ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!
08.02.2014 Offenbacher FC Kickers - SV Waldhof Mannheim 07 0:1, Regionalliga Südwest
Stadion am Bieberer Berg (neu), 10162 Zuschauer (knapp 3000 Gäste)
Die letzte Woche im Hessischen Lande sollte nun ihren Abschluss finden und dabei ist es doch schön, dass man alles so wunderbar mit Fußball verbinden kann. Wieder einmal sollte es mit Beteiligung der Kickers aus Offenbach sein, dieses Mal allerdings ein Heimspiel. In der letzten Saison habe ich mit dem HFC die Gelegenheit verpasst das Stadion am Bieberer Berg zu besuchen und wollte dies nun nachholen. Dabei stand es lange auf der Kippe, denn alleine wollte ich nicht unbedingt fahren. Zu teuer die Bahn und vielleicht auch ein wenig zu langweilig. Aus anderen Regionen, wie Hof und Köln reisten aber bekannte Gesichter an und immerhin heißt der Gegner Waldhof Mannheim. Nicht all zu schlecht also und bevor ich gar nix mache, ging es eben alleine los. Quer durch die Landen um Thüringen und Hessen ging die Zugfahrt um 5Uhr in der Frühe los und dabei ist eigentlich nur erwähnenswert, dass man ja durch die Thüringer Hauptstadt musste und das Assipotenzial sich einmal mehr zeigen sollte. Aus der Disco kommend stiegen also zwei Vollpopper ein und kozten erstmal schön den Waggon voll....Willkommen in Erfurt! :-D Nun ja, der Gestank trieb mich dann dazu einen Waggon weiter zu gehen und ein wenig die Augen zu schließen, ehe es dann von Eisenach über Bebra und Fulda gen Offenbach ging. Dort endlich angekommen, hatte ich mir eigentlich vorgenommen die Stadt zu besichtigen, so wie ich das immer mache. Doch halt, welche Stadt? Irgendwie fand ich einen S-Bahn Steig vor und auch so war
irgendwie kein Mensch auf der Straße. Das Schlimmste hierbei ist, dass ich kein Schließfach vorfinden konnte und vielleicht doch bei der Wahl hätte bleiben sollen, meinen Rucksack in Fulda einzuschließen. Nun ja, auch egal, in dieser Stadt habe ich sowieso nix verpasst und wie die Stadteigene Homepage es beschreibt, verliebt man sich wohl erst auf den zweiten Blick. Aha!? Also bin ich gleich zum Stadion gefahren und der Bus rollte auch schon an, welchen ich dank Eintrittskarte kostenlos nutzen konnte. Meine Entscheidung war absolut richtig, denn bereits nach drei Haltestellen war mir nicht sofort klar ob ich denn heute noch ankomme oder die falsche Linie genommen habe. Am Stadion dann aber dennoch angekommen, zeigte sich bereits das übelste Viehzeug, welches wohl nur zu einem Derby aus den Löchern kriecht. Ich hielt die Kamera also lieber erstmal versteckt und versuchte am Rande des Bieberer Bergs ein wenig die Zeit zu vertreiben. Dabei kamen mir schon ein paar Gedanken auf, wie schade die Tatsache doch ist, dass ein Verein wie die Offenbacher Kickers in dieser Liga rumkriechen. Man möge von diesem Verein halten was man will, auch deren "schlechte" Fans, die ja sowas von grausam sein sollen....aber ich finde, dass es noch einen Verein mit echter "Oldschoolmentalität" gibt, ist einfach toll. Man brauchte hier glaube nie sowas wie einen Vorsänger oder organisierte Stimmung! Auch so ist die Regionalliga Südwest gespickt mit Vereinen, wo einem schon die Tränen kommen - wie weit es denn mittlerweile gekommen ist. Ob nun Mannheim, Ulm, Koblenz oder Kassel, dies sind alles Vereine, die da einfach nicht hingehören
und gerade an den Kickers sieht man wie schnell es doch gehen kann, wenn man größenwahnsinnig ist und Tischtennis mit einem Fußballverein spielt. Traurig! Nun ja, egal, dieses Spiel sollte am Ende dennoch eine Zuschauerzahl im fünfstelligen Bereich erreichen, was ja nun auch nicht all zu schlecht ist. So langsam machten dann auch die Tore auf und am Eingang wollte ich auch endlich mal meinen Rucksack loswerden. Mir liefen so langsam die Schweißperlen das Gesicht runter, denn erstens konnte man beim anwesenden Sicherheitsdienst die Sprache nicht verstehen und zudem waren die Angestellten an der Gepäckabgabe wohl noch nicht ganz so lange dabei. Ich machte mir schon Gedanken ob ich alles wieder beisammen habe und nahm vorsichtshalber das Wichtigste raus, bevor es dann ins Stadion ging. Hier hatte ich erst einmal genug Zeit eine gute Hessische Wurst zu probieren, welche geschmacklich einfach sahnig war. Die nette Verkäuferin winkte auch gleich ab, als ich nach dem Bezahlsystem fragte und ja, es gab die Möglichkeit des Bargelds...Danke! Zwar etwas teuer, aber wie gesagt - lecker! Nach dem die Wurst verspeist war konnte ich auch das Stadion unter die Lupe nehmen. Nun ja, was soll man sagen. Der Bieberer Berg ist natürlich nicht mehr das, was er mal war. An Stelle des charmanten Grounds der Vergangenheit sind nun Stück für Stück kahle, sterile und lieblose Betontribünen entstanden. Dabei ist die Gegengerade komplett für die Fans da und besteht aus Stehplätzen. Die Haupttribüne hat dann neben dem ganzen Glasgelumpe trotzdem noch Platz für Sitzschalen und hinter einem Tor verbirgt sich der doch recht große Gästeblock. Das andere Tor ist mit Sitzschalen bepflastert und darauf nahm ich dann auch erst einmal Platz bevor ich den Hofer Kollegen noch begrüßen konnte. Die heimische Kurve bereitete bereits eine Choreo vor und der Mob um die Ultras Mannheim enterte geschlossen den Gästeblock. Nach kurzen Pöbeleien wurde der Zaun beflaggt und nach der zweiten
Wurst füllte sich auch so langsam das Stadion und eine Durchsage machte die Runde. Nämlich die, das zehn Minuten später angepfiffen wird. Der Zuschauerandrang war zu hoch? Was macht man bei einem ausverkauftem Spiel? Naja, scheiße gelaufen, denn dies bedeutete, dass ich evt. nicht alles mitbekommen werde was hier und heute abgeht. Schade, aber so ist das und so langsam ging der Kick auch los....Tja, über das Sportliche traut man sich irgendwie gar nichts zu schreiben. Es ist ein Duell zweier Mittelfeldmannschaften, die viel Luft nach oben sowie nach unten haben. Die Saison neigt sich dem Ende und die Spitzenmannschaften, welcher keiner braucht(Freiburg II, Mainz II und Großasbach), mit Ausnahme von Trier, sind meilenweit entfernt. So sah dann auch das Spiel aus, welches von Fehlpässen überhäuft war und dem doch recht anspruchsvollen Publikum die Falten auf die Stirn trieb. Insgesamt brachte es Offenbach in der ersten Halbzeit zu einem Schuss der die Latte schliff und Mannheim schoss sich gegenseitig über den Haufen. So steht es zur Halbzeit eben 0:0 und bereits jetzt fragte man sich schon wie das hier enden wird. Offenbach zumindest kam mit viel Schwung aus der Kabine und hatte nun endlich einmal Chancen. Diese wurden aber kläglich vergeben und nach den ersten zwanzig Minuten der zweiten Halbzeit wagte sich dann auch der Gast mal in die gegnerische Hälfte. Insgesamt sprang aber nichts dabei raus und wie schon eine Woche vorher in Baunatal, nutzten die Kickers ihre Überlegenheit nicht aus und fingen sich kurz vor Schluss ein Gegentor. Da greift die alte Weisheit eben und ich sage es trotzdem. Wer vorne nix macht, kriegts hinten rein. Somit siegte Mannheim in einem Derby recht unverdient, aber wer fragt bitte danach? Fußball ist Ergebnissport und somit konnte man den Mannheimern den Gesamtsieg zusprechen, denn auch auf den Rängen hatte man durchaus durchgängig das Sagen. Schon vor dem Spiel wärmte man sich kräftig auf und zumindest zu Beginn des Spiels machte der Gästeblock ordentlich Alarm. Nach einer Schalparade zu Beginn und etwas Rauch konnte man dem Block eine nahezu hundertprozentige Mitmachquote bescheinigen. Mit einfachem Liedgut und viel Armeinsatz überzeugten mich die Mannheimer und auch der Sitzplatzblock nebenan füllte sich so langsam mit schwarz gekleidetem Viehzeug. Am Ende bezog man auch diesen Block mit ein, was, wie gesagt, sehr zu gefallen wusste. Auf Heimseite hatten die Offenbacher wohl das typische Problem einer Kuttenkurve. Denn die
Tifofähnchen waren bereits beim Warmmachen der Mannschaften zu sehen und fehlten dann bei der eigentlichen Durchführung an einigen Stellen. Nun ja, trotzdem war es eine kleine nette Aktion und der Block in der Mitte wurde in rot weiß rote Tifos getaucht. Passend dazu wurde ein Transpi mit der Aufschrift "Offenbacher Fussball Club" präsentiert. Nett, aber wie gesagt mit einigen Lücken. Für Offenbacher Verhältnisse aber gut. Die Stimmung war zu Beginn brachial laut, nahm dann aber sehr schnell ab. Nur bei den Wechselgesängen bezog man das ganze Stadion mit ein und mit einfachem Liedgut war man zumindest nie wirklich still. Leider wurden die Lieder von zu wenigen getragen und außerdem waren die Lieder auch zu schnell wieder vorbei. Dennoch war es ok. Insgesamt war es ein "Derby von der Stange" wie ich finde, denn Besonderheiten gab es irgendwie keine. Zumindest das was ich mitbekommen habe, zeugte nicht gerade vom viel erwarteten Weltkrieg auf den Straßen, mit tausenden Toten und 900 KC Leuten aus ganz Europa ;-) Erstaunlich fand ich die Anzahl der Mannheimer trotz der sportlichen und finanziellen Lage des Clubs und auch so bin ich weiterhin nicht enttäuscht wenn die Mannheimer am Spiel beteiligt sind. Für mich hieß es dennoch nicht lange trödeln, denn ich musste meinen Rucksack ja noch holen, welchen ich entgegen meiner Befürchtungen auch in einem Stück und mit Inhalt wiederbekam. Es ging dann also zum Bus wo ich die Geschichte von Herbert einwerfen möchte. Herbert war ein offensichtlicher OFC Fan, der seine Frau im Schlepptau hatte. Herbert hasst offenbar alle Ausländer und auch Frauen in Uniform. Als er einer Stadtpolizeibeamtin mit dem Worten "Alles gute du Schlampe" zum Frauentag gratulieren wollte wurde ihm doch tatsächlich gedroht verhaftet zu werden :-D Naja zugegeben, mit angeklatschten Haaren, 2m Körpergröße und Tunnel im Ohr kann man das Offenbacher Publikum schon provozieren :-D Genervt war ich dann als dieser besagte Herbert in den selben Bus stieg in dem sich auch wieder keine Deutschen weiter aufhielten. Naja die Leute nahmen seine Beleidigungen mit Humor und ich ließ ihn links liegen...ja bis er seine Frau doch tatsächlich fragte wie denn der HFC heute in Heidenheim gespielt hat (!) Oh nein, unter seiner Jacke blitze das Chemie Halle Tattoo vor und der gute Mann war auf Nachfrage doch tatsächlich ein DDR Flüchtling aus Dessau! Wieder einmal zeigt sich also wer der asozialste Club im Osten ist :-D Ok, das war der kurze Einwurf und nach dem ich den sogenannten Hauptbahnhof erreicht habe, stieß ich noch auf meine nette Mitfahrgelegenheit, welche ich zwischenzeitlich im Netz aufgabelte und zumindest bis Fulda hatte ich noch ein wenig Gesellschaft. Ohne weitere Vorkommnisse und auch keine rumkotzenden Menschen in Erfurt ging es dann endlich wieder nach Halle und ca um Elf Abends konnte ich auch wieder mein Sofa küssen. Insgesamt war es ein netter, keliner Ausflug in eine Stadt in die ich nicht nochmal muss. Zwar etwas teuer, aber immerhin mal wieder zu einem Spiel wo es zumindest auf den Rängen mal wieder laut wurde.