ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!
11.02.2017 1. FC Karlovy Vary - FC Viktoria Mariánské Lázně 1:0, Testspiel
Stadion Drahovice, 41 Zuschauer (keine Gäste)
So wie es der Titel dieses Artikels schon sagt, es ging mal wieder in den Schnee. Und man muss schon dichtig einen an der Waffel haben, wenn man diesen Artikel zu Ende liest und sogar noch Verständnis zeigt :-D Aber der Reihe nach...Nach acht Tagen am Stück Knechtschaft hieß es mal wieder langes Frei. Da gibts natürlich nur zu sagen, ab zum Fußball! Und weil ich jeden Tag weniger Lust verspüre das KWS zu betreten und es sich am Ende eh
wieder nicht lohnte, nutzte ich die Gunst des Internetempfanges und stöberte etwas durchs Netz. Doch irgendwie sprach mich nix so wirklich an, ja wenn da Kollege Felix nicht gewesen wäre, welcher mit der Familie inkl. Schwägerin, Mann und Knirps im schönen Karlovy Vary Urlaub machte und natürlich selbst wenig Lust verspürte eine Reise ohne ein Spiel zu vollziehen....Hmm, Zugverbindungen gibt es ja, Geld hätte ich auch und neben einem Spiel im bedeutensten Kurort Tschechiens und Karl des Vierten, könnte ja auch mal wieder eine Klobasa warten, sowie ein Ausflug in die schöne Winterlandschaft....Lange hatte ich da nicht mehr überlegt und Dank der neuen S-Bahn Verbindungen gab es da sogar einen Zug der in Mitten der Freitagnacht in Halle abfuhr und mich bis Altenburg bringen konnte. Also hieß es Freitabend früh zu Bett, und gegen 1Uhr wieder raus. Wenn man da nicht meint einen Dachschaden zu haben? Tz, es geht nach Tschechien, Deutschland nervt ohnehin und der Kopf braucht auch mal wieder etwas Zeit zum abschalten. Also auf gings komplett alleine in der ganzen S-Bahn und in Altenburg wartete bereits meine Verbindung Richtung Zwickau. Auch dort kam ich pünktlich an und weiter ging die Reise Richtung Johanngeorgenstadt, wo der erste dichtige Schnee auch schon einsetzte. Doch Verspätungen oder Ausfälle? Quatsch! Ich schaffte es pünktlich 8.46Uhr In Karlovy Vary zu sein, wo ich mir dann noch etwas die schöne Stadt, die unzähligen Hotels und auch die berühmten warmen Quellen anschaute. Letztere
musste natürlich per Schnabeltasse probiert werden und man muss sagen, schmecken tuts nicht! Egal, die einheimische Bevölkerung füllte sich fleißig die Flaschen und ich bemerkte dann irgendwann wie mir die Zeit davonrannte. Also konnte es jetzt nur heißern 3Km die Beine unter die Arme und ab Richtung Drahovice, wo der Kick des heutigen Tages stattfinden sollte. Die Sonne machte sich dann auch irgendwann bemerkbar und obwohl der doch recht zahlreiche Schnee keine Fußwege erkennen ließ, konnte ich ohne Personen und Blechschaden den Berg erklimmen, auf dem das Stadion zu finden war. Mit schwerem Rucksack, nach Pivo und Klobasaeinkauf für zu Hause, sollte das doch bitte nicht immer die Normalität sein, ein Sauerstoffzelt brauchte ich aber dennoch nicht und erreichte das Stadion gut zwanzig Minuten vor dem Anpfiff. Felix und Family waren noch nicht da, also nutzte ich einen kurzen Abstecher in das Innere, um zu schauen, ob denn hier überhaupt gespielt wird....Siehe aber da, es machten sich beide Teams warm und es liefen mir dann sogar noch ein paar Jungs mit Trommel über den Weg. Na wenn das nix is...So trudelte dann auch der Rest der Bande ein und gemeinsam enterten wir das Stadion, welches durch die Schneemassen fast gar nicht erkennbar war. So räumte man hier wohl den Kunstrasen und schob den Schnee einfach auf die Tribüne, welche sich, mit Sitzbänken und einem Dach ausgestattet, über die ganze Gerade erstreckt. Hübsch! Die Gegengerade beinhaltet ein paar Stufen, welche aber nicht zu finden waren. Einzig die Wellenbrecher stachen aus dem Schnee und hinter den Toren befindet sich kein Ausbau. Insgesamt ein recht netter Ground mit einem Kunstrasenplatz, welcher sicherlich auch mal für Punktspiele genutzt werden könnte. Auch so hat man in dieser Stadt ja noch einen größeren Ground, welcher aber nicht mehr genutzt wird. Schade eigentlich und schade eigentlich auch was das Interesse für diesen Verein betrifft. Ich meine diese Stadt gehört mit zu den Größten im Land, ist durch seine Vergangenheit recht berühmt und zudem investieren hier viele Geschäftsleute in den Tourismus. Wenn man es so will, gehört dieser Club in die erste Liga! Ich bin überzeugt, so würden dann auch die Zuschauer kommen und Dank des relativ großen Reichtuhms der Region wären sogar die finanziellen Begebenheiten da. Doch hätte, wäre, wenn gibts nicht. Die Realtität heißt vierte Liga, wo man zumindest mal den Tabellenführer mimt. Die Gäste bespielen zudem die selbe Liga und so konnte man von Anfangan davon ausgehen, dass man ungefähr das gleiche Leistungsniveau hat. So war es dann auch, denn große Chancen bei schwer bespielbarem Untergrund waren eigentlich nicht wirklich da. Das 1:0 fiel bereits in der vierten Minute und auch so war es ehr ein Geschiebe als ein Fußballspiel. Aber so richtig interessiert hat es sicherlich keinen der Zuschauer, was mich dann ehr interessierte war der Heimmob auf der Tribüne. Da haben es tatsächlich ein paar Jungs der Torcida für nötig gehalten ihr Team auch bei einem sinnlosen Testspiel 90min zu unterstützen und weil dem noch nicht genug war, flogen in regelmäßigen Abständen Böller durch die Gegend und ein paar Fackeln erhellten den Schneehimmel kurz vor Schluss. Na wenn das nix is! Doch aber irgendwann war dann trotzdem Schluss, die Fans beschmissen sich noch etwas mit Schnee und feierten ihr Team, während wir es bevorzugten ins Auto zu springen und mal eine Klobasa zu futtern. Auch Pivo gabs nur per Selbstversorgung und weil man bei den paar Hanseln auf den Rängen keine Kneipe aufmachte, musste eben eine überteuerte Imbissbude auf dem Wochenmarkt herhalten. Altes Brot, kalte Wurst und null Geschmack, sowie 70Kc im Preis. Oha! Da war es ja noch gut, dass wir nach einem Abstecher in die Unterkunft der Bande die Reifen auf Asphalt rollen ließen und ins benachbarte Nove Hamry machten. Hier gabs was orgedntliches zu futtern. In ner hübschen Vereinslokalität und nicht nur die Kellnerin war eine Augenweide, sondern auch die Natur. Also ließen wir es uns nicht nehmen noch etwas mit den Kids rodeln zu gehen und sich noch einmal wie ein Achtjähriger zu fühlen. Herrlich! Als dann aber die Sonne unterging, hieß es den Weg zum Bahnhof einzuschlagen und nach einem letzten gemeinsamen Pivo am Gleis verabschiedete ich mich von allen und bestieg den Zug, welcher mich direkt bis Zwickau zurückbringen sollte. So konnte man halt noch etwas die Klüsen schließen und ich musste dabei aufpassen nicht zu tief zu ratzen. Denn beinahe hätte ich den Anschluss Richtung Halle verpasst, konnte ihn aber noch erwischen. Am späten Abend erreichte ich dann auch die Saalestadt und nach kurzer Tramfahrt erreichte ich meine Bude, meinen Hund und mein Sofa. Ich muss sagen, genau das habe ich gebraucht. Einfach mal wieder alles vergessen, unterwegs sein, Freunde um sich zu haben, Fußball zu schauen, köstlich speisen und nicht zuletzt mal wieder ins gelobte Land zu reisen. Danke dafür, Grüße an alle Beteiligten und Sport frei!














