ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!
29.03.2013 HNK Rijeka - NK Slaven Belupo Koprivnica 2:1, 1. HNL
Stadion Kantrida, 2500 Zuschauer (keine sichtbaren Gäste)
Wie schön, man hat eine spendable Familie und die Möglichkeit wieder einmal vor Ostern Geburtstag zu haben. Dadurch fällt einem natürlich das Geld in den Schoß und ich habe mir endlich einmal vorgenommen über die Osterfeiertage die Welt zu bereisen um etwas Abstand gegenüber der Normalität zu gewinnen und zudem etwas den Fußball in der Fremde zu genießen. Die Tatsache, dass der eigene Club auf Grund des Wetters nicht spielen konnte, passte mir ganz recht und so hieß es für mich sich der Balkanreisegruppe Richtung Kroatien und Bosnien anzuschließen. Ursprünglich war das Ganze zwar mit Familie geplant, doch den Stress sich nicht entscheiden
zu können ließ ich(Gott sei Dank) am Ende außen vor und die Vorfreude stieg nun wieder etwas an. Wo man gerade bei der Vorfreude ist, eigentlich hatte man zur Mitte der Woche hin bereits die Schnauze voll überhaupt loszufahren, denn Frau Holle hatte eindeutig zu viel geraucht über die Zeit. Spätestens zur Kunde es schneit bereits in Dresden Meterweise sollte mir zu denken geben, dazu später aber mehr. Egal die Tour begann nun zum Freitag um 4Uhr in der Frühe und über Dresden bereiste man
nun die 900km bis an die Küste des Mittelmeers nach Rijeka. Nun konnte man etwas philosofieren was man denn nun ansteuert, Slowenien um Celje und Ljubljana oder eben doch Bosnien um den Kick in Banja Luka. Letzterer wurde, so wie eigentlich fast üblich, auf 19Uhr verlegt und somit konnte man eigentlich nur noch von Slowenien reden. Am Ende waren es aber die Kilometer von Ljubljana nach Wien bis Richtung Tschechien zu utopisch später Stunde, welche uns zu der Entscheidung gebracht haben doch nach Bosnien und so
ziemlich grenznah zu fahren. Was solls, jetzt war ja sowieso erstmal die Reise nach Kroatien an der Reihe, welche man erstaunlich locker hinter sich bringen konnte. An den Grenzen zu Slowenien und von dort nach Kroatien fühlte man sich etwas zurück erinnert, die Grenzkontrollen verliefen aber allesamt easy. Kroatien war nun also erreicht und das Wetter spielte so langsam verrückt. Hindurch durch die Berge bis zur Küste hatte man nichts als Nebel im Blick und so blieben einem leider auch die romantischen Blicke in die Berge und Richtung Meer verwehrt. Bis es aber weitere Entscheidungen am heutigen Tage zu treffen gab hieß es erstmal das Hostel Aston anzufahren, wo man ein Mehrbettzimmer für 250 Kuna ergattern konnte. Recht hübsch hier alles und trotz zum Teil nerviger Mitbewohner aus dem Frankfurter Raum sowie dem Russischen Reich samt Braunen und Cola bis zum Arterienzusammensturz, war hier alles recht chillig. Das war nun
auch erledigt und so ging es bei immer mieser werdenden Wetter Richtung Stadion und nicht in die Stadt. Es blieb ganz einfach zu wenig Zeit sich Rijeka genauer anzuschauen. Die Tatsache, dass es aber sowieso bereits zum Abend hin dämmert ließ aber darüber hinweg trösten. Eins fiel hier nur besonders auf...die Zerstörung, der erste Bettler am heutigen Tage und der Duft nach Smock in allen Ecken. Wer sich also wieder einmal über die Co2 Werte und die Umweltverschmutzung sowie dem Treibhausefekt amüsiert
und meint es sei doch alles nich so schlimm, der war noch niemals in Kroatien! Krebs wird am Ende aber dennoch keiner bekommen denke ich, denn meine Angst war eine Größere. Nämlich die, dass heute hier gar nichts angepfiffen wird. Der Regen nahm stetig zu und erst als man buntes Treiben auf den Straßen sowie die gepanzerten Einsatzfahrzeuge der ortsansässigen Polizei vor die Augen bekam, war mir klar, dass hier und heute angepfiffen wird und meinem Länderpunkt nun nicht mehr viel im Wege zu stehen scheint. Das Geld war ja bereits gewechselt und für glatte 40 Kuna konnte man zum Spottpreis eine Karte für die Tribüne ergattern ehe es noch kurz in einen Getränkemarkt und an die Küste ging. Viel zu sehen war hier leider nicht, denn der Nebel überzog das Meer und den Blick auf die Berge. Was solls,
ein paar Fotos waren dennoch drin und die Armada Graffitis an den Wänden sahen ja so schlecht auch nicht aus. Jetzt hieß es also rein ins Getümmel und erstmal den Eingang finden. Gar nicht so einfach wenn man sich an der VIP Tribüne vorbei auf die Tribüne schleichen musste welche ein Dach hat. Denn es war ja nun so, dass das Dach nicht ganz über die Sitze ragte und man ja eine etwas billigere Karte besaß. Was solls, am Ende hats keiner mitgeschnitten und man platzierte sich zunächst hinter einer gestrickten Absperrung unterm Dach. Jetzt war auch etwas Zeit dieses wunderschöne Stadion genauer unter die Lupe zu nehmen. In Mitten einer Bucht, an Felshängen gebaut, hat man 4 fette Flutlichtmasten, die eine Tribüne mit Dach und eine Gegengerade am Hang des Berges beleuchten. Außerdem hat man hinter beiden Toren noch ein paar Sitze auf denen man die Heim, bzw. Gästekurve findet. Schon beeindruckend, gerade die alten, rostigen Zäune und die Tatsache, dass man eigentlich zu jeder Zeit direkt von Flutwellen getroffen werden kann wissen sehr zu gefallen! Leider blieb die zuletzt genannte Kurve leer. Ich weiß nicht ob es in Kroatien sowas wie ein Gästeverbot gibt oder ob es vielleicht doch nicht so ganz die reisefreudigsten Genossen sind die sich bei Komprivnica herumtreiben. Schade. Nun ja der Heimblock war gut mit Fahnen behangen und ein 200 - 300 köpfiger Haufen machte sich hinter der Armada Fahne breit um die Bucht zu besingen. Das Spiel verhalf dazu natürlich, denn Rijeka war dermaßen überlegen, man konnte glatt von Wettbetrug ausgehen. Wie sonst kann man sich solch fehlerhaftes Verhalten im Sturm und Abwehr erklären. Die Truppe von der Küste kam ein ums andere Mal vors Tor, wusste aber nicht seine Chancen zu nutzen. So führte man zur Halbzeit nur 1:0 und konnte mitten in einer Drangphase der Gäste den Sack zu machen. Der Anschluss aus klarer
Abseitsposition zur 90min kam da zu spät und auch so wäre alles als ein Sieg für Rijeka schon fast einem Skandal gleichgekommen. Begleiten durch den Heimanhang die mit brachialen Trommelrythmen und lauten Schlachtrufen überzeugten war es am Ende ein Leichtes und so konnte man den Europapokalplatz 4 sichern. Was mir hier vielleicht noch etwas fehlte war das Durchhaltevermögen und auch die Beteiligung des restlichen Stadions. Ich hatte auch mit
etwas Pyro gerechnet, schließlich waren die Blöcke doch geradzu perfekt dafür geeignet. Am Ende brannte ein Feuerwerk vor dem Stadion ab und ein paar Böllerwürfe vor der Gegengerade sollten vielleicht sowas wie die Feier zum Sieg sein. Hatte ich so auch noch nicht erleben dürfen und die Erkenntnis den Länderpunkt für Kroatien nun sicher zu haben ließ mich über vieles hinwegtrösten. Ich denke bei besserem Wetter und zur Nachmittagsstunde wäre hier mehr dringwesen, beschweren tu ich mich dennoch nicht, immerhin war zu diesem Zeitpunkt die Reise noch jung und was uns am nächsten Tag so alles zu erwarten schien, konnte man ja nun auch nicht unbedingt als sooo schlecht bezeichnen. Nun ging es zum Auto und zum Hostel, wo man sich nun endgültig dafür entschied den Tag darauf Bosnien und eben nicht Slowenien zu bereisen. Außerdem nervte uns immer noch der vorher genannte Typ aus Frankfurt, welcher ja nun schon so lange Rijeka Fan ist, allerdings jetzt erst sein erstes Spiel besuchen konnte. Is klar! Auf der Suche nach Männergesellschaft und einem Joint konnte diese Witzfigur das wiederspiegeln was ich von der Frankfurter Eintracht halte ;) Seis drum, am Ende bekam ich meinen Schlaf und am nächsten Morgen ging die muntere Tour weiter Richtung Bosnien...
03.2030.13 FK Sloboda Novi Grad - FK Drina Zvornik 2:1, Prva Nogometna Liga RS
Stadion Mlakve, 210 Zuschauer (5 Gäste)
....immerhin dauerte diese auch um die 3-4 Stunden und das Rätseln wie lange man an der Kroatisch-Bosnischen Grenze stehen muss beschäftigte einen ja nun auch noch die ganze Zeit. Quer durch die Berge und vorbei an zum Teil komplett verlassenen Dörfern konnte ich nur mit dem Kopf schütteln was man hier so alles sah. Einschusslöcher in den Häusern, fehlender Putz, anscheinend aus Steuergründen, überflutete Straßen und ein Bürgerkriegsmahnmal passierte man bei schwierigen Verhältnissen. Danke Gavi für diese Fahrleistung! Immerhin fehlte zum Teil der Asphalt und links sowie rechts hatte man nur den Abhang im Blick. Wow! Das
kommt nun dabei raus wenn man auf Mautstraßen verzichtet, immerhin kosteten diese auch schon um die 49Euro aus der Reisekasse. Dazu gesellten sich Tunnel von 6km für nen ganzen Zehner! Wie gesagt, andere fahren Autobahn, wir eben nicht und so erreichte man den Grenzübergang bei Novi Grad. Hier dauerte die Kontrolle keine 5min ehe man also in Bosnien war. Die Zeit war genügend vorhanden und so suchten wir erstmal das Stadion auf. Schließlich musste man sich bei immer noch andauernden Chaoswetter daran gewöhnen einer Spielabsage näher zu kommen. Dies geschah aber nicht, denn bei ankommen am Ground und einer kurzen Besichtigung wurde man befragt was man denn hier wolle und so konnte man in kurzem Dialog in Erfahrung bringen, dass 15Uhr pünktlich angepfiffen wird. Meine Freude wuchs und somit sollte es nochmal in die Stadt gehen. Bevor es aber soweit war, bemerkten wir kleine Kids die am Rande auf einer Wiese Fußball spielten. Ihr Ball zerfetzt, ihre Klamotten, nun ja, mittelmäßig.
Offenbar aus armen Verhältnissen. Wie gut, dass Gavi noch nen Ball im Kofferaum hatte und wir diesen an die Kids verschenkten. Die konnten es gar nicht glauben und waren außer sich vor Freude mal mit nem guten Lederball kicken zu können. Spitze! Danach ging es wieder in die Stadt, denn die Zeit war noch genug vorhanden. An einem kleinen Stadtmarkt parkte man nun erstmal das Auto und wechselte die über gebliebenen Kuna zu ganzen 6Euro umgerechnet. Unglaublich, das heute gar nicht mehr Geld nötig war und für ganze 2KM genoss man erstmal einen Bürger und besuchte einen Supermarkt wo ich mir gleich mal ein paar gute Pivos unter den
Nagel riss. Danach trennten sich erstmal die Wege und wir begaben uns zu dritt auf einen Hügel. Hier konnte man ein Ehrenmahl für Partizanenkämpfer im zweiten Weltkrieg bestaunen während es Gavi vorzog vor dem Stadion zu parken um etwas die Augen auszuruhen. Gegen halb drei traf man sich vorm Ground aber wieder und so ging es für 3KM ins Innere. Immerhin gabs ne kleine Eintrittskarte und der Herr am Eingang wird uns sicherlich auch in guter Erinnrung behalten. Der Ground ist auch ganz schnell beschrieben. Auf einer Seite findet man ne fette Tribüne mit Dach die ihre besten Tage auch schon gesehen hat. Auf der Gegengerade hat man ein paar Stufen umschlossen von rostigen Zäunen die einem wohl mehr geben als eine Frau (;)) Hinter den Toren hat man nur Berge und Wiesen, der schrottige LKW vor dem Eingang und das zerfallene Hotel zeigen einem auf was, im serbischen Teil von Bosnien noch für Lücken in der Gesellschaft existieren. Einfach unglaublich das zu sehen, aber genau deswegen sind wir doch alle hier! Mindestens genau so unglaublich ist die Tatsache, dass hier überhaupt angepfiffen wurde! Gerade 3min machte sich der Keeper warm und sah schon aus wie ne Sau in der Schlampfütze. Dieser Rasen wird
sich wohl nie wieder erholen, mir jedoch ist das egal! Immerhin hieß es für mich heute meinen zweiten Länderpunkt bei dieser Tour einzufahren! Bevor der Kick jedoch beginnen konnte suchte ich die Flucht durch ein offenes Tor um die Tribüne aus dem Innenraum vor die Linse zu kriegen. Anscheinend gefiel das nicht jedem und schon hatten wir nen Dorfpolizisten an der Backe. Als dieser aber mitbekam, dass wir Touristen seien laberte der los wie ein Wasserfall. Informationen, dass doch heute besser alle kuscheln sollen um der Temperatur zu entfliehen ließen bei uns auf großes Grinsen stoßen. Auch die Aussagen, dass sein Vater zehn Jahre in München wohnte und dort jetzt Schnee lag
nahm man ganz gelassen zur Kenntnis :) Netter Mann hehe...nun gut, der Kick begann also und auf den Rängen war nicht mal mehr ein klatschen zu hören. Anscheinend waren es wirklich nur die Harten und die Spielerfrauen die sich diesen Graupel antaten! Der Gast war vollkommen unterlegen und Novi Grad kam bis zur Pause auf eine bis dahin schmeichelhafte 2:0 Führung. An viel Fußball war hier aber sowieso nicht zu denken und somit konnte der Gast noch froh sein hier nicht zweistellig untergegangen zu sein. Da half auch das Anschlusstor zehn Minuten vor dem Ende nicht viel. Auch
wenn man leistungstechnisch einen Zahn zulegte. Wenn ich nur von mir spreche, kann ich sagen, ich musste mir das hier irgendwie vertreiben. Anschaulich wars nicht und zudem war es kalt. Geholfen hat eigentlich nur die kurze Verpflegung am Stand eines Vereinsangehörigen welcher ein paar Pivo Büchsen und Knabberzeugs zur Verfügung stellte. So hieß es also Sonnenblumenkerne knabbern bis der Arzt kam und somit etwas Fett in den Körper zu bekommen. Viel mehr gibt es über diesen Kick nicht zu sagen. Der Länderpunkt war in der Tasche und nun hieß es nur noch so schnell wie möglich ins Auto und Wärme tanken. Immerhin lag jetzt noch ein 400km weiter Weg vor uns, denn man hatte sich vorgenommen in Wien zu nächtigen um am nächsten Tage Tschechien zu bereisen. Mit viel Glück und nur etwas Regen konnte man also zurück nach Kroatien und über Slowenien nach Österreich. Fast zu leicht waren die Kontrollen an den Grenzen, denn nur im bosnischen Bereich musste man einmal den Kofferaum öffnen. Nun gut, zu verzollen hatte man nix. Außer meine zwei
Pivos hatte ich persönlich ja auch nix im Gepäck womit man die Wirtschaft in der EU zum Einsturz bringen kann. Graz war jetzt erreicht und schon fing der Ärger von vorne an. Der Schnee machte uns das Leben schwer und spätestens in den Bergen vor Wien war das Chaos perfekt. Innerhalb von Minuten stand der Schnee 30cm hoch und die Karre glich einem Bob in der Eisbahn. Danke an dieser Stelle nochmal an Gavi welcher uns da durchbrachte! Endlich in Wien angekommen erntete man im ersten Hostel der Anreise eine Absage denn man hatte ja nicht vorgebucht. Schön jedoch, wenn man weitergeleitet wird und so konnten wir im Cityhostel für 22Euro inkl. Frühstück ein Viererzimmer beziehen und für heute blieb dann nur noch eine Aufgabe zu bewältigen...und zwar musste man ja noch seine Sorgenfalten glätten in dem man das Netz durchforschte nach der Ansetzung für den nächsten Tag. Leider endete diese im Desaster, zumidnest für mich. In der dritten Liga gab es eine Generalabsage und das geplante Viertligaspiel um Pehlrimov wurde auf UMT verlegt. Somit blieb nur noch Brno was alle anderen schon hatten oder Austria Wien welches aber erst um 18Uhr endete und man somit bei Schneegestöber die Autobahnen durchgenächtigt hätte. Am Edne musste man mit Zähne knirscheln in den sauren Apfel beißen und den Sonntag für Spiellos erklären. Man war schon so richtig am kotzen aber am Ende geht die Sicherheit nun mal vor. Schaute man den Wetterbericht war es am Ende, denke ich, die richtige Entscheidung auch wenn man 3000km für mikrige zwei Spiel gereist ist und der angebliche Urlaub doch mehr Stress enthalten sollte als man eingeplant hat. über Deutschland und eben nicht über Tschechien hieß es am Sonntagmorgen die Heimreise anzutreten. Gegen halb sieben Abends konnte ich halleschen Boden dann auch mein Füßen zum betreten schenken und war doch irgendwie froh das Ganze ohne Blech- und Körperschäden überstanden zu haben. Ein Gruß geht an die Jungs welche diese Reise zu einer doch recht kurzweiligen und informativen Veranstaltung gemacht haben!