ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!
31.08.2013
12.30Uhr: Dessauer SV 97 II - SG Kühnau 3:5, Kreisliga Anhalt
Sportanlage an den Kienfichten, 32 Zuschauer (7 Gäste)
Dies dürfte für die nächsten beiden Wochen wohl das letzte Wochenende mit Fuballbeteiligung sein. Man hat schließlich auch noch berufliche sowie familiäre Verpflichtungen. Da man mit dem Geld ja nicht gleich um sich werfen muss und ich am Sonntag ja noch die Reise nach Oberhausen vor mir habe, hieß es also in der Region zu schauen was es schickes gibt. Die eigene Zweite kann man auf Grund von Vorkommnissen nur boykottieren, in Halle ist alles schon mehrmals besucht, bleibt eben nur das Umland. Freund Svenni und ich hatten eh mal vor wieder was zusammen zu machen und somit konnte die Reise eigentlich nur nach Dessau gehen ;) Auf diversen Seiten also geschaut und nen schicken Doppler gefunden, hieß es die Bahnfahrt zu planen und Samstag früh gegen halb elf ging die Tour mit dem Zug gen Anhalt. Die deutsche Bahn will mich wahrscheinlich entschädigen und kam sogar pünktlich. Gut so und in Dessau ging es nun ans rätseln wo der Weg mich hinführt um den lange geplanten Besuch an den Kienfichten mal voranzutreiben. Wie schön, dass es moderne Handys gibt und so erreichte den Ground 10min vor dem Anpfiff. Doch halt, was ist das? Nur ein Team macht sich warm? Nun ja in der Kreisliga ist es ja nicht unüblich, dass man sich erst gar nicht warm macht und lieber Bier trinkt! Blöd nur wenn Freund Schiedsrichter kirre auf und ab rennt und mit dem Verband telefoniert! Ich überlegte schon die Spiele einfach zu tauschen und erst zu Abus Zweiten statt der Ersten und umgekehrt zu gehen als ich dann doch
mal nachfragte und man mir erklärte, dass das Auto mit den Trikots eine Panne hat. Bei 1,4km Entfernung ist es ein Unding ein neues Auto zu schicken? Die Truppe aus Kühnau hatte anscheind keine Lust anzutreten, denn selbst das Angebot heimischer Auswärtstrikots schlug man aus! Unglaublich! Um das Ganze zusammenzufassen, am Ende drohte der Schiri mit Strafen und prompt waren doch Trikots da! Mit einer Stunde Verzögerung konnte dann doch gespielt werden und in der Zeit, in der sich die Kühnauspieler dann doch noch warm machten begutachtete ich zunächst die Anlage. Auf einer Geraden findet man ein paar Gammelstufen und die andere Seite ist mit ein paar Sitzschalen bestückt. Man hat noch einen kleinen Graswall aufgeschüttet und das frisch renovierte Höfchen mit Biergarten kann sich auch sehen lassen. Insgesamt ist die Anlalge recht cool und wenn es um Amateurfußball geht genau mein Geschmack. Nach dem dann noch ein Großvater rumging um von den Zuschauern einen Euro einzusammeln ging der Kick auch schon los. Ehe man sich dann auf beiden Seiten ordnen konnte schlug der Ball aus 20m im heimischen Tor ein. Warum erst nicht antreten wollen? Nach dem Ausgleich und einem ewigen hin und her Geschiebe konnte Kühnau am Ende sogar als Sieger vom Platz gehen und die Gnatzerrei hatte damit wohl ein Ende. Ganz bis zum Schluss konnte ich mir es aber auch nicht anschauen, denn Freund Svenni wartete bereits am Hbf, den ich jetzt auch ohne Navi finden konnte ;) Der erste Kick war schon recht cool und vor Allem die verdutzten Gesichter der Zuschauer, dass hier jemand Fotos schießt waren wieder einmal unbezahlbar. Die nächste Geschichte sollte dann eine etwas weniger lustige sein und somit ging es zum zweiten und letzten Kick des Tages an den Tannheger...
15.00Uhr: SG Abus Dessau - SV Dessau 05 II 3:3, Kreisoberliga Anhalt
Paul-Greifzu-Stadion Platz 2, 56 Zuschauer (etwa 10 Gäste)
Mit der Tram diesmal überwand ich den elnd langen Weg Richtung Greifzu-Stadion nach einem kurzen Fußmarsch sichteten wir auch den Tannheger. Hmm, wieder ging das Rätseln los. Keine Tore aufgebaut, es roch nach Dünger und viele verschiedene Absperrungen waren zu erkennen. Hier und heute wird wohl nicht gespielt dachte ich mir und bevor wir nachschauen konnten ob überhaupt gespielt wird, sahen wir, dass sich auf dem Nebenplatz des Greifzu-Stadions warm gemacht wird. Ich dachte mir, super, der Platz fehlt mir ja auch noch und mit Ausbau auf zwei Seiten braucht man sich sicherlich auch nicht wieder bei der Groundhoppingpolizei zu entschuldigen ;-) Nach dem wir uns schicke Karten für 2Euro unter den Nagel reißen konnten ging es erstmal zum Grillstand wo uns freundlicherweise die Lebensgeschichte des Vereins unterbreitet wurde. Was man hier so alles vernahm ist schon schockierend. Denn auf Anfrage warum denn nicht auf dem Tannheger gespielt wird antwortete mir der gute Herr nur, dass die Anlage vollkommen vom Hochwasser zerstört wurde und sich die Stadt, das Land und sämtliche "Helfer" einen Dreck um die regionalen Vereine kümmert! Dazu kommt noch, dass die Brausepest nun einen Freundschaftskick gegen Hertha BSC im großen Stadion abhielt und versprach
Geld zu spenden. Davon sah der Verein bis heute nix und der Begriff "Sportstadt Dessau" kann man sich an dieser Stelle gepflegt in den Arsch schieben! Man hat ein großes Stadion und nutzt es nicht. Selbst Abus muss sich nun einen neuen Platz suchen, da der gute Nebenplatz ja bitte auch grün bleiben soll. Wo soll das noch hinführen wenn ein Verein an dem sämtliche Jugend, Frauen und Männerteams hängen, keinen Platz haben und die Hilfe verweigert wird!? So sieht die Realität aus, sicherlich auch bei anderen Vereinen! An dieser Stelle kann man den Jungs von Abus nur alles gute Wünschen und hoffen, dass die Politik eine andere sein wird. Aber zurück zum Wesentlichen. Bereits erwähnt war, dass der Ground ein paar Stufen auf beiden Seiten hat und dazu einen gut gepflegten Rasen. Für einen Nebenplatz sicherlich spitze, denn woanders hat man dies nicht mal auf einem Hauptplatz vor Augen.Sportlich bekam ich dann auch noch was fürs Auge. Dabei waren lustige Eigentore, fatale Fehler des Keepers und gelungene Spielzüge. Bis zur Pause stand es bereits 3:3 und beide Mannschaften dürften bis dahin schon ihr Pulver verschossen haben, denn bis zum Schluss passierte nicht mehr viel auf dem Rasen. Dank der Zugverbindung musste ich auch hier wieder etwas früher los und ich muss sagen, dass der Tag insgesamt sehr torreich und amüsant war. Bis auf die Geschichte rund um die vom Hochwasser betroffenen Vereine natürlich. Es ging nun wieder zur Tram und zurück zum Bahnhof. Nach dem ich mich von Svenni verabschiedet habe, ging die Tour also wieder Richtung Halle und mental bereitete ich mich schon auf den nächsten Tag vor.