ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!
11.08.2013 FC Einheit Rudolstadt - SG Dynamo Dresden U23 1:2, Oberliga NOFV-Süd
Städtisches Stadion am Heinepark, 152 Zuschauer (etwa 20 Gäste)
Seit einigen Tagen bin ich ja nun allein zu Hause und weiß mit meiner gewonnen Freizeit natürlich auch wieder nicht viel anzufangen, außer zum Fußball zu fahren. Da gab es ja einige Ideen. Zunächst war das Rosenaustadion in Augsburg anvisiert, doch alleine mit der Bahn, welche mich ja immer wieder enttäuscht, bis darunter? Hmm...dann lieber doch nach Göttingen, aber dadurch, dass einem wieder einmal nicht Bescheid gesagt wird, dass dort jemand mitkommen würde und ich dementsprechend allein auf weiter Flur stand, habe ich mich dazu entschlossen im mitteldeutschen Raum zu verweilen. Ein Doppler mit Coswig und Borna oder Stötteritz und Borna standen im Raum, doch auf Grund von Schienenersatzverkehr und ca. hundert Baustellen entschied
ich mich zu einem Freundschaftsspiel der Frauen von Bad Berka und dem Oberligaauftakt in Rudolstadt. Doch halt, da war ja was...genau, die Seuche der Bahn, die mich wieter verfolgt und warum sollte dies auch enden!? Das Ende vom Lied war dann, dass es keine Verbindung mehr von Bad Berka nach Rudolstadt gab, die mich pünktlich ans Ziel brachte und so beließ ich es bei dem einen Kick und habe dafür etwas mehr Kultur als sonst eingeatmet. Pünktlich(WOW) brachte mich die Deutsche Bahn also ans Ziel und ca. zwei Stunden vor dem Anpfiff erreichte ich Rudolstadt, welche schon eine sehr beeindruckende Gegend vorzuweisen hat. Da ich ja nun viel auf altes Zeug, Burgen und Schlösser stehe, schien ich an der richtigen Adresse zu sein und nahm den steilen Aufstieg auf das Schloss Heidecksburg auf mich um mir die atemberaubende Architektur und auch die Aussicht auf die Stadt nicht entgehen zu lassen. Sehr schön! Nun ging es noch ein wenig in die nicht weniger schöne Altstadt, ehe es dann irgendwann auch mal zum Stadion ging. Es ist immer wieder schön wenn man beide
Hobbys so miteinander verbindn kann und ich bin sogar fast froh, dass ich mir den Stress in Bad Berka nicht noch gab. Per Fußmarsch über eine der vielen Saalebrücken, hindurch durch den Heinepark erreichte ich also eine halbe Stunde vorm Anstoß den Ground der Begierde und für zunächst unverschämte 7Euro ging es inkl. schicker Eintrittskarte hinein. Fast schon entschuldigend wirkte der Präsident, der persönlich über die Lautsprecher verlauten ließ, dass die Karten so teuer seien weil der Nachwuchs seine Auswärtsfahrten finanzieren muss und immerhin ein paar etwas weitere Strecken vor sich hat als die Männer. Da ändert sich die Meinung dann doch wieder recht schnell und nach dem ich mir die erste Thüringer am heutigen Tage richtung Magen schob hieß es nun den Ground zu erkunden. Viel kann man darüber nicht berichten, schick ist aber z.B. die alte Holztribüne oder der nette Sprecherturm. Es gibt hier und da noch einige Stufen und der Rest besteht aus Banden und Wiesenstreifen. Eine doch recht schicke kleine Anlage wie ich finde und nach dem die ersten Gäste schon gesichtet waren, suchte ich mir einen mehr oder weniger einen neutralen Platz um den Kick genießen zu können.
Die recht junge U23 um den Ex Profi und Vollblutdresdner Jungnickel haben sicherlich eine gute Ausbildung genossen und zeigten das hin und wieder auch auf dem Platz. Rudolstadt fand die ersten Minuten dann auch kaum statt, was sich nach dem recht frühen Führungstreffer der Dresdner allerdings änderte. Sichtlich fand man nun ein Mittel gegen die gut eingestellten Gäste, musste aber trotzdem das 2:0 nach einem netten Konter hinnehmen. Noch vor der Pause gelang dann noch der Anschlusstreffer, was eigentlich für die zweite Hälfte Mut machen sollte. Scheiße nur, wenn einem die Knie schlottern und man zu keiner Sekunde des weiteren Spiels an die gezeigte Leistung der ersten Hälfte anknüpfen konnte. Dresden verwaltete dann nur noch das Ergebnis, was die zweite Hälfte dann auch weniger sehenswert machte. Insgesamt kann man dennoch von einem verdienten Auswärtssieg sprechen. Stimmung gabs auch etwas, eine kleine Horde von ein paar älteren Leutchen machten sich unter dem Dach breit und ließen ein bissl was verlauten. Die Zaunfahnen und der lustige Trommler, der ganz tschechenlike im sitzen supportete, waren da aber noch das Auffälligste. Von den Gästen fielen die tatoowierten Atzen ehr auf als ihr Gesang. Mit Schal am Handgelenk oder zum Teil mit vier Bechern Bier gleichzeitig in den Pfoten erheiterten die Typen mich ehr als, dass sie mich beeindruckten. Insgesamt war es also ein recht entspannter Ausflug ins richtig idyllische Thüringen und nach dem hier Schluss war hieß es schnellstens zum Bahnhof und wieder in die hallesche Heimat, wo ich dann auch kurz vor sieben angekommen bin.