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ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!

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weil es so schön war...

30.09.2017

 

10.15Uhr: FK Tatran Kadaň - SK Štětí 2:3 n.E., Krajský Přebor Ústecký Kraj

 

Stadion FK Tatran Kadaň, 100 Zuschauer (keine Gäste)

 

....macht man diese Woche gleich weiter. Es geht also mal wieder nach Tschechien um die restlichen Kronen zu verballern. Wie schön wenn man dieses Argument immer mal wieder hat und dann doch sowieso wieder an den nächsten Bankomat rennt um die Taschen wieder zu füllen :-D Egal, dieses Land sieht mich nicht zum letzten Mal und nach einigem Hickhack was

man denn nun startet und ob man denn überhaupt seine freien Tage bekommen wird, haben Kollege Rolf und ich uns dann doch noch geeinigt und wir sind nur einen Tag statt zwei oder drei rausgefahren um auf Kreuze, Fleisch und Bierjagd zu gehen. Denn so hat man den Sonntag mal Zeit für sich bzw. die Familie und der Samstag wird halt an der Grenze zur bunten Republik verbracht. Nach einer etwas zerrenden Suche sind dann auch zwei Spiele gefunden worden, die man mal so mitnehmen kann und somit gings mitten in der Nacht auf Richtung Tschechien nach Kadan. Bis nach Decin bzw. dann Richtung Most wars auch ein recht entspannter Ausflug, ja wenn es da nicht die tschechischen Schnellzüge geben würde, welche chronisch Verspätung haben. Hmm, also bis nach Kadan und versucht mit Händen und Füßen dem Schaffner verklickern ob es denn noch einen Anschluss gibt, der uns Richtung Mesto bringt. Ja, der Popelzug mit einem Wagon wartet und da man uns ja in irgend einer Form auch ein Tagesticket kurz vor Decin andrehte, welches bis um vier gilt und wir aber nicht wussten für welche Region, war es ein heißer Tanz überhaupt noch einen Zug zu besteigen ohne befürchten zu müssen drauf zu zahlen. Vorne weg, keinen Schaffner am ganzen Tage hat es interessiert, wir kamen für gut

350 Kc den ganzen Tag von A nach B. Sehr schön! Doch nun sind wir zunächst in Kadan angekommen und das Stadion war nur einen Katzensprung entfernt. Also Beine unter die Arme und auf gings. Zum Anstoß waren wir dann auch da und Eintritt an den Kassen draußen wollte Niemand. Erst nach dem wir drinnen waren, sahen wir einen kleinen Stand oberhalb der überdachten Tribüne, die ausgebaute Hintertorseite allerdings konnte man kostenlos betreten. Seltsam! Nun gut, wir wollten ne Karte, für 30Kc bekamen wir eine und da man die andere Hintertorseite nicht erreichen konnte, ließen wir uns zur ersten Hälfte zumindest neben der geilen Anzeigetafel nieder. Doch auch dann hungerte es so langsam und vergeblich suchte man nach nem Bierstand bzw suchte nen Grill. Nach dem dann eine offene Tür Richtung Kneipe durchschritten werden konnte, wurde einer der Anabolikawestenträger leicht sauer und schuppte uns förmlich wieder nach draußen. Irgendwie merkte der Penner gar nicht, dass wir eigentlich nur auf der suche nach Pivo waren und seinem komischen Verein nur Geld schenken wollten. Schenken ist nämlich das Sprichwort schlechthin, denn nach nochmaligem Nachfragen öffnete sich ein Fenster hinter der Tribüne und ein leicht angepisster Typ schmiss uns ne Klobasa aus nem Dampfkessel (NOGO) und ein Dosenbier vor die Füße. 75Kc verlangte er noch dafür, geschmeckt hats, naja, wie Oma unterm Arm. Ui Ui Ui! Sagen wir so, dieser Ground hier ist eine Augenweide, die Belegschaft das Allerletzte, die Verpflegung zum würgen und der Fußball der hier und heute gegen den Tabellenführer gezeigt wurde war zum abgewöhnen! Jedenfalls schlief ich fast ein, es stand nach 90 Minuten ohne Torchancen 0:0 und das anstehende Elferschießen gewannen die Gäste dann mit 3:2. Somit hat sich Steti weiter gefestigt und Kadan dürfte im Niemalsland landen. Mir eigentlich auch Wurscht, denn nie habe ich in Tschechien unfreundlichere Leute getroffen als hier! Somit also ab und weg hier, schließlich haben wir ja noch etwas Zeit bis das Chaos weitergeht. Daher konnte man Dank Tante Goooochäl erstmal in Erfahrung bringen, dass diese Region hier kulurell echt was zu bieten hat. Nämlich eine Stadt innerhalb von Festungsmauern, einen historischen Markt und idyllische Wanderwege entlang des Flusses. Ich sage mal so, hier kann man es aushalten und nach dem wir das echt hübsche Städtchen besichtigt haben ging es auch schon wieder zum Bahnhof. Hier sollte uns ein Zug Richtung Karlovy Vary bringen und von dort ein weiterer Richtung Nejdek, wo das zweite Spiel des Tages stattfinden sollte...

 

 

16.00Uhr: FK Nejdek 1919 - SK Toužim 4:2, Krajský Přebor Karlovarský Kraj

 

Stadion Limnice, 150 Zuschauer (keine Gäste)

 

....doch so einfach wie es sich liest, war es dann nicht! Denn auf der Strecke sollte es einen Schienenersatz geben. Auch nicht weiter schlimm, denn wir hatten ja unseren Plan in dem man versichert hat es würde gewartet werden. Doch scheiße ist a, der Bahnhof in Karlovy Vary ist nicht beschildert und wurde nicht durchgesagt und b, wir waren in einem Schnellzug, der mal wieder viel zu spät kam. Ende vom Lied, wir sind in Dochov gelandet, also eine Haltestelle zu weit. Unser Glück, wir hatten auf der gegenüberliegenden Gleisseite einen Zug entdeckt der direkt wieder zurück fährt. Also Beine in die Hand und ab auf die andere Seite, es ging nach Karlovy Vary. Dort auf der Baustelle sind wir dann doch noch vor dem Sonnenuntergang angekommen und natürlich war unser Schienenersatz weg. Was nun? Richtig, ein Taxi ran, was uns die 13Km mitnimmt. Gesagt, getan, Michael Schuhmacher persönlich saß am Steuer. 140

durch die Ortschaft? Klar! Kein Ding! Enge Kurven mit quietschenden Rädern und ein Festpreis von 350Kc...zack, wir haben die Strecke in gefühlt zwei Minuten absolviert, zahlten den Preis, mein Stift in der Hose hing schon zu tief, aber wir waren ne Viertelstunde vor dem Anpfiff am Stadion! Na immerhin, denn so isses doch noch nen Doppler geworden und für 25Kc gabs ne Papierkarte für den Sportplatz und seiner schicken Blechtribüne. Auch die urigen Zäune drumherum waren echt vom Feinsten, die Imbissbude und die Verkäuferin mit Traumtitten sah aus wie ein vergitterter Zeitungsstand aus der Zone und zur richtig geilen Klobasa gabs Freibier! Wenn du dich hier nicht wohlfühlst, wo dann bitte!? So gings also ans Fotos schießen und futtern, der Kick begann dann auch recht bald und wir genossen das Spektakel am Rande mit Genuss. Der Kick war dann auch das ganze Gegenteil zum Ersten, denn es fielen Tore, die Leute waren nett und nicht ganz hässlich außerdem. Die Gäste fanden dabei nie ins Spiel und lagen zur Halbzeit bereits 3:0 hinten. Dabei nutzten die Heimkicker mehrere Hundertprozentige nicht und ließen die Gäste in der zweiten Hälfte sogar noch rankommen. Das letzte Aufbäumen war aber vergebens und somit blieb es beim insgesamt verdienten Sieg von Nejdek. Als dann

auch hier Feierabend war, hieß es für uns ab zum Bahnhof und dieses Mal ohne Taxi. Nach einem kleinen Fußmarsch erreichten wir dann diesen auch und eine Direktverbindung bis Johangeorgenstadt rollte fast pünktlich ein. Dort hieß es dann wieder Lotto spielen. Fährt die Hütte weiter bis Zwickau oder muss man umsteigen? Lösung zwei, man muss umsteigen und zum dicken Kontrolleur in den Zug hüpfen, welcher nicht nur total unfreundlich war, sondern auch sämtliches Gesindel in seinen Zug ließ. Willkommen in Deutschland! Jedenfalls gab es einen unverhofften Umstieg kurz nach Zwickau, was einen Einheimischen Sachsen völlig auf die Palme brachte. Jedes zweite Wort endete mit döööö und irgendwie entfielen dem offensichtlich leicht gestörten Menschen Ausdrücke, die den halben Zug zum lachen brachte. Nun ja, er stieg in Leipzig aus, eine fette Schwäbin und ihr Liebhaber ein. Auch deren Gespräche von wackelnden Titten und dicken Ärschen waren nur noch zum schämen, ob die "Frau" mal in den Spiegel geschaut hat weiß ich nicht. Das übertrifft dann sogar noch den Dynamohooligan von der Hinfahrt, welcher die Belegschaft mit seiner scheiß Hipphopp Mucke nervte, irgendwas faselte er sei normalerweise mit dicken Autos unterwegs und wenn der Schaffner ein Ticket haben will schlitze er ihn auf. Hmm, auch in Dresden hätte man besser mal angefangen auszusortieren, peinlich was heutzutage alles auf die Straße darf :-D Uns wars aber ein Fest, denn diese Art Unterhaltung ist doch besser als Schlaf nach einer zweistündigen Nacht nachzuholen. Und das für zwei Fünftligakocks im gelobten Land! Natürlich war es mal wieder ein Fest für mich und insgesamt cwar der Tag dann doch noch tröstent gegenüber dem was eigentlich heute geplant gewesen wäre. Ich denke die Person wird wissen wenn sie gemeint ist und daher kann es für mich nur wieder heißen, der Fußball lässt dich wenigstens niemals im Stich...Sport frei!  

 

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