ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!
01.05.2013
10.30Uhr: SV Sachsenwerk Dresden - SV Helios 24 Dresden 2:1, Kreisoberliga Dresden
Sportanlage Bodenbacher Straße, 49 Zuschauer (5 Gäste)
1.Mai und gleichzeitig Feiertag in Deutschland. Viele Deppen in diesem Land beschäftigen sich an diesem Tag mit Politik, Gewalt oder auch der Bekämpfung von Nationalisten. Schwachköpfe wenn man mich fragt, aber da dies ja keiner tut, kümmere ich mich eben um meine Lieben und mich selbst. Nein, ich nutze diesen Tag dann doch lieber um zum Fußball zu gehen. Eigentlich war ja an diesem Tage das jedes Jahr stattfindende Stadtpokalfinale in Halle angesagt, doch die Überzeugungsarbeit durch Kollege Christoph funktionierte nicht nur auf Grund der zwei schicken Grounds, welche heute besucht werden konnten, sondern auch durch die Tatsache, dass ich meine beiden größten Hobbys miteinander vereinen konnte. Fußball und die Kultur rund um Burgen, Schlösser, mittelalterliche Architektur und Feierlichkeiten zu dieser Zeit. Es ging pünktlich um 8Uhr also los mit dem Auto, zunächst gen Sächsische Landeshauptstadt. Trotz Feiertag kam man dort dann auch pünktlich an und nach dem das Auto abgestellt war, ging es ans Elbeufer, wo schon munteres Treiben auf
den Straßen und der Brücke zu verzeichnen war. Hier genoss man einen kleinen Spaziergang und auch die berühmte
Frauenkirche wurde bestaunt. Die Zeit schritt dann aber doch voran und nun hieß es zum ersten Ground des Tages zu fahren. Am Ende der Bodenbacher Straße wurde dieser dann auch erreicht und pünktlich zum Anstoß betrat man für lau das Gelände. Die Anlage, welche vor geraumer Zeit einen Komplettumbau erfahren hat, ist schon recht hübsch und sicherlich für Leichtethletikwettbewerbe in Verwendung, statt hier nur einen Zehntligisten spielen zu lassen. Auf einer Geraden hat man mehrere Reihen mit Sitzschalen und ein schickes,Sprecherhäuschen. Auf der anderen Geraden findet man noch zusätzlich zwei kleine getrennte Sitzgelegenheiten mit zwei Reihen Sitzschalen. Der Rest besteht aus Wurfgruben und einer Tartanbahn. Mir gefiels und nach dem die Fotos gemacht waren konnte man nun endlich Platz nehmen um den bereits angebrochenen Kick zu verfolgen. Das Heimteam dominierte sicherlich optisch die Partie, richtig zwingend war hier aber keiner und dementsprechend kann man diesen Kick als ein "0:0 Kick" bezeichnen. Irgendwie rutschte dann aber doch ein Schuss durch und schon stand es 1:0. Das 2:0 kurz vor der Pause besorgte dann den Rest. Helios kam 20min vor Schluss noch zum Anschluss, doch die Mannen um den einarmigen(!) Kapitän der Sachsenwerkler hielten das Ergebnis bis zum Schluss. Insgesamtein doch ein recht guter Kick für diese Liga und erst jetzt hat es Freund Grillmeister geschafft seinen Stand aufzubauen. Ob es daran lag, dass nebenan auf dem Hartplatz nun die Zweite kickt und diese Verpflegung brauchten? Egal, wir genossen noch ne Wurst die über Umwege bestellt werden musste. "Erst am Fenster bezahlen, dann mit dem Brötchen und der Marke wiederkommen!" bekam man zu hören. Hmm ok, lecker wars und nach dem man den Magen etwas bot, bestieg man das Auto um die halbe Stunde gen Meißen zu reisen....
15.00Uhr: Meißner SV 08 - BSG Stahl Riesa 1:6, Bezirksliga Sachsen Mitte
Stadion im Heiligen Grund, 500 Zuschauer (um die 150 Gäste)
...Meißen war also erreicht und nach dem wir einen Parkplatz auserkohren haben hieß es noch ein bissl Richtung Stadt zu gehen um das Panorama rund um die Albrechtsburg und dem Dom zu genießen. Danach ging es wieder Richtung Stadion und kaum war man dort, wurde man für einen Gast gehalten. Eifrig hat uns der gute Mann in der Ordnerweste darauf hingewiesen bitte das Gelände zu umgehen ehe wir ihm erklären konnten, dass wir neutral da seien und nicht dem Riesaer Anhang angehörten. Man glaubte uns sicherlich nur mit Bartruntzeln, ließ uns aber passieren. Der Kunstrasen zu unserer Linken war Gott sei Dank nicht in Benutzung und somit hat die gute Frau am Telefon, welche ich den Tag zuvor an der Strippe
hatte, nicht geschwindelt. Es wurde also auf Rasen und nicht nebenan gekickt und nach dem wir für 3Euro die schicke Karte hatten und die Tore passierten, begutachteten wir erstmal das Rund. Was man erblickte waren zunächst am Eingang dieser gigantische Sprecherturm, welcher noch mit Fliesen verkleidet war. Erinnern tut der einen an die Plattenabugeneration aus tiefster DDR Zeit und zeitgleich an eine weniger schöne Zeit die mehr als 60 Jahre zurück liegt. Klasse! Links und rechts daneben hat man ein Wellpappendach aufgestellt und darunter befanden sich mehrere Stufen mit durchgehender Sitzgelegenheit. Auch diese alten Bänke stammen wohl noch aus der Vorzeit und Ausnahmen machte da auch nicht die Gegengerade. Alte, vergammelte Stufen und bewachsene Hänge formten den Rest des Grounds. Der Gästeblock wurde mit alten, rostigen Zäunen umgeben und der nächste Blickfang dürfte zudem die Anzeigetafel bieten! Ein echt schicker Ground, den sich jeder mal gegeben haben sollte. Passend dazu ist wohl auch der heutige Fananhang der DDR entsprungen und wohl auch in der Zeit stehen geblieben. Vom klassischen Schnauzer bis hin zur Buschfrisur war
hier alles vertreten, in den Wurfgruben spielten die Kinder und wir hatten es kinderleicht im Stadioninneren unsere Runden zu drehen. Die Ordner waren also nur zur Statisktik da und das trotz des doch recht großen Zuschauerandranges. Die Bilder waren also gemacht und wenn man sich schon nicht privat trifft, dann trifft man sich eben in Meißen. Kollege Janeck schaute mal eben kurz vorbei ehe man sich nun genüsslich dem Kick hingab. Riesa
kam mit drei Spielen weniger als Tabellenzweiter an den Heiligen Grund und bewies von Anfang an wer hier und heute die drei Punkte verdient hatte. Zwar konnte die frühe Führung der Riesaer von Meißen ausgeglichen werden, doch bis zum
Ende des Spiels fing man sich im geregelten Abstand zum Teil sehenswerte Gegentreffer. Hätte man vielleicht die Konzentration aufrecht erhalten und nicht schon ab der 60. auf Konter gelauert dann wäre das Dutzent sicher voll geworden. Ein glasklares Ding also auf dem Feld und auch auf den Rängen dürfte das Geschehen an die Gäste gegangen sein. Zwar fand man nur pöbelnde Asis und Kutten vor, doch diese hielten die Suffstimmen zu keiner Zeit des Spiels still und mit recht witzigen Liedern wurden ihre Mannen nach vorn gebrüllt. Würde man den Support organisieren und nicht so weit auseinander stehen, dann könnte man vielleicht was reißen. Am Ende muss man sowieso sagen, dass dieser Traditionsverein hier nicht hingehört, sondern mindestens in die Regionalliga. Schon zu früheren Zeiten hatte man seinen Platz nicht auf dem Lande! Nach dem sechsten Tor und dem darauf folgenden Abpfiff machten wir uns also auf den Weg zum Auto und statteten der Burg noch einen Besuch ab. Ein kleiner Mittelaltermarkt wurde noch besucht und der schöne Dom wurde so weit es ging auch aus dem Inneren besichtigt. Die wunderschöne Altstadt empfehle ich jeden der diese Stadt mal durchreisen wird! Im mittelalterlichen Stile gehalten brauchte meine Wenigkeit zwar ein Sauerstoffzelt, die Romantik der Innenstadt ließ aber sicherlich darüber hinwegsehen. Kollege Christoph fand dann auch am Feiertag noch nen Laden wo er Bier als Andenken bekam und die Verkäuferin dürfte bei ihrer Kleiderwahl wohl kaum Probleme haben in die männliche Bevölkerung zufrieden zu stellen. Nun ging es wieder zum Auto und auf den Weg in die Heimat. Grüße von hier aus noch ins Jerichower Land, Sport Frei!