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ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!

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ein Tripler in Prag und Umgebung

1.10.2011 FC Bohemians Praha 1905 B – FK Dukla Praha B – 0:2, Devize Skupina A

   

Dolicek Stadion, 157 Zuschauer (ca. 15 Gäste)

 

100_1440.jpgMeine letzte größere Reise liegt schon einige Monate zurück. Viele Faktoren sorgten auch dafür, dass keine Abwechslung rein kam. Doch nun war Schluss und ich nahm die Gelegenheit wahr um mal wieder eine kleinere Reise ins schöne Tschechien zu machen. So ging es also für mich mit dem Zug nach Dresden wo man in aller Frühe ankam und die drei Kollegen inkl. Dame begrüßte ehe es mit Tempo nach Prag ging. Erster Kick des Tages sollte im Dolicek stattfinden, welchem ich nun auch schon ein ganzes Weilchen hinterher renne. Mal war man krank, mal landete man mit Totalschaden in der Leitplanke, doch dies lag hinter mir. Mit dem Anpfiff passierten wir also die Tore für ganze 50 Kronen und verpassten glatt das 1:0. Denn es hieß erstmal Frühstücken und die erste Klobasa des Tages fand den Weg in die Bäuche, kann man hier nur empfehlen. Nach dem ich einigermaßen gesättigt war bestaunte ich das Schmuckkästchen und fragte

mich schon wie es hier mal möglich war erste Liga zu spielen. Natürlich aber ließen die vergammelten Stehtraversen und auch die recht große, überdachte Tribüne mein Herz höher schlagen. Hinter einem Tor hatte man dann noch ein paar Sitzgelegenheiten und ne große Anzeigetafel sowie vier Standartmasten welche für Erleuchtung sorgen. Schick war auch das Museum direkt hinter der Tribüne und auch das weibliche Publikum wusste zu entzücken ;) Wie schon erwähnt, verpasste man das 1:0, konnte aber noch das 2:0 und den damit verbundenen Endstand verfolgen. Bohemians tat eigentlich gar nichts und dezimierte sich auch noch selber in dem man es tatsächlich auf die Reihe bekam zweimal ne gel-rote Karte zu kassieren. Lustig hierbei war der Schiri dem es offensichtlich immer schwerer fiel die Namen auf seiner Karte zu lesen welche man bereits verwarnte. Der Rasen spielte hier auch ehr die Rolle eines Kuhstalls und Dukla machte eben auch mehr. So verliert man halt dieses Spiel. Viel mehr war hier auch nicht mehr los und nach Abpfiff ging es auch gleich weiter den Berg Richtung Strahov hinauf.

1.10.2011 AC Sparta Praha - 1. FC Slovácko (U19) 1:1, ČPP liga

   

Strahovský Stadion, 107 Zuschauer (ca. 12 Gästevatis)

 

Wir sind angekommen am einst größten Stadion der Welt. Hier passten über 200.000 Seelen rein und es wurde gebaut für den sozialistischen Wahn sowie größere Sportveranstaltungen. Heute befinden sich eben 8 Fußballplätze inkl. Der Geschäftsstelle von Sparta in Mitten dieser fetten Tribünen, die seit dem Erbau nie verändert wurden. An allen Ecken wuchert das Gras und der Beton bröckelt. Egal für einen Hopper ist diese Adresse Pflicht! Ich versuchte schon einige Male dieses Schmuckstück bei einem Spiel zu besuchen, doch

Gelegenheit fand ich nie oder ich hatte einfach nur Pech und kam zu spät. Doch wie beim Ground davor war es nun auch für mich an der Zeit. Wir parkten das Auto also etwas außerhalb und bestaunten noch die Idylle der Stadt ehe es kostenlos ins Innere ging. Etwas schade, dass man nicht noch die Geschäftsstelle betrat, denn so hätte man sich noch ne Liste der Aufstellung unter den Nagel reißen können und hätte am Ende wenigstens so was wie eine Eintrittskarte gehabt. Schade. Bevor es nun losging begrüßte man noch drei bekannte Erfurter und die Veranstaltung mutierte dann zum Kaffeekränzchen unter der Mittagssonne. Viel verpassen vom Spiel konnte man ja eh nicht, denn Sparta tat nichts und Slovácko wollte anscheinend nicht. So ging ein ehr müde wirkendes Spiel mit 1:1 aus, welches beiden nicht wirklich weiter hilf. Nach Abpfiff ging es genüsslich zurück zum Auto und es wurde erstmal ein Tesco angesteuert. Hier deckten wir uns gut ein mit Speis und Trank ehe es die 60km weiter Richtung Pribram ging.

1.10.2011 1. FK Příbram – AC Sparta Praha 0:3, Gambrinus Liga

 

Stadion Na Litavce, 6621 Zuschauer (um die 2500 Gäste im ganzen Stadion)

 

Nun startete der letzte Kick des Tages. Mit dem Auto erreichte man die guten und kostenlosen Parkplätze ehe man schon den ersten größeren Spartamob sichtete. Für 120 Kronen inkl. Programm und ohne Kontrolle betraten wir nun den schicken Ground ehe es wieder einmal zum Grillstand ging. Die Klobasa hier erinnerte aber eher an eine Bockwurst im Harzer Gefilde als an eine Tschechische Wurst und so beließ man es zunächst beim Erkunden des Stadions. Die Kiste bietet zwei überdachte Tribünen sowie einen großen Hintertorbereich der für die Gäste da war. Hinter dem anderen Tor existiert kein Ausbau, allerdings schmücken 4 schöne Masten das Areal. Insgesamt ist das schon ne sehr schicke Kiste, wenn da nicht dieser komische Kommerzname „Adidas-Arena“ wäre welchen ich eigentlich aus Prinzip schon gar nicht in der Überschrift erwähnen werde. Traurig, dass es auch in Tschechien immer mehr Einzug erhält, das Schreckgespenst moderner Fussball. Schlimm. Wie dem auch sei, der Fussball der hier gespielt wird ist mindestens genau so grausam und deshalb schon charmant. Sparta die ohne Punktverlust die Tabelle anführten zeigten in diesem Spiel auch warum. Die Gastgeber konnten zu keiner Zeit etwas ausrichten und man war mit dem 3:0 Endstand bestens bedient. Zwar brauchte es einen Elfer um Sparta auf die Siegerstraße zu führen, aber ich bin überzeugt früher oder später wäre es auch so gelungen. Was der Erfolg „anrichtet“ sah man am mitgereisten Publikum. Zwar sind es eben nur die 60km aber von Sparta hatte ich nie einen vergleichbaren Haufen gesehen. Zwar tummelten

sich viele im weiten Rund und der Gästeblock war „nur“ mit ca. 1000 Leuten gefüllt. Allerdings stand man wie eine Wand hinter der Mannschaft und selbst die üblichen, meist langweiligen Spartarufe kamen brachial rüber. Nahezu 90% waren beteiligt und nach einer Art Choreo streifte sich fast jeder einen roten Regenmantel über. Die anwesende Feuerwehr ließ erahnen was das nun sollte und eine Fackel sowie etwas Rauch erblickte das Licht der Welt. Schade, dass es nicht mehr Fackeln waren aber die Feuerwehr hatte eh bereits den Schlauch bei der Hand und tauchte den Gästeblock in Löschwasser. Dies ist auch so ein Phänomen welches es in Osteuropa zu früheren Zeiten ebenfalls nicht gab und eigentlich auch zeigt in welche verrückte Richtung man hier langsam abdriftet. Aber nun gut. Zum Schluss zeigte man im Gästeblock noch blau-gelb-rote Luftballons, welche durch die Mäntel jetzt nicht so dolle rüber kamen aber immerhin bekam man was geboten. Dies war mit riesigem Abstand das Beste was ich von Sparta jemals sah und ich bin gespannt ob man dieses Niveau halten kann. Die Heimfans vernahm man eigentlich nur durch einige Trommelschläge sowie ein paar Rufe und das obwohl man direkt daneben saß. Schade. Insgesamt aber alles sehr nett und mit dem Abpfiff verließen wir das Stadion. Nun ging es zurück nach Dresden und für mich zum Zug, der mich in die Saalestadt zurück bringen sollte. An der Grenze hatte man dann noch den kleinen Schockmoment als wir von den Bullen rausgezogen und zur Standartkontrolle gebeten wurden. Trotz frustrierte Cops und dämlichen Antworten erreichte ich den Bahnhof aber rechtzeitig und pünktlich ging es zurück, denn schließlich hatte ich den Tag drauf die nächste Reise geplant.   

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