ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!
19.11.2016
10.15: FK Fotbal Třinec - FC Baník Ostrava 4:1, Fortuna národní liga
Městský stadion, 2753 Zuschauer (um die 1000 Gäste)
Mal wieder Kurzurlaub, mal wieder raus aus der BRD. Anders kann man meine Gefühlswelt im Moment nicht beschreiben. Wie schön, dass schon seit Monaten eine kleine Tour Richtung Tschechien geplant ist. Weniger des Fußballs wegen, ehr wegen einem Konzert. Aber wir wären ja nun auch keine Hopper, wenn man sich rund um das Konzi eine Tour bastelt. So spielt Banik Ostrava auswärts in Trinec. Und da das Konzi in Ostrava stattfinden sollte, stand dieses Spiel natürlich auf der Liste. Schön war zudem, dass Trinec mal eben ins benachtbarte Mestsky
Stadion umzog, was relativ selten bespielt wird und dementsprechend fiel also ein zweiter Besuch im Labaje für mich aus. Weil dem aber eben niemals genug sein kann, konnte die weitere Reise nur nach Polen führen, denn es liegt gleich nebenan und das Bier ist gut. Daher war eben mal ganz fix eine Tour von fünf Spielen gebastelt und es sollte eigentlich bereits Freitagnachmittag losgehen, um vielleicht sogar noch ein sechstes Spiel in Form von Dukla Praha vs. Slavia zu erhaschen. Doch weil manche Betriebe eben nicht ganz adda in der Birne sind und Kollege Felix eben mal länger klächen musste, ging die Reise erst um 22Uhr los. Man fragte sich dabei schon was es denn für einen Sinn ergibt erst 2Uhr in Praha zu sein. Für knapp 3 Stunden Schlaf? Hmm egal, besser irgendwie doch als in der Nacht loszukutschen und wie geplant, gegen 2Uhr erreichten wir unser Hostel in Praha was direkt bezahlt war und das Kissen für die nächsten drei Stunden nach mir schrie....Erstaunlich munter erging es mir dann gegen halb sechs als die Tour nun starten und es Richtung Trinec gehen sollte. Eine knappe Viertelstunde vor dem ersten Kick gelang uns dann auch die Ankunft, was aber auch nur mit 170 über regnerische Autobahnen möglich war. Wie dem auch sei, ein weiterer Kollege, in Form von Rolf wartete bereits am Stadion und hatte ja nun schon Tickets besorgt. Nett, für 70KC alles in Ordnung und so ging es auf die Gegengerade, gegenüber der beiden Fanblöcke. Meinereiner konnte nun endlich mal entspannen und den Blick genießen. Denn es hat irgendwo Seltenheitswert dieses Stadion bei einem Spiel zu besuchen und richtig schick ist es ja auch noch. Die überdachte Tribüne und die mit Sitzschalen bestückte Gegengerade, sowie die paar übrig gelassenen Stufen haben schon etwas Ordentliches. Auch das alte Marantontor blieb erhalten, sowie auch die alte Anzeige. Insgesamt kann man jetzt schon davon reden, dass dieser Ground schick ist, komplett Wände abreißen tuts aber nicht, denn es ist halt unterm Strich eins von vielen. Aber wollen wir mal nicht meckern, der Kick begann und ehr darüber könnte man sich aufregen. Auf so gut wie unmöglich bespielbarem Rasen ackerten beide Teams und es regierte der Fehlpass. Trinec machte eigentlich eiskalt etwas aus den erbärmlichen Fehlern Baniks und zog zur Halbzeit auf 2:0 weg. Auch in der zweiten Hälftefand Banik keine Mittel gegen Trinec und Zeuge dessen war das saubere Trikot des Heimtorhüters. So ging das muntere Gegrätsche auf
immer schlimmer werdendem Rasen weiter, Trinec schoss sogar noch das 3:0, während es Banik gelang den Anschluss herzustellen. Doch alles Aufbäumen nutzte nix, in der Nachspielzeit gab es das Vierte und die verdiente Niederlage im Kampf um den Aufstieg war geschehen. Irgendwie scheine ich King Banik kein Glück zu bringen, aber immerhin das Drumherum enttäuschte dabei nicht. Der Heimmob war nicht zu erwähnen. Zwei Zaunfahnen und ein Typ mit Trommel im sitzen, mehr hat hier keiner zu bieten. Ganz im Gegenteil natürlich zu den Gästen. Anfangs stand man noch im Regen und entschied sich kurzerhand den Trennzaun einzureißen (!) Die Bullen schauten lieber zu und auch die Ordner störte es recht wenig. So gabs dann halt eine Völkerwanderung unter das Dach und Baniks Anhang enttäuschte mich nicht. Brachiale Gesänge, Geschlossenheit und Kreativität zeigen, dass diese Fans die absolute Nummer eins in Tschechien sind! Auch von einer kleiner Choreo mitten im Spiel ließ man sich nicht abhalten und so gabs ein paar Zettel, ein Transpi sowie das Vereinslogo per Blockfahne. Einfach aber schick und zur Abrundung erhellte man den regnerischen Himmel noch mit ein paar Fackeln. Für mich war dieser Auftritt überzeugend und weil es auf dem Rasen eben noch nicht wirklich reichte, griff man die Spieler nach dem Spiel etwas krasser als verbal an und zeigte seinen Unmut über diese grottenschlechte Leistung.Insgesamt also kann man sagen, dass ein Tourauftakt in diese Region besser nicht sein konnte und da wir aber bereits das nächste Spielchen auf dem Plan hatten, musste es weitergehen. Nun gesellte sich auch Kollege Rolf mit hinzu und es ging nach Polen zu einem gemütlichen Viertligakick in einem der schönsten Stadien, die ich in letzter Zeit zu Gesicht bekam...
























13.00Uhr: MKS GKS 1962 Jastrzębie - MKS Miedź Legnica II 4:2, III. Liga Grupa 3
Stadion Miejski, 698 Zuschauer (12 Gäste)
....es ging also nach Jastrzebie, was am Anfang einen Knoten in meine Zunge machte und später Blut in den Penis pumpte. Denn kurz vor dem Anpfiff und nach kurzweiliger Fahrt über die Grenze, erreichten wir auch das zweite Spiel der Tour und schon von Außen ging es ans Augen reiben. Für 8ZL gabs ne hübsche Karte und der Geruch in der Luft zeugte auch von Kielbasa. Es wurde auch Zeit, denn einen Grill suchte man in Trinec schließlich vergebens. Aufgeplatzte Wiener kann ich auch zu Hause bei Oma essen! Hier jedoch nicht und bevor es an die Fressbude ging, begutachtete ich diesen wunderschönen Ground. Denn frei nach Ostblockmentalita findet man hier eine fette Tribüne, dicke Masten und ein paar vergammelte Stehränge. Zwar ist leider der Rest des Stadions zurückgebaut, aber das schmälert den Wert dieser schönen Anlage nur gering. Richtig geil ist zudem, dass das Teil hier mitten in einer Plattenbausiedlung steht und von einem Stacheldrahtzaun umgeben ist. Nun weiß ich, ich bin wieder in Polen und fühle mich wohl. Als dann die paar Fotos geschossen war, gönnte ich mir ne richtig gute Kielbasa. Zwar sollten die Polen endlich lernen kein Brötchen dazuzulegen, aber nun ja, scheint hier normal zu sein. Der Preis war angenehm und der Geschmack sowieso. Also gings etwas abseits in die Ecke wo man bei lustigen Gesprächen den Kick verfolgen konnte. Jastrzebie ist Erster, spielt um die dritte Liga und ging bereits nach vier Minuten per Elfer in Rückstand. Doch noch vor der Pause konnte man das Spiel drehen und hatte dennoch schwer mit den gefährlichen Kontern der Gäste zu kämpfen. Diesen gelang der Ausgleich kurz nach Wiederbeginn und nun wurde es ein Duell auf Augenhöhe. Dumm nur wenn man ins eigene Tor trifft und nach dem daraus resultierenden 3:2 hinten aufmacht, das Vierte fängt und somit zwar nicht ganz unverdient verliert, aber mehr drin gewesen wäre. Nun ja, ich bin ehrlich, die Ergebnisse lassen mich irgendwo kalt, die Hauptsache besteht aus einem spannenden Kick für den neutralen Beobachter, dem Kulinarischen und natürlich dem Ground. Zum Drumherum bleibt nur zu sagen, dass die großen Ultragraffitis vor dem Stadion wohl an vergangene Tage erinnern. Keine 50 Mann positionierten sich in einer Ecke der Tribüne und ließen etwas verlauten. Zwar war es jetzt nicht Legia, aber für diese Liga durchaus ausreichend. Von den paar Gästen die verstreut auf den Sitzschalen gammelten sah man nur Applaus bei den Toren und ansonsten vernahm man nichts. Aber man kann ja nun nicht alles haben und als hier dann zum Schlusspfiff geblasen wurde, nahmen auch wir die Füße unter die Schultern um zum letzten Kick des Tages zu gelangen, ehe dann endlich das Musikalische über uns hereinbrechen sollte...


















17.00Uhr: MKS Odra Wodzisław Śląski - KS Polonia Marklowice 2:1, IV. Liga okręgowa grupa Katowice III
Stadion MOSiR w Wodzisławiu Śląskim, 350 Zuschauer (keine Gäste)
....das Wetter wurde also wieder schlechter und es wurde langsam dunkel. Dennoch erreichten wir das beschauliche Kaff Wodzislaw pünktlich und es ging in ein gemütliches Pub in einer Gasse. Dort gabs gutes Essen, gutes Bier und wenig Schmerz für meine Brieftasche. Eingekauft wurde ja nun auch schon, das Auto lag tiefer und Biervorräte waren auch angelegt. Na herrlich. Und auch wenn der Kellner etwas langsam war und wir so den Anstoß aus den Augen verloren, er bekam sein Trinkgeld und auf gings zum Ground. Dank der leichtgläubigen Belegschaft durften wir dann im Inneren des Geländes parken und so gings kostenlos ins Stadion, wo der Kick bereits begonnen hatte. Doch weil wir trotzdem ne Karte haben wollten ging es halt nach draußen, das Brustwunder an der Kasse konnte es nicht fassen, aber wir wollten eine Karte für die Sammlung. Also bekamen wir neben dem hübschen Ausschnitt, ähm lächeln noch ne Karte geschenkt und weil der Appetit dann doch wiederkehrte gabs neben ner Dose Pivo aus dem Auto auch noch ne gute Kielbasa für 5ZL. Man gönnt sich ja sonst nix und da wir nun versorgt waren, machte ich ne kleine Runde um den Ground, nun ja, sofern dies möglich war. Die einzig begehbaren Blöcken waren dann leider nur die eine Hintertorseite, bestückt mit Sitzschalen und die überdachte und recht hübsche Haupttribüne. Auf der Gegengeraden sah man Sitzschalen
und hinter dem anderen Tor dürfte sich neben der mit Stufen bestückten Kurve der Gästekäfig befinden. Die Masten erhellten das Stadion, waren aber ehr 0815. Was solls, in der sechsten Liga, ja so tief ist dieser Club bereits gesunken, darf man ja nun nicht all zu viel erwarten. Insgesamt also ist der Ground recht geil und irgendwo genau das was man sehen will. Denn auch die bereits angelaufene Stadionanzeige verweist auf gute alte Ostzeiten. Was dies aber nicht tut, sind die gut 20 Monitore und die ganzen Kameras im Stadion. Auch die Sicherheitskräfte vor dem Ground und die massig anwesende Feuerwehr im Stadion zeugen von veränderten Tagen in diesem doch einst so schönen Fußballland. Nun ja, ich sage es immer wieder, seit der EM hat sich hier alles ins Negative verändert und man kann noch froh sein solche Hütten hier sehen zu können. Der Kick war dann insgesamt auch recht langweilig und zur Pause stand es 1:1. Dabei geriet Wodzislaw in Rückstand, glich prompt aus und drehte das Spiel dann in der zweiten Hälfte. Die Anzeigetafel verriet zwar etwas anderes, aber das Netz und der Jubel der aktiven Fanszene zeugten von der Wahrheit. Wo wir gerade bei den Fans sind, unter dem Dach hatte der Heimmob etwas Lust zum singen und dies wusste durchaus zu gefallen. Während des kompletten Spiels war eigentlich nie Ruhe und somit schlief man wenigstens nicht ganz ein. Gäste waren keine da, das Bier verwässerte auch so langsam durch den Regen und wir waren dann irgendwann froh, dass hier Schluss war und nun das Highlight des Abends beginnen sollte. Es ging also nun nach Ostrava, wo wir in Nähe des Stadions Vitkovize ein ganzes Haus für uns hattn. Mit Zimmern die irgendwie sehr iritierend wirkten. Denn eine Wanne im Wohnzimmer? Oder das Bett neben der Bar? Eigentlich ganz gut, denn so gehts nach dem Suff halt gleich ins Nest :-D Nun, immerhin gabs ne Küche in jedem Zimmer. Mit Kühlschrank und jeder Menge Kaffee. Wir checkten also ein, luden den Akku nochmal auf und per Taxi gings in ein altes Stahlwerk im Zentrum der Stadt. Schon der Fahrer beschallte die Ohren der Anwesenden mit Metallica und enig später bereiteten die Bands auf der Bühne einfach nur Frohsinn. Das zwälfte Bier war dann auch nicht mehr weit und der Mainevent mit Malignant Tumour als Hauptband ließ dann am Ende alle Dämme brechen! Da kann ich nur sagen herlichen Glückwunsch zu 25 Jahren Bandgeschichte und für uns Trunkenbolde sollte es zurück zur Unterkunft gehen. Blöd nur wenn keiner tschechisch spricht und die Tram erst in ner Stunde fährt. Also kurzerhand nem Pärchen Polen das Taxi vor der Nase weggeschnappt und gegen 1Uhr hieß es unter die Regenfälle und ab ins Neste den Rausch ausschlafen. Denn ein kleinwenig sollte die Tour ja noch andauern. Weit bis Polen hat mans bekanntermaßen ja nicht und so blieb halt nur eins, ein Doppler beim polnischen Rekordmeister...












20.11.2016
13.00Uhr: KS Górnik Zabrze II - MKS Olympia Kowary 3:0, III. Liga Grupa 3
Stadion MOSiR-u Sparta, 84 Zuschauer (keine Gäste)
....die Rede ist natürlich von Gornik Zabrze, einem Verein bei dem das ganze Ausmaß von Misswirtschaft, Sicherheitswahn und der Moderne sichtbar ist. Dem einzigsten polnischen Club, der ein Europapokalfinale erreichte und ein Club, der in der Versenkung verschwunden und trotzdem noch mit das Beste an Fans aufzubieten hat, was dieses schöne Land zu besitzen scheint. Bevor es aber jedoch dazu kommt das Topduell in der zweiten Liga zu besichtigen, ist die Zweite von Gornik dran, welche in der vierten Liga kicken und das in einem recht hübschen Ground. Als wir also erwachten und zur Vormittagsstunde endlich auch mal die Klamotten gepackt hatten, ging es zum frische Luft schnappen kurz in den Hof, wo plötzlich zwei Wachhunde auf uns warteten und man sofort merkte, dass der Besitzer des Hauses eingekehrt war. Als wir uns aber davon verabschiedet haben noch etwas mit den Wauwaus zu kuscheln, bestiegen wir das Auto und es ging Richtung Zabrze. Hier gabs auch mal wieder ne Hetzfahrt auf der Autobahn und nach ne Stunde erreichten wir dann aber trotzdem noch den Ground von Spparta Zabrze, wo das Spielchen stattfinden sollte. Eintritt wollte niemand und parken konnten wir quasi direkt neben der Haupttribüne. So konnten wir uns also noch etwas Zeit nehmen, ehe wir das Stadion näher kennenlernen durften. Dabei muss ich sagen, dass es vergammelter kaum noch geht in einer vierten Liga und die Stufen die komplett ums ganze Stadion gehen wissen wohl zu gefallen. In der mitte steht dann die bereits erwähnte Haupttribüne und ich muss schon sagen, dass dieser Ground hier genau das ist was man im Unterhaus Polens erwartet. Ringsrum stehen dabei noch ein paar Mehrfamilienhäuser, wobei sich einer ein Gornik Graffiti in den Garten malte und auch der Nebenplatz ist ein paar Wandmalerreien verziert. Recht hübsch und auch wenn es keine Kielbasa oder Grill gibt, der Gästekäfig am Rande macht vieles weg. Und als wir den Käfig fotografieren wollten machten wir dann plötzlich Bekanntschaft mit dem Sicherheitschef und seinem Praktikanten. Man stelle sich einen Typ vor in Panzerweste und einer Zahnspange. Ohne Bart und ohne Muskeln. Dafür aber mit Knüppel und Pfefferspray.
Witzig! Aber er beruhigte sich wieder schnell und blickte schief,als er mitbekam, dass wir Deutsche waren. Vielleicht hat das Bübchen auch einfach nur nicht seinen Mittagsschlaf bekommen und somit konnten wir uns ein gemütliches Plätzchen am Rande der Hintertorkurve suchen. Nun, bis zu dem Moment als es ein Opi mit seinem Schäferhund schaffte das Innre zu betreten und Letzterer erst eine Katze jagde und wir danach einzeln angesprungen wurden. Er wollte einfach nur spielen und am Rande eines Kicks kann man durchaus einfach mal Stöckchen werfen spielen. Warum auch nicht? :-D Aber da wir ja auch ein wenig zum Fußball schauen hier waren kann man durchaus noch schnell sagen, dass der Kick hier ohne Highlights war. Drei schicke Tore fielen dann noch und dank des nachgelassenem Regen war es auch keine Schlammschlacht. Somit bleibt eigentlich nur zu sagen, dass der Ground geil war, das Spiel ganz nett und drumherum nix passierte. So diente es hier ehr einem kleinem Aufwärmprogramm und da wir ja nach dem Abpfiff hier noch Zeit hatten, hieß es ein Einkaufscenter anzusteuern, mal zu schauen wo es vorher vielleicht schon Karten gibt und natürlich musste auch ein Mittagsbrunch herhalten. So gabs ne packevollen Teller für 35ZL und eine Sprite, denn Bier war glaube erstmal genug im Blut :-D. Aber auch das lag dann irgendwann hinter uns und somit sollte (leider) schon der Abschluss der Tour folgen...




















17.45Uhr: KS Górnik Zabrze - 0:2, I. Liga
Stadion Ernesta Pohla (neu), 10036 Zuschauer (etwa 300 Gäste)
....auf gings also zum Ernseto Pohla, welches nicht nur durch seine Deutsche Vergangenheit von sich reden macht. Nein, ich hätte damals sicher nicht die Schindlerjuden gegrüßt und ich hätte diesen einst so wunderschönen Ground auch nicht abgerissen. Ich denke die Geschichte dieses Clubs übertrifft um Längen das was die heutigen Topteams wie Legia jemals erreichen werden. Zusammen mit ihrem absoluten Feind von Ruch Chorzow erspielten sich diese Clubs aus der schönen Region hier Titel um Titel und sind, wie weiter oben schon erwähnt, eines der größten Opfer des Polnischen Wahns seit der Wahl zum EM Austragungsland. Doch ich muss dazu sagen, es kribbelte dann doch wieder. Spätestens als wir das Auto abstellten, noch ein Pivo schlürften und zur Kasse marschierten. Denn da tauchten plötzlich hunderte Jogginghosenträger mit Haube auf, legten kurzerhand den Verkehr lahm und griffen die einkehrenden Gäste an. Die Cops gingen mit Tränengas und Nebelgranaten dazwischen. Hier scheint ja doch noch was los zu sein! Da hatte man dann doch plötzlich wieder dieses Gefühl sich lieber nicht so auffällig zu verhalten und so gingen wir dann doch lieber zur Kasse, wo ein Kunde mit Torcidamütze aufmerksam schaute was wir so trieben. Egal, der Ausweis musste ja nun trotzdem gezückt werden und da wir ja heute das erste Mal da waren, mussten wir nur 6ZL zahlen. Na wenn das nix is! Dabei hoffte man inständig, dass dies keine Strategie war um Zuschauer anzulocken. Weit gefehlt, ich denke bei der Zahl die hier und heute auftauchte, dürfte das eine Topleistung für die leider nur noch zweite Liga sein. Nun gut, wir hatten die Tickets und zunächst gings an einen Fanshop, der für utopische Preise Klamotten anbot. 80ZL für ein Shirt, wahnsinnig! Aber eine Mütze für mich und meinen Tick sicherte ich mir trotzdem, kam ja nur 30ZL und so fiel ich wenigstens nicht mehr auf :-D Also nix wie rein in den Neubau, der zur EM eigentlich fertig sein und auch ein Spielort darstellen sollte. Blöd nur wenn man mal wieder an Koruption und Dummheit gerät und ganz nebenbei einer ganzen Gemeinde das Geld fehlt um fertig zu werden. So hat man jetzt einen 0815 Bau aus dem Boden gestampft der frei nach Motto der VW Arena in Wolfsburg mit viel Glitzerklimbim umgeben war. Drei Blöcke sind somit fertig gestelle und haben zumindest durch die Beschriftung der Sitzschalen und auch die schiere Höhe etwas leicht Besonderes Nur da wo früher mal die Hauptseite war, steht noch die alte, wunderschöne Tribüne, welche allerdings mit Folienbahnen überzogen ist es keine Karten mehr dafür im Verkauf gibt. Irgendwie hat es doch noch was Leustiges wie in Mitten dieses Temepls plötzlich eine Lücke klafft. Nach Aussagen des Vereins soll irgendwann mal fertig gebaut werden. Wann dies soweit ist, kann man nicht sagen. Mir ist es eigentlich auch wurst, ich würde trotzdem gerne nochmal herkommen, denn alleine die Geschichte dieses Clubs lässt mich Sypathien entwickeln. Ich denke und ich hoffe, dass dieser Club irgendwann wieder an frühere Zeiten anknüpfen kann, bis es jedoch soweit ist, muss man erstmal diese Aufgabe hier bewältigen...und es ging in die Hose. Man hatte mehr Ballbesitz, man war präsenter, man führte die härteren Zweikämpfe und man hatte die besseren Chancen. Doch am Ende stehen zwei Gegentore, eins pro Halbzeit und so ist erstmal Feierabend mit Kampf um die Aufstiegsplätze. Doch sollte man die erste Liga einem Club wie diesem wirklich wünschen? Aus sportlicher Sicht eigentlich schon und so kann man Gornik eigentlich nur alles Gute wünschen. Zum Drumherum habe ich eine kleine Geschichte bereits angeschnitten und ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass durch Verhaftungen die aktive Szene der Torcida draußen bleibt. Aber weit gefhelt, zeitweise die komplette Hintertorseite war am singen. Ohne Unterbrechung und teilweise brachial laut. Allein die Ankündigung der Aufstellung war mal etwas anderes und auch bei einer Schalparade sowie Wechselgesängen stand das komplette Stadion. Nicht auszudenken was wäre, wenn das ganze Stadion voll ist. Aber auch die Gäste überraschten mich. Nicht nur, dass ich mal einen Auswärtsmob von Anfangan zu sehen kriege, auch die Masse von knapp 300 Leuten dürfte nicht all zu wenig für Polen sein. Immerhin sind die Kontrollen und die Überwachung abartig. Jedenfalls wars auch im Gästeblock niemals ruhig, es gab viele Armeinsätze und nach dem 2:0 flogen auch die Hüllen der Herrschaften. Respekt bei den Temperaturen, aber man kennt es ja von sich selbst :-D Insgesamt also war die Veranstaltung dann genau das was ich mir erhoffte und wie schon erwähnt komme ich gerne nochmal her. Einzig die Kielbasa sollte man nicht erwähnen. Im Hotdog Brötchen, lauwarm und schmierig brachte diese mehr als schlechte Wurst einen verstörenden Duft ins Auto während der 600km Rückreise. Denn nach dem Schlusspfiff gings geradewegs ins Auto und trotz eines Staus den Kollege Felix über Wiesen und Felder perfekt umfahren konnte erreichten wir auch ohne weitere Probleme die BRD. Zwar konnte man nach fünf Minuten Heimat wieder ausflippen, aber für dieses Deutschland habe ich ohnhin nur noch Verachtung übrig. Insgesamt war es genau das was ich brauchte. Eine geile Tour mit guten Freunden. Viel Fußball, geiler Mucke, viel Bier und gutem Essen. Ich bin überzeugt, nur so kann ich meinem Leben eine Abwechslung bieten die mich positiv denken lässt und verbleibe mit den Worten: auf die nächsten Touzren meine Freunde!










