ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!
11.11.2017
10.30Uhr: SpG Miersdorf/Zeuthen/Wildau U15 - BSC Preussen 07 U15 3:4, Landesklasse Brandenburg Süd
Sportplatz Wüstemarker Weg, 27 Zuschauer (8 Gäste)
....zum Fußball zu gehen? Genau, denn man hat frei, der Freitag war zum entspannen und hätte Kollege Felix nicht doch noch Zeit für mich gefunden, wäre ich wahrscheinlich auch faulenzend auf dem Sofa vergammelt. So stands dann nach einigem Hickhack doch noch fest,

wir machen heute nen Doppler in Brandenburg. So solls neben einem Pokalspiel den zweiten Versuch in Miersdorf/Zeuthen geben um den netten Ground der Eintracht zu besuchen und trotzdessen, dass es nur ein U15 Kick ist, wir machten uns auf den Weg um den Tag noch etwas abrunden zu können. Also gings gegen Acht mit dem Auto Richtung Preußen und dem sinnlostesten Bundesland, welches die Bananenrepublik zu bieten hat. Doch Politik, Menschen und Umgebung sind mir eh egal, für mich zählen heute nur die Grounds und die wiederum hat man in dieser Region massig. So kamen wir nach nem kurzen Verpflegungsstop auch pünktlich zum Kickoff und heute gab es keinen Unfall der Gäste oder irgendwelchen Unsinn, der den Anpfiff verhinderte. Die Spieler sind vom Aufwärmen gerade in den Kabinen verschwunden und so gings kostenlos auf das Gelände, welches eine der genialsten Tribünen beheimatet, die ich seit Langem zu Gesicht bekommen habe. So hat sich also irgendwer mit nem Sponsor zusammengetan und aus ner alten S-Bahn und ein paar Haltestellen eine Tribüne zusammengezimmert. Ein paar Klappsitze sowie Fenster und ein Dach ist ebenso vorhanden, wie auf der Hintertorseite das heimliche Reich eines Edelfans oder auch Platzwartes. Wer weiß...Jedenfalls gibts da ne Kaschemme mit Wimpeln, alten Postern, Klamotten, Schrott und auch genialen Andenken. Ein echter Fan halt. Ansonsten bietet der

Ground hier nix weiter außer Natur und somit dürfte dieser Brandenburgligist hier einen echten Anzugspunkt für Gleichgesinnte darstellen. Einen Imbiss fand ich dann auch noch, bis auf Kaffee gabs hier aber nix und so musste der Eigenbedarf in Form eines Tschechnimports herhalten um das Gemüt zu verpflegen. Mehr muss es dann eigentlich auch nicht sein, was man hier verlieren muss und so kann man getrost auch zum Sportlichen übergehen. Hierbei sei mal erwähnt, dass die Elterm am Rande doch zunächst mal einen Benimmkurs belegen sollten, bevor sie ihre Kiddies zum Spiel begleiten. Einer hat es dabei besonders auf den Schiri abgesehen, welcher aber eigentlich eine souveräne Partie ablieferte. Da sind es dann halt die heimischen Spieler, die selber an ihrer Niederlage Schuld sind. Der Gast führte zwar zur Pause mit einem späten Tor, doch konnten die heimischen Kicker das Ergebnis auf 3:1 drehen. Wenn

man dann aber in 20 Minuten das Spiel abgibt, und sich drei einfängt und das obwohl der Gast bereits so verzweifelt war und sogar den Keeper wechselte, dann muss man sich schon die Frage gefallen lassen was da wohl schief gelaufen ist. Jedenfalls war der Sieg des Gastes nicht ganz unverdient, schließlich behalf man sich auf Heimseite irgendwie nur noch mit holzen und langen Bällen sowie Fehlpässen statt das Ergebnis zu verwalten. Aber nun ja, auch das ist Fußball und so richtig Bock den Hafer weiter zu beschreiben habe ich eigentlich auch nicht. So kann man sagen, jawoll, das Teil ist auf der Liste, mehr aber auch nicht und mit dem abpfeifenden Schiri traten wir auch den Weg Richtung Parkplatz an. Schließlich gabs noch einen zweiten Kick, der zwar nur ne halbe Stunde entfernt stattfindet, wir uns aber schon im Vorfeld über ziemlich großen Bullenfasching informiert haben. So bestiegen wir also das Auto und auf gings Richtung Ludwigsfelde...





















13.00Uhr: Ludwigsfelder FC - FC Energie Cottbus 1:3, Brandenburgpokal
Waldstadion, 1013 Zuschauer (etwa 300 Gäste)
...dort angekommen hieß es dann erstmal nen Parkplatz suchen. Der ist quasi am Gästeblock auch gefunden worden, wo einen die Zivis schon beäugten und man die Fragezeichen auf ihren Köpfen sah, als sie unser Nummernschild sahen. Naja Groundhopping ist halt nicht

überall bekannt oder auch beliebt, wäre nicht das erste Mal wenn man in Brandenburg dumme Fragen gestellt bekommt :-D Aber was solls, das Auto war geparkt und da wir den Gästeblock ja nun nicht betreten wollten, geschweige etwas mit diesem Club aus Randpolen zutun haben, hieß es das Stadion weiter zu umrunden und da die ausverkaufte Tribüne keine Karten mehr inne hatte, hieß es 6 Euro für den Studenten *hust* abdrücken und ein nettes Schild vor die Nase gehalten zu bekommen, dass eine bestimmte Fangruppe aus Cottbus (Inferno Cottbus und Co) nicht erwünscht ist. So war der erste Lacher schon geschehen und es ging damit weiter, dass ein Sicuritymitarbeiter sich dafür entschuldigte mich jetzt kontrollieren zu müssen "die Cops schauen mir heute auf die Finger" :-D Herrlich, normalerweise scheint es bei diesem Verein hier also egal zu sein ob man etwas Verbotenes mitbringt...Etwas Verbotenes hatte ich aber nicht dabei, also gings rein und auf ne kurze Runde um das hübsche Stadion. So hat man eine überdachte Tribüne, die erst vor kurzer Zeit aufgehübscht wurde und auf der Gegengerade finden sich noch alte Stufen und weiße Bänke aus dunkelster DDR Zeit wieder. Hinter den Toren ist nur Wiese und die Zäune erinnern auch stark an sperrliche Abgrenzungen zwischen Ost und West. Insgesamt will man aber genau das hier sehen, leider aber nicht den Andrang

an der Grillbude. Schon 20 Minuten vor dem Spiel war der erste Schwung Würste weg und ich hatte ehrlich gesagt heute keinen Bock mich an die 50m Schlange anzustellen. So gabs halt nur Bier aus dem Zapfhahn für krasse 3Euro. Naja, wenigstens schmeckte es einigermaßen und die Bedienung war hübsch. So war dann auch das erledigt, die Bilder waren gemacht und das man hier heute ein paar Hopper antrifft, war sicherlich klar, denn so ironisch sich das auch anhören mag, Cottbus ist schon ehr ein Magnet als das was sonst so in der Verbandsliga mitspielt. Daher gehen Grüße nach Dresden und Erfurt und bevor ich nicht mehr weiß was ich dazu noch schreiben soll, kann man ja noch ein paar Worte zum Sportlichen und zum Drumherum verlieren. Das Spiel war zunächst etwas zerfahren und die Cottbusser um die Ex halleschen Antifußballer Tim Kruse und Marcel Baude, stießen auf eine enge Verteidigung der Ludwigsfelder. Da musste es eben erst der Schiri sein, der mit einer strittigen Entschedung das Spiel weiterlaufen ließ und Cottbus so zur Führung kam. Ein Elfer kurz darauf sorgte dann aber für keine Diskussion, berechtigter geht halt nicht. So ist der Regionalligaprimus aus der Nordoststaffel mit zwei Toren Vorsprung in die Halbzeit gegangen und kassierten in der zweiten Hälfte prompt den Anschluss. So wurde es nochmal spannend, eine überflüssige rote Karte und ein sauberer Konter führten dann aber zum 3:1 und zur Entscheidung. Verdient war der Sieg aber allemal, denn nach vorne brachte Ludwigsfelde einfach zu wenig und irgendwann war dann eben auch die Luft raus. Auf den Rängen aber sah es da ein wenig anders aus. Der sogenannte Harte Kern auf der Haupttribüne brachte eine nette Chroreo, bestehend aus rot-weißen Bahnen und einem großen Doppler inkl Schwenker. Hübsch und eigentlich etwas überraschend für mich. Dazu gabs während des Spiels etwas Singsang und Gepöbel feinster Sorte. Die Gäste waren hingegen eigentlich nur körperlich anwesend. Ein paar Zaunis schmückten den Zaun und ein paar Kutten pöbelten etwas rum. Dazu haben die Tussis mit ihren Bälgern mehr Radau gemacht als die paar Ultras, die zwar anwesend waren, aber nichts rüberbrachten. So besinnte man sich ehr aufs saufen und Fußball schauen, aber ist eigentlich auch ok so. Viel erwartet hatte ich eh nicht. So kann man aber trotzdem insgesamt von weitaus mehr reden als das, was in der Liga sonst hier so los ist. Das Spiel des Jahres ist für Ludwigsfelde vorbei und nach dem wir uns von bekannten Gesichtern verabschiedet haben, gings auch gleich zum Auto und zurück in die Zivilisation. Dort kamen wir zum frühen Abend auch an und insgesamt wars dann doch noch ein netter Tag, den ich nicht im Bett sondern beim Fußball verbringen konnte. Ich denke so gehört sichs auch und vielleicht komme ich in diesem Jahr ja doch noch auf meine hundert Spielchen...Sport frei!













