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ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!

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ein Wochenende im tiefsten Tschechien

11.06.2011

10.15Uhr Fotbal Frýdek-Místek - 1.HFK Olomouc 2:1, MSFL

Stadion Stovky, 250 Zuschauer (6 Gäste)

Endlich kam das Pfingstwochenende und es sollte das vorübergehend letzte komplette We sein, welches ich durch meinen neuen Job komplett nutzen kann. Im Vorfeld bleibt zu erwähnen, dass es beinahe ins Wasser gefallen ist, da es einige Leute ja für nötig halten zuzusagen, um dann auf zum Teil hinterhältige Art und Weise abzusagen und man den Rest mit den Spritkosten alleine lässt. Es gibt aber doch noch Erlösung für die guten Menschen und so bekam man die Karre mit einem weiteren Kollegen aus Reutlingen und ner Mitfahrgelegenheit von

Dresden nach Katowice auf den wirklich allerletzten Drücker voll. Aber nun zum Wesentlichen...Erstes Ziel der Reise war Frýdek-Místek wo man zwar kaputt aber glücklich und pünktlich ankam. Die Zeit drängte und es ging ohne weiteren Blick nach hinten zum Stadion. Der Ground besteht aus einer großen Tribüne mit blauen Sitzschalen. Die Gegengerade bietet ein paar Stufen, genauso wie eine Seite hinterm Tor. Das andere Tor hat

noch mal zwei Stufen und dahinter grenzt dann der auch sehr idyllische Nebenplatz samt Tribüne. Für 40 Kronen gabs dann noch eine kleine Karte plus Programm. Insgesamt genau mein Geschmack die Kiste und ich frage mich immer wieder wieso solche Klubs nicht weiter oben kicken, naja...Das Spiel war am Anfang sehr einschläfernd. Man merkte kaum, dass es für die Gäste noch um den Aufstieg in die zweite Liga ging. Trotzdem schaffte man es per sehenswerten Spielzug das 1:0 zu markieren und man bestimmte nun die Partie. Warum man das Spiel in der zweiten Hälfte aber aus der Hand gab und nur noch die Heimelf spielte, bleibt wohl deren Geheimnis. So konnte Frydek erst ausgleichen und dann das Spiel komplett drehen. Auch wenn man einen Elfer dazu benötigt hat, bleibt der Sieg am Ende doch in Ordnung. Olomouc machte Opava dadurch kampflos zum Aufsteiger, was denen sicherlich auch recht sein dürfte. Stimmung auf Heimseite war durchaus vorhanden, allerdings etwas seltsam anzuschauen. Ein kleiner Haufen machte sich auf der Gegengerade breit und ein weiterer hinterm Tor. Dazu sah man ein paar Zaunfahnen und zum Teil echte Motorheadfreaks am brüllen, sehr lustig. Warum man sich jetzt aber bei so einer kleinen Masse auch noch auf zwei Blöcke verteilt frag ich mich schon. Potential hier richtig was aufzuziehen wäre durchaus vorhanden. Die Klobasa hatte hier und heute die aus Litvinov abgelöst und war die leckerste die ich jemals gegessen habe, ich gehe sogar so weit zu sagen, dass ich nur für diese Wurst noch mal herkommen würde. Einige machten sich noch am Shop der heimischen Fans zu schaffen und dann ging die Reise auch schon weiter. Insgesamt nen recht cooler Auftakt der Tour. Netter Kick, nette Leute und ne leckere Wurst. Wir hatten noch etwas Zeit und wir machten einen Abstecher nach Polen um das KZ in Auschwitz zu besuchen. Nach einer mehr oder weniger erfolgreichen Lehrstunde über deutsche Geschichte fragte man sich trotzdem wie man für ein Mahnmal 10 Euro Eintritt nehmen kann. Naja auch in Polen scheint man auf den Trichter gekommen zu sein die Touristen abzuzocken, eindeutig beweisen tun das die hübschen blonden Parkplatzzuweiser. Da bekommt man nämlich erst hinterher gesagt dass es Geld kostet. Nun gut man war ja wegen Fussball in diesen Gefilden und man musste ja auch nicht alles löhnen…

16.30Uhr MFK Havírov - TJ Sokol Lískovec 6:1, Devize Skupina E

Stadion Dukla, 300 Zuschauer (4 Gäste)

Pünktlich kamen wir am nächsten Ground an. Ein echt gammliges Viertel hier. Überall abgefackelte Mülltonnen und Penner die im Speisemüll kramen, sehr bitter wenn man diesen fetten Ground betrachtet der hier mitten im Elend zu finden ist. Das Stadion ist die Ausgeburt des Wahnsinns. Im Nichts ragen zwei fette Tribünen heraus. Die Haupttribüne ist eine riesige Stahlkonstruktion mit Dach und ausklappbaren Bänken wo sicherlich zuletzt vor 20 Jahren einer gesessen hat. Der Staub und Dreck war dermaßen krass, dass man sich gleich die Klamotten einsaute und ich fragte mich noch am Anfang warum sich jeder nen Stapel Zeitungen mit auf die Tribüne nimmt. Die Gegengerade bietet genauso ein durchgehendes Dach und ausklappbare Sitze und hinter beiden Toren findet man einige Stufen mit Wellenbrechern, die sicherlich nicht mal der stärkste Sturm umhaut. Eines der geilsten Hütten die ich persönlich jemals gesehen habe. Für 30 Kronen bekam man leider nur ne Abrisskarte und kein Programm. Dafür war hier aber

die Verpflegung genauso gigantisch wie beim vorherigen Kick und man konnte sich auf das Spiel freuen. Vorher liefen uns noch einige andere Kollegen aus Lev, Gladbach und Essen übern Weg welche sich wohl die Nacht etwas zu sehr um die Ohren geschlagen haben müssen(;)). Die Jungs hatten zum Teil dieselbe Tour auf den Plan und man kam ein bissl ins Gespräch. Das Spiel um Längen besser als das davor. Die Heimelf machte sofort Dampf und führte zur Halbzeit zwar nur mit 2:0, Chancen um das halbe Dutzend voll zu machen waren aber da. In der zweiten Hälfte kam es zum 3:0 ehe der Gast die Chance für den Anschluss hatte, den Elfer und die Überzahl aber kläglich liegen ließ. Es war nur noch eine Frage der Höhe und so fielen die Tore wie Tonscheiben beim Schießwettbewerb. Wir mussten den Kick etwas früher verlassen, weil die Verkehrsbedingungen und auch das Navi verrieten, dass wir den nächsten Kick sonst nicht pünktlich ereicht hätten. Auch so ist ja zum Glück nichts weiter passiert und das 6:1 blieb bis zum Ende bestehen. Zu erwähnen ist noch, dass sich auf Gegengerade ein paar Herrschaften breit machten, welche etwas mit Tröten und Trommeln hantierten. Ansonsten kam so was wie Support nicht in unsere Richtung. Richtig fett die Veranstaltung hier und ich muss es wieder erwähnen, ich finds schade dass solche Klubs und auch Plätze nicht im obern Bereich zu finden sind. Nach dem man sich hier aber verabschiedet hat und der Penner bereits ein Auge auf unsere Bierflaschen warf, sind wir lieber weiter gezogen zum letzten Kick des Tages…

18.30Uhr FK Fotbal Trinec FK Baník Most 1:2, Druha Liga

Stadion Rudolfa Labaje, 654 Zuschauer (6 Gäste)

Wir erreichten den Ground geradeso und ich muss sagen ich war etwas enttäuscht, dass nicht im großen Metsky Stadion gespielt wurde. Zwar baute man dieses um und der Charme ist seit dem Abriss der Masten dahin, aber dennoch ist es bei weitem geiler als der eigentlich besuchte Ground. Der Grund liegt auf der Hand. Es war nur eine Tribüne vorhanden. Links und rechts fand man noch Stufen mit Sitzbänken. Mehr war leider nicht vorhanden. Man kam weder hinter die Tore noch auf die Gegengerade und so musste man auch einen witzigen Gästekäfig ganz rechts außen anfertigen, welcher aber trotzdem denselben Eingang hat. Wenigsten bekam man für 45 Kronen eine endlich mal schöne Eintrittskarte und ein Programm. Das kulinarische Angebot war sehr umfangreich und vom Burger bis zur Klobasa war natürlich alles vorhanden. Das Spiel fand ich persönlich ganz gut. Trinec drückte etwas mehr, hatte auch die besseren Chancen, vergab aber einen Riesen nach dem anderen. So ging man zwar gegen Ende der ersten Hälfte in Führung, bekam aber prompt den Ausgleich. Gegen Ende des Spiels gabs dann die typische Frasenschweinlehre. Wer seine Chancen nicht nutzt...und so gewann Most per Konter und konnte sich dem noch möglichen Abstieg entziehen. In der total verdreckten Stahlarbeiterstadt findet man ebenso verlauste Gestalten auf der Tribüne. Ein

Wodkaglas nach dem anderen ging durch die Reihen und einige der Herren schafften es nicht mehr beim klatschen den Takt zu halten, sehr asozial hehe. Trotzdem brachte man gute Stimmung unters Volk. In der Mitte sammelte sich ein zehnköpfiger Haufen mit Trommel zusammen und supportete im sitzen, wie witzig. Rechts lag noch eine große Blockfahne auf den Stufen und so kann man sagen ist es nicht das Schlechteste was man in der zweiten Liga findet. Die Gäste steckte man mit sechs Mann in den Käfig außen. Diese hatten drei Zaunfahnen dabei und ne Trommel. Man versuchte etwas Stimmung unters Volk zu bringen, was natürlich mit dem Haufen ehr lächerlich rüberkam. Viel ist hier eigentlich nicht mehr passiert und es bleibt zu sagen um so höher die Liga umso schlimmer die Grounds so scheint es. Trotzdem ne ganz vernünftige Veranstaltung und nun hieß es den Tag ausklingen zu lassen. Wir entschieden uns in Trinec zu nächtigen, was sich aber als sehr schwierig herausstellte. Erst fand man ein Hotel was von außen dem Einsturz nahe wirkte, man innen aber ein Kempinskyartiges Haus vorfand. Natürlich zu teuer und über eine Jugendherberge welche aus besoffenen Pagen, gammlige Knastzimmern und einem überfüllten Klubraum bestand und auch noch zu hatte am Wochenende, kam man in einem Hotel fürn Zehner unter welches eigentlich nur ein Plattenbaublock ist und die Wohnungen vermietet werden. Auf dem Balkon und später auf ner Holzbritsche ließ man den Tag ausklingen. Mit Wüstchen und Bier machte der Abend Spaß, ins Bett musste ich trotzdem, denn ersten hatte ich kein Auge zugemacht und zweitens musste man früh raus…

12.6.2011

10.15Uhr SK Unicov - SK Spartak Hulín 1:1, MSFL

Stadion SK Uničov, 200 Zuschauer (12 Gäste)

Der nächste Morgen ist angebrochen, unter Krampf bekam man seinen Körper hoch und die Tour sollte seine Fortsetzung in Unicov finden. Dank Verkehrsproblemen und anderen misslichen Umständen, erreichten wir den Ground mehr als spät, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Der Ground besteht aus einer Tribüne mit fünf Stufen, Sitzbänken und in der Mitte mit Sitzschalen. Dahinter wieder ein schöner Plattenbau und einiges an Müll. Auf der Gegengerade hat man noch mal ein par Stufen ansonsten findet man nur einen Graswall. Für 30 Kronen bekam man eine kleine Karte und fand ja wohl den geilsten Futterstand vor den ich bis dahin sah. Fisch am Spieß, Klobasa aus dem Räucherofen, das Leben ist schön hehe. Zum Spiel kann man nicht ganz so viel sagen, denn wir hatten ja bereits schon einen Großteil sowie das 1:0 für Unicov verpasst. Mitbekommen haben wir noch den Ausgleich und die klar besser agierenden Kicker der Heimtruppe. Es reichte nur zum Unentschieden was aber beiden Teams egal gewesen sein dürfte. Stimmung gab es keine und auch so hat sich zumindest die Stimmung des Wettergottes umgeschlagen. Genau zu der Zeit wo man mal etwas Kultur hätte erleben können, öffnete sich der Himmel. Das Ergebnis waren überflutete Straßen und Blitzschlag. Für uns aber kein Problem, hieß es doch eh erstmal eindecken mit Getränken und anderen Utensilien. Als die Sonne draußen war, verspürte ich den Drang in einen See springen zu wollen und so machten wir uns vorm letzten Kick auf einen in der Landkarte verzeichneten Tümpel zu finden. Was man vorfand war ein sehr idyllischer See mit viel Geflügel welcher sich aber als Fischzucht herausstellte. Somit wars nichts mit dem rein springen und nun weiß man auch wo die ganzen Fische am Spieß herkamen hehe. Der letzte Kick der Reise sollte dann anstehen und es ging weiter Richtung Ground von Zabreh…

16.30Uhr SK Zábřeh - Slezsky FC Opava 1:3, MSFL

Mestky Stadion Zábřeh, 350 Zuschauer (etwa 150 Gäste von Opava und Slask)

Der Ground besitzt eine schöne Tribüne mit Sitzschalen und auf der Gegengerade hat man absolut vergammelte Stufen sowie ne richtig geile Anzeigetafel. Hinter beiden Toren befindet sich nichts außer Laufbahn und Wurfgruben, da das Teil wohl sonst für Leichtathletik genutzt wird. Ein Karussell war ebenso aufgebaut 100_1023.JPGwie zwei Futterbuden. Hier konnte man entscheiden zwischen Klobasa von Grill oder aus dem Ofen. Der Fisch war genauso wieder vorhanden also bestätigt sich die These, dass dieser aus der angrenzenden Fischzucht stammt. Für 35 Kronen Eintritt bekam man ne kleine Karte und ein Programm. Mir gefallen zumindest die Tribüne und auch die gammligen Stufen. Ansonsten ist mir das alles zu weit vom Feld weg. Das Spiel bestimmte Opava klar und man ging schnell 2:0 in Front. Angetrieben vom Hintergedanken dass man eh schon aufgestiegen ist, dürfte noch mehr dazu beigetragen haben dass man das Ding ohne Probleme nach Hause schaukelte. Auf Heimseite fand man einen kleinen sechsköpfigen Haufen auf der Tribüne, welcher ein bissl trommelte und ein paar Rufe Richtung Platz abließ. Lächerlichste Figur hierbei war ein 14 Jähriger Bengel mit Ultras Shirt und der gaaaanz dringend einen Frisör benötigt. Die Gäste rückten zum Teil mit

Freundschaftsshirts von Wroclaw und Opava an. Unter den Polen fanden sich zum Teil sehr finstere Gestalten ein und auch monströse Weiber die man nur an den Brüsten erkannte. Mit riesen Schultern und zugehackten Beinen und doch sehr sufffreudig ließ man sich auf der anderen Tribünen Seite nieder. Die Weiber supporteten zum Teil lauter als die Opavafans was ich zum Teil sehr eklig finde, denn man bekommt die Piepsstimmen doch noch mit auch wenn das Kerle im Frauenkörper waren. Nichts desto trotz war der Auftritt von Opava geschlossen und laut. Zu beginn gabs ein paar Wurfschlangen und gegen Mitte der zweiten Halbzeit waren blaue und gelbe Luftballons zu sehen. Durchgängig feierte man die Mannschaft und auch sich selbst. Nach dem Spiel wurde der Platz noch zum Teil geentert und wir verzogen uns zum Auto, zumal es auch wieder regnete und ich eigentlich nur noch irgendwo Ruhe suchte. Das war meine Pfingsttour, die, wie ich sagen muss richtig viel Spaß gemacht hat. Ich wird sehen wie oft es in Zukunft noch möglich sein wird solche Touren zu machen, werde ich sicherlich viel am Wochenende arbeiten müssen. Grüße gehen von hier aus noch nach Reutlingen und MüchelnSTADT!!
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