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ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!

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Wiener Derby und unverhoffte Aktion in der Skodastadt

18.02.2012 SK Rapid Wien – FK Austria Wien 0:0, Bundesliga

 

Ernst-Happel-Stadion, 29400 Zuschauer (ca. 4000 „Gäste“)

 

Endlich standen einem mal wieder sämtliche Mittel und auch die Zeit zur Verfügung eine etwas größere Reise zu planen. Endlich konnte ich nach längerem Planen mal das Wiener Derby besuchen. Zwar fand dies im Happel statt, doch warum denn nicht auch mal dahin? Die Kartensituation ist ordentlich und auch nach Anfrage per Mail konnte ich mir nun sicher sein, dass es Karten noch am Stadion gibt. Vielleicht mag einer sagen, dass in der EM Schüssel kein echtes Feeling aufkommen kann, doch ich sage mir, warum das Teil nicht mal besuchen beim anstehenden 300. Derby und das für etwas weniger Geld und besseren Fans als es z.B. ein Länderspiel der Ösis gebracht hätte? Leider ließen unschöne Nachrichten im Vorfeld meine Stirn etwas faltig werden, denn die Ultras von Rapid hatten in einem Schreiben darauf aufmerksam gemacht das Derby zu boykottieren. Nach derber Repression und willkürlichen Strafen nach den Vorfällen des letzten Derbys im Hanappi hatte ich sogar einiges an Verständnis übrig für die Ultras aus Hütteldorf, war aber dennoch verständlicherweise enttäuscht, da man sich von solch einem Aufeinandertreffen natürlich einiges verspricht. Aber vielleicht ist es genau der richtige Weg, gerade bei solch einem wichtigen Spiel ein Zeichen zu setzen um auch gehört zu werden. Beruhigen konnte mich dann ja außerdem noch die Tatsache, dass die Fanatics der Austria eben nicht stumm bleiben, sondern durch einen Derbymarsch inkl. Schalaktion im Vorfeld auf sich aufmerksam machten. Somit konnte man wenigstens hier gespannt sein was auf einen zukommt und die Vorfreude war zum Samstagmorgen dann doch wieder da. Mit dem Zug ging es für mich nach Leuna und von dort per Auto dann Richtung Österreich. Den üblichen Weg über Prag, Richtung Jihlava konnte man problemlos hinter sich bringen, nur die Uhrzeit trieb mir den Schweiß auf die Stirn. Natürlich wäre ich nicht ich, wenn ich im Netz nicht versucht hätte einige weitere Kicks zu suchen. Bei unserem Glück hatte ich zwei weitere gefunden und somit hieß es Gas geben. Dieses Glück verpuffte aber relativ schnell als das Navi brüllte, wir kämen erst gegen 16.30Uhr in Wien an, zudem ereilte uns per SMS die Nachricht, das die Kicks vom Landstraßer AC und auch vom FC Stadlau auf Kunstrasen stattfinden. Es hieß nun einen Haken dran

machen und um die Maut im Ösilande zu sparen fuhr man den kompletten Weg per Landstraße nach Wien. Ein Dorf, ein Traktorfahrer, Omchens die ihre Schweine Gassi führten und auch streunende Hunde prägten das Bild der Landschaft. Unglaublich geil das zu sehen und Zeit haben wir nun jetzt auch gehabt! Nun endlich in Wien angekommen, hieß es erstmal in einen Interspar zu marschieren um ordentlich aufzutanken sowie sich um die Produktpalette eines einheimischen Pissgetränkes zu kümmern (;-)) Als dass auch geschafft war, ging es zum Happel und der Schock war zwar nicht überraschend aber groß, als man keinen Parkplatz fand und fürn Fünfer das angrenzende Parkhaus nehmen musste. Nunja, die Zeit drängte und Karten brauchte man ja auch noch. An einer Kasse, völlig leer, hieß es für 24 Glocken inkl. Programm den 3. Rang auf der Gegengeraden einzunehmen. Die Hütte war schon relativ gefüllt, Platz war aber trotzdem genug. Ich ließ es mir heute aber trotzdem nicht nehmen mal auf meine Platznummer zu bestehen und verscheuchte zwei Kids von meinem Platz, ein mieses Gefühl und ich werde sicherlich in Zukunft wieder die Augenbrauen hochziehen wenn mich eines Tages mal wieder ein alter Mann darauf aufmerksam machen wird wenn ich meine Platz und Reihen Nummer nicht einhalte. Was solls, ich saß und begutachtete das Rund. Zu erst dachte ich ja ich sei in Hannover oder doch in der BayArena? Gefiel mir eigentlich überhaupt nicht das Ding. Die Ränge zu weit weg vom Rasen und auch sonst wars ehr ein 0815 Bau aus der Schublade. Naja so ist das wenn man noch vor vier Jahren ein EM Endspiel ausgetragen hat, Hauptsache der Konsum stimmt und die Popkorn Verkäufer wurden an allen Ecken gesichtet. Bin ich hier im Kino? Auch so ist Österreich ja nicht unbedingt für billige Ware bekannt und so behielt ich meinen Hunger für mich. Es wird ja aber niemand dazu gezwungen jemals wieder zu kommen und zum Spiel braucht man eigentlich auch keine Worte verlieren. Eine unterirdische Leistung von beiden Teams die mit einem Derby nichts zutun hatte. Wenn man gegen den größten Rivalen spielt muss einem doch das Messer in der Tasche aufspringen und

auch so war viel zu wenig „Hass“ drin. Die Vorbereitung im Vorfeld und auch die niedlichen Luftballons sowie die kleine „Pyroeinlage“ des Veranstalters waren ein Sinnbild für dieses Derby. Keine Torchancen bis auf einen knappen Kopfball auf Rapidseite sowie einer Vogeleinlage von Sportsmann Königshofer, welcher aber einen ruhigen Abend hatte gegen die schwachen Austria Stürmer. Irgendwie fehlte hier das Salz in der Suppe, lag es vielleicht doch an den stillen Rängen? Zumindest die Austrianer ließen zu Beginn eine zweiteilige Choreo erblicken, welche zwar ganz nett, von der Durchführung und Kreativität her aber ehr mittelmäßig war. Zwar präsentierte man zu Beginn der zweiten Hälfte eine weitere nette kleine Aktion in Form von Wurfschlangen, es ließ aber nicht über den Gesamteindruck hinwegtäuschen, dass man einfach mal versagt hatte. Nur die Mitte war ständig am singen, viel Gepöbel und auch einige Böllerwürfe waren da aber noch das Lauteste. Der ganze Oberrang war in schwarz getaucht und man stand eng zusammen, da muss einfach mehr kommen und für ein Derby ist das zu wenig! Auch so war es wiedermal ein Beweis für mich, wer in Wien wirklich regiert. Mit Sprüchen warum den die Huren auf der anderen Seite zu leise sind will man wohl über die eigene Schwäche hinwegtäuschen? Anstatt Solidarität gegen die Staatsmacht zu zeigen feierte man sich doch nur selbst, daran änderten auch die beiden Spruchbänder gegen die Bullen nichts. Peinlich! Rapid, wie gesagt am boykottieren und das Einläuten der „Rapidviertelstunde“ ließ erahnen was hier heute möglich gewesen wär. Schade! Insgesamt kann man sagen, dass dies wohl mit Abstand das schlechteste Derby der letzten Jahre war und man hofft ja als heimlicher Rapidsympathisant schon auf Besserung. Als hier Schluss war und die Pfiffe verstummten machten wir uns nun auf dem Weg zum Auto, denn viel passierte hier heute nicht mehr. Jetzt ging es zum Hostel, welches ich durch Zufall im Netz entdeckte. 12,50Euro inkl. Frühstück und das Hanappi-Stadion von Rapid gleich dahinter. Sämtliche Wände waren von einigen Klebern der deutschen Ultralandschaft übersäht und so musste man wohl davon ausgehen, dass wir nicht die Ersten sind, welche hier die Nacht verbrachten ;) In unserem Zimmer hauste bereits ein Gast aus Ungarn und ich war wohl der Einzigste welcher Mitleid mit ihm hatte, denn wir alle wussten ja wie laut das Schnarchorgan von mindestens einem unserer Reisegruppe war. Das Problem erübrigte sich aber von alleine, denn irgendwie war der gute Junge wohl nicht daran gewöhnt mit offenen Fenster zu schlafen oder am Abend noch ein Bier mit uns zu kippen. Kurz vor Zehn verließ er wutentbrannt das Zimmer und zog um, was für ne Muschi! Nunja wir hatten das Zimmer für uns und für einen Teil hieß es noch das Nachtleben zu genießen. Ich persönlich hatte keinen Bock mehr drauf und beließ es beim pennen. Am nächsten Morgen hieß es nun die Klamotten packen und erstmal Frühstücken im Speisesaal. Bei verdünntem Kaffee und ungesüßten Joghurt sowie Weißbrot mit Marmelade ließ man den Tag erwachen ehe es nochmal zum Hanappi-Stadion gehen sollte um es zu besichtigen. Das lag dann auch hinter uns und nun hieß es Richtung Klobasaland zu reisen, denn dort erwartete uns der zweite und letzte Kick der Reise… 

  

19.02.2012 FK Mladá Boleslav - FC Baník Ostrava 2:1, Gambrinus Liga

 

Městský Stadion, 3850 Zuschauer (ca. 500 Gäste)

 

Die Fahrt über Stock und Stein nahm nun seine Fortsetzung und über das idyllische Znojmo erreichten wir Tschechien. An aufreizenden Werbefiguren und den nervigen Chinamärkten vorbei hieß es erstmal Geld wechseln, aber die sehr frustriert wirkenden Menschen in der Wechselstube scheinen die Österreicher für bekloppt zu halten einen Wechselkurs von 1:20 zu akzeptieren, wir jedoch verließen uns dann doch lieber auf die gute alte Visa und suchten nen Geldautomaten ehe es nach Mlada Boleslav ging. Schnell wurde einer gefunden und zu nem vernünftigen Kurs konnte man sich nun eindecken. Viel Zeit um sich allgemein an beiden Tagen die Städte anzuschauen und auch mal die Kultur einzuatmen blieb leider nicht. Schade eigentlich, denn gerade Wien ist ja nun mal einer der Kulturhochburgen dieses Planeten. Nunja, es wird nicht das letzte Mal gewesen sein und es bleiben ja immer noch die Spiele. Zudem ist Mlada Boleslav ja das Wolfsburg von Tschechien, was kann es Schöneres geben mal nicht das VW- sondern das Skodawerk zu sehen ;) Direkt dahinter ist das Stadion und der Verdacht in diesem Verein den nächsten aufstrebenden großen Club in der ersten Liga zu sehen, erhärtete sich immer mehr. Zwar ließ es meine Nackenhaare zu Berge stehen, aber man weiß nie was einem heute erwartet. Da der gestrige Tag ja mehr oder weniger fürn Arsch war, ließ ich heute eh alles auf mich zukommen und sollte belohnt werden. Zumal man ja dazu sagen muss, dass mit Baník Ostrava nicht gerade einen Nulpenadresse zu Gast war. Dies bewahrheitete sich bereits an den Kassen als man in Mitten eines Haufen von Jogginghosenträgern inkl. befreundeter Polen aus Katowice stand. Ich tat was für meine eigene Gesundheit und hielt lieber die Schnauze, bevor ich noch eines dieser Module auf mich aufmerksam mache. Die Karten wurden dann schnell für 110KC gesichert und drinnen noch ein Programm für 40KC. Keine schlechte Sache für einen „Spitzenclub“ *hust*…zunächst zog es

einen aber erstmal in das alte Stadion, welches direkt daneben ist. Ziemlich vergammelte und zum Teil schon abgerissene Blöcke bekam man hier zu Gesicht, für einen Erstligakick ist nun aber wirklich kein Platz mehr und so was wie Verständnis machte sich dafür im hinteren Bereich meines Schädels breit, dass man ein neues, modernes Stadion hingestanzt hat. Zwar ist die Hütte nicht unbedingt dolle, aber zumindest die beiden Gegengeraden machen was her. Dass jetzt der größte und steilste Block hinter einem Tor steht und die andere Seite frei ist, dürfte auch einen ehr seltenen und zeitgleich einzigartigen Anblick darstellen. Raus stechen tut hier allerdings nur das grelle blau und auch der winzige Gästeblock in der Ecke einer Geraden. Immerhin aber hieß es jetzt nun endlich die erste Klobasa des Tages zu genießen, welche aber leider etwas lauwarm war. Es war nicht die Beste, die ich jemals aß, aber es reichte mein Gemüt zu beruhigen, fein fein! Ein Dank geht hier an die Augsburger Kollegen fürs spendieren ;) Es ist allgemein bekannt, dass inzwischen auch in Tschechien die Moderne Einzug erhalten hat und dass mittlerweile sämtliche Sinnlosvereine die oberen Tabellenplätze bevölkern. Traurig, dass man Baník jetzt auf einem Abstiegsplatz wiederfindet und auch Vereine wie Brno in der zweiten Liga darum kämpfen müssen nicht kaputt zu gehen. Das Gleiche gilt für Slavia. Schlimm! Mlada hingegen steht auf Rang 4 und genau so spielte man. Per Elfer konnte man in Führung gehen und auch schnell das 2:0 hinterher schieben. Baník hat bis zu dem Zeitpunkt nichts zustande gebracht außer einen Konter zu Beginn der zweiten Hälfte. Nun aber konnte man sich in der Kabine erneut beraten wie man Mlada knacken kann, denn der Schiri unterbrach das Spiel. Was war passiert? Völlig seelenruhig spaziert ein Ostravafan am Rand entlang und zockte die Fahne von Mlada. Ziemlich witzig und gleichzeitig schade, dass die Fahne hängen blieb. Ganze 8 Mann stürzten sich auf den Typen und prügelten ihn die Tribüne runter. Ziemlich mutig dann auch noch den Sicherheitsdienst dazuzuholen während im Gästebreich 200 Sturmhauben das Licht der Welt erblickten und man sich mit den Bullen eine Massenschlägerei lieferte. Ekelhaft finde ich dann, dass im Heimbereich applaudiert wird wenn die Bullen andere Fans verprügeln. Selbst ich konnte mir ein Kommentar in Richtung eines Omchens nicht verkneifen und ein ACAB kam über

meine Lippen. Nunja so ist das. Insgesamt kann man Mlada aber wohl eh nicht ernst nehmen und die witzigste Sache an der Geschichte ist ja, dass der Typ welcher die Fahne holen wollte nicht etwa verhaftet, sondern im Heimbereich zurückgelassen wurde. Dies verschaffte ihm die nächste Tracht Prügel und mittlerweile sammelten sich auch einige zugekiffte Katowice Hools im Heimbereich um Baník zu supporten. Jetzt waren auch hier die Bullen aktiv und zogen vereinzelt Leute raus. Natürlich wurde auch das wieder von viel Applaus unterstützt. Pfui! Erstaunlich wie eine kleine filmreife Szene alles über den Haufen werfen kann. Bis zu diesem Zeitpunkt war Baník klar bestimmend auf den Rängen, man präsentierte zwei kleine Choreos und mit viel Leidenschaft und lauten Support konnte man dem Heimhaufen schnell das Maul stopfen. Diese hielten sich, wenn sie mal nicht das Maul aufrissen, hinter einem selbstgebauten Zaun auf und mit einer Trommel wurde versucht ein bissl zu trällern. Ehr lächerlich die Geschichte, aber in Tschechien ist es keine Seltenheit auch in der ersten Liga schlechte Kurven zu finden und auch hier greift ja der Vergleich mit Wolfsburg im deutschen Lande ;) Ach ja, weitergespielt wurde ja auch noch und der Schiri zeigte eine erstaunliche Nachspielzeit von 16min an. Baník kam noch zu einem Anschlusstreffer, mehr war aber hier nicht drin. Es wär unglaublich schade, wenn die erste Liga diesen Club verliert! Es ist so schon schlimm genug, dass der Kommerz und auch der Sicherheitswahn in Tschechien mehr und mehr Einzug erhält. Ob es nun die Feuerwehr ist, die sofort versucht die Bengalen zu löschen oder ob es die Gelder für Werbung und Vermarktung sind, schaut man nach Polen und schaut man wie es dort mittlerweile in der ersten Liga aussieht, dann ahne ich Schlimmes! Aber nun gut, noch ist es nicht soweit und hier war jetzt auch nicht mehr viel los. Die Bullen hatten alles unter Kontrolle und auch das Omchen hatte sich wieder beruhigt :-D…für uns ging es jetzt zum Auto und nach dem man volltankte hieß es in Usti noch den Kofferraum mit Bier zu füllen. Der Weg dorthin war beschwerlich und ich fragte mich ob es in manchen Straßenabschnitten noch so was wie Zivilisation gab :-D Wir hatten es aber geschafft und man hat alles hinter sich gebracht ehe es bei leichtem Schneefall in die Heimat zurück ging. Insgesamt wars jetzt keine Brüllertour, aber man hat doch recht viel erlebt. Grüße gehen von hier aus noch nach Augsburg und MüchelnSTADT!!        

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P
die witzigste Sache an der Geschichte ist ja, dass der Typ welcher die Fahne holen wollte nicht etwa verhaftet, sondern im Heimbereich zurückgelassen wurde.<br /> <br /> Hehe, gar net mitbekommen. Aber jetzt weiß ich wenigstens, warum die zweite Prügelei entstand. Danke dafür! Ansonsten stimme ich im Bezug auf Mlada voll zu, absolut sinnloser Verein. Nur die Kritik<br /> an der Klobasa bleibt unverständlich, konnte mich über meine zwei nicht beschweren. Gruß aus chemnitz
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