ganz toll! Also hieß es Plätze einnehmen, die nix anderes als normale Tribünenplätze waren. Nix VIP...Somit blieb vor dem Sportlichen also noch etwas Zeit um das 0815 Stadion zu begutachten. Nun ja, viel zu erzählen gibts nicht. Man hat quasi in die alte geile Schüssel einen Betonklotz mit Dach und orangenen Sitzschalen gebastelt. Aller zwei Meter ist ne Kamera instaliert, Stehplätze gibt es keine und der für die Raucher unter uns dürfte dieses Stadion wohl eine NoGoArea sein. Na wenigstens der Grill sah ganz gut aus und wenn ich schon mal hier bin muss ich auch ne Wurst essen. Egal wie voll ich war, im Hotdog Brötchen hatte ich bisher noch keine gegessen. Insgesamt also das, was man in Polen nicht sehen will, wenn man aber die erste Liga mal komplett haben möchte, dann ist ein Besuch in Lubin unausweichlich. Wiederkommen werde ich definitiv aber nicht! Das Sportliche war dann aber wenigstens recht ansehnlich, Wisla ging in Führung und hatte eigentlich viel mehr vom Spiel. Doch Lubin gelang nach einer Ecke der Ausgleich mit dem Abpiff der ersten Hälfte und kam wie verwandelt aus den Kabinen. Nun war es der zweimalige Meister, der das
Kommando übernahm und auch in Führung ging. Doch weil man den Sack am Ende nicht zumacht, geift eine alte Fußballregel und Wisla machte noch den Ausgleich. Insgesamt gesehen war es ein faires Resultat in einem gutem Spiel. Gut kann man den Auftritt in den Kurven auch nennen. Allerdings nur gut. Lubin knetschte sich in die Ecke, war 90min am singen und machte das Beste aus der Situation nicht in den Hintertorblock zu dürfen. Wisla war anfangs gut dabei, riss aber keine Bäume aus. Erst in der zweiten Hälfte hingen auch mehrere Zaunfahnen und es waren mehr Leute im Eckblock. Allerdings hat man sich nun auch dem Spiel der eigenen Mannschaft angeschlossen und es kam nicht bis gar nichts mehr rüber. Auch hier muss man wieder sagen, in Polen hat sich wirklich sehr viel zum Negativen entwickelt! Aber so ist die moderne Zeit, es bleibt nicht mehr viel übrig für Fußballromantiker wenn man sich einmal dazu hinreißen ließ dem Massenwahn zu folgen. Nach dem der Schiri dann hier genug hatte, hatten wir auch genug und suchten den Weg nach draußen. Es ging zum Auto und der Weg führte uns Richtung Heimat. Zwar setzte das Wetter um, doch mit Ise hatte man die Tage ja nun auch eine gute Fahrerrin, welche mich wohlbehalten gegen 1Uhr vor der Haustür absetzte....












Fazit: es war mir mal wieder eine Freude mehrere Tage dem Alltag den Rücken zu kehren. All die Spasten und Vollblutsklaven aus den Augen zu verlieren. Dem Untergang der BRD von Weitem zuzuschauen und sich einfach mal zu entspannen. Es war ein Fest für mich dieses wochenende mit zwei richtig duften Leuten zu verbringen, endlich wieder einmal lachen zu können, guten Sport genossen zu haben und ein fremdes Land zu besuchen. Grüße gehen daher nach Erfurt und die Sturmstadt!!