ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!
Der Urlaubsplan für das Jahr 2018 war reichlich spät eingereicht, doch um sich an einem Tourvorschlag der Kollegen Ise und Martin zu beteiligen reichte es allemal! So hieß es im März einfach mal 12 Tage Urlaub und ein paar Tage frei zu nehmen um im Endeffekt eine der größten und längsten, wenn nicht sogar meine größte Tour überhaupt zu starten. Ich bin ja nun nicht gerade der, den man kennen muss und meine „Groundhoppingkarriere“ ist nicht gerade das was andere als fantastisch bezeichnen…. Und dennoch, die folgenden Zeilen versuche ich nun im Rahmen zu halten, um am Ende kein ganzes Buch entstehen zu lassen. Der Plan lautete innerhalb von siebzehn Tagen den Balkan, über Österreich kommend, abzugrasen. Dabei sollten Eindrücke entstehen, die es dem Deutschen plötzlich gar nicht mehr so einfach macht seinen Komfort als selbstverständlich anzusehen. Denn von überraschend viel Pracht, bis hin zu absolutem Elend, hat man in dieser Zeit alles gesehen. Von Regen, über Schnee, bis hin zu strahlendem Sonnenschein, jedes Wetter mitgenommen und kulinarisch schüttelte es einem dann doch schon etwas, denn was man in den bereisten Ländern auf die Teller bekommt, lässt einem den Magen in Glücksgefühle springen. Natürlich darf ich abschließend auch nicht verschweigen, dass sechs neue Länderpunkte dabei raus sprangen, der Sport von megaschlecht bis hin zu technisch anspruchsvoll durch die Bank weg überall vertreten war und, dass man bei der nächsten Reise in diese Region und sie wird kommen (!) sein Desinfektionsspray nicht vergessen sollte. Nun aber genug mit dem Gesafte, ich lege los und hoffe dem Leser wird das Geschriebene über 8000km Fahrtweg, Betrugsversuche, Ballsport und auch Kultur reichlich munden!
Tag 1.
Am 9. Tag des Monats März gings also los. Zunächst Richtung Österreich und damit Wien. Ganz klar, nach elf Tagen am Stück der Knechtschaft natürlich gegen halb vier in der Früh mit dem Bus. Dabei hieß der erste Anlauf Prag, wo man eine Stunde Aufenthalt hat und die besagten Kollegen am Busbahnhof Florence treffen sollte. Lustig dabei war, dass der wohl möglich völlig überarbeitete Busfahrer Prag mit Paris verwechselte und sich nicht gerade darüber freute die Lacher auf seiner Seite gehabt zu haben. Nun ja, so ist das wenn man jeden Tag woanders hinfährt und die Kollegen unter uns dürften dies sicher kennen. Aber was solls, ich war zum Glück nicht in Frankreich, sondern in Tschechien und nach dem die Reisegruppe nun vollzählig war und man sich das erste Bierchen auf der Wartebank genehmigte, rollte auch schon der Bus Richtung Wien ein. Also gings auf zum Kutsche satteln, Koffer verstauen und bei besten Gesprächen und freilich auch etwas Schlaf die mehrstündige Reise hinter sich bringen. Pünktlich kamen wir dann auch in Wien an und es roch bereits jetzt nach Pisse und einladend war der Busbahnhof in Österreichs Hauptstadt auch nicht gerade! Aber nun ja, wir mussten uns ohnehin sputen, denn am Abend des ersten Reisetages stand nicht nur ein Zweitligaspiel an, nein, wir mussten uns ja auch noch um die Bude zum schlafen kümmern. Also hieß es einmal quer durch die Stadt per Tram und den Schlüssel in einem Büro abholen, ehe es quasi den ganzen Weg wieder zurück ging und wir noch rasch eine nette kleine Wohnung im Erdgeschoss liegend bezogen haben. Human von den Preisen her hatte ich zumindest die Glotze in meinem Zimmer und ein Doppelbett für mich allein, Biervorrat konnte ich bei einem nahe liegenden Supermarkt auch noch auffüllen und nach dem man erst einmal etwas entspannte gings dann auch schon bald los und der erste sportliche Akt sollte beginnen
09.03.2018 Florisdorfer AC Team für Wien – SC Wiener Neustadt 08 0:3, 1. Liga
FAC-Platz, 351 Zuschauer (etwa 50 Gäste)
So gings für nen Zehner Eintritt ins Stadion des FAC, welches im gleichnamigen Ort des Vereins, in Florisdorf liegt. Ich sage mal, die Preise sind noch human, immer hin befindet man sich (noch) nicht in einem dieser Länder, wo man mit nem ganzem (deutschen) Monatsgehalt wie ein König leben kann. Die Karte war ja auch recht hübsch und weil der Wanzt dann auch irgendwann zu bellen anfing, gabs ne Krainer mit Pommes und Bier für

zwar viel Geld, dafür aber mit nem Geschmack den man nicht so oft im Munde hat. So gut die Wurst, so ordentlich war dann auch der Ground. Ausreichend kann man da sagen und mit ner überdachten Tribüne hinter dem Tor sowie auf der Hauptseite, einer ausgebauten Gegengeraden und einem Gästekäfig sowie Flutlicht hat man hier sicherlich nicht den schlechtesten Platz. Der Verein an sich dürfte dabei auch nur einer von vielen sein. Die Gäste jedenfalls sind eines dieser Kunstprodukte Österreichs und hatten einst mal viel vor. Nun ja, die Bundesliga konnte man vorerst nicht halten, ist aber sicherlich wieder auf dem Weg dort hin. Denn man grüßt von der Spitze und dominierte diesen Kick nach Belieben. Zwar konnte das Team für Wien noch relativ lange mithalten, doch nach dem ersten Gegentor war die hartnäckige Gegenwehr dahin. Nach einem weiteren schnellen Doppelschlag konnte sich das Neustädter Team dann auch verdientermaßen absetzen und siegte am Ende eigentlich ohne Probleme. Auch was die Anhänger betrifft dürften die Gäste hier den Sieg davon getragen haben. Denn im Gegensatz zur fünfköpfigen Jubeltruppe im Heimblock hatten die Gäste einen kleinen Haufen dabei, der mit Schwenkern und etwas Liedgut mehr Stimmung verbreitet hat als ich erwartet habe. Ich denke verkehrt war dieser Auftakt daher nicht und nach dem es dann langsam recht kalt wurde und ich mich eigentlich nur noch für einen meckernden Vater am Spielfeldrand interessierte war ich froh als der Schiri genug hatte und abpfiff. Für uns hieß es dann also Beine unter den Arm und ab ins Nachleben. Da Kollegin Ise aus dem Land stammt in dem wir uns befinden, sollten natürlich auch noch Leute am Start sein, die man als Freunde und Bekannte bezeichnen kann. So gings also noch in eine recht nette Kneipe unter einer Eisenbahnbrücke und ich kann mich irren, aber jedes Mal wenn mein Glas leer war, stand es frisch gefüllt auf dem Tisch? Hmm ok, gerne, bezahlen musste ich davon sicherlich nicht viel und da die Leute echt korrekt waren, ich aber müde wurde…nein, es ging nicht nach Hause…sondern ich stieg von Bier auf Schnaps um. Dieser wirkte nicht nur, sonder schmeckte hervorragend! Andere traf es da schlimmer, denn er schmeckte zu gut, unsere Unterkunft erreichten wir aber dennoch irgendwann in der Nacht. Ich denke also, für einen ersten Abend floss der Suff nicht nur in Strömen, nein, ich fühlte mich auch seit Langem wieder pudelwohl und in guter Gesellschaft. Schade, dass die Dame des Hauses keine Zeit dafür hatte, aber während ich diese Zeilen schreibe konnte sie ja schon lange sicher sein, sie hat mich wieder! So gings dann irgendwann in die Falle, denn am nächsten Tag hatte man sich schließlich auch was vorgenommen…














Tag 2.
Bei Zeiten gings aus den Federn, denn auch an diesem Tag sollte der Ball rollen. Doch nicht nur das, man ist schließlich in Wien. Ich denke es wäre ein Verbrechen wenn man nicht wenigstens einmal den Touri raushängen lässt. So hieß es also Frühstück, den Kollegen aus dem Bett kloppen und ein paar nette Ausflugsziele ansteuern. Dabei spielte das Wetter natürlich wieder prächtig mit, eine Topfencremtorte ließ meinen Gaumen jubeln und mit dem Parlament, dem Rathaus, das Heldendenkmal oder auch der Palast von Kaiserin Sissi hatte ich mir ein paar schöne Eindrücke geholt, ehe mir dann die ganzen Chinesen mit ihren Deppenzeptern zu viel geworden sind und wir uns dann doch dazu entschieden haben lieber jetzt als später Richtung Stadlau zu machen. Hier sollte man nicht nur ein paar bekannte Gesichter treffen, sondern auch ein Spiel schauen. Doch Pustekuchen, man hat sich vor ein paar Tropfen eingeschissen und der Rasen war laut dem Verband nicht bespielbar. Spielabsage! Was nun? Klasse! Gleich beim zweiten Spiel gibt’s Probleme! Aber nun ja, es ist Samstag und es wäre doch gelacht wenn man keinen Ersatz findet…dieser wurde mit nem Stadtligaspielchen gefunden und auch wenn der Fußball sicherlich nix für Feinschmecker ist, der Ground dürfte nicht nur mich überrascht haben. Also zwei Taxen bestellt und auf gings in die Wiener Nordstadt, wo ein relativ seltsamer Verein sein zu Hause hat….


















10.03.2018
14.00Uhr: Mauerwerk Sport Admira – FV Austria XIII 4:3, Stadtliga Wien
Sportanlage Nord-Wien, 121 Zuschauer (etwa 20 Gäste)
…nein, es handelt sich dabei nicht um eine Baufirma, sondern tatsächlich um einen Fußballclub. Ein Verein, der innerhalb kürzester Zeit seinen Namen mehrfach änderte. Je
nach dem welcher Sponsor gerade wieder das Meiste zahlt. Österreich ist manchmal schon sehr seltsam! Aber nun ja, momentan ist es das Mauerwerk und der Club hat sicherlich auch ne recht hübsche Anlage aufzubieten. Ein paar Sitzschalen und Stufen findet man auf einer

Geraden genau so wie auf der anderen. Eine Anzeigetafel ist vorhanden und als man sah wie der Rasen schon nach wenigen Minuten Spielzeit aussah, verwunderte es uns dann doch nicht, dass in Stadlau nicht gespielt wurde. Was solls, hier wurde gespielt und da alles gemacht werden musste blieben wir auch hier. Die laut Aushang 8Euro Eintritt verlangte keiner von uns, dafür floss das Geld in ein Leberkässemmel und genug Bier. Schmeckte gar nicht so übel, doch man sollte sich am angrenzenden Biergarten vielleicht mal Gedanken über neue Mitarbeiter machen. Mitarbeiter mit Tempo bei der Arbeit und vor Allem Elan! Nun ja, ich schaffte es ja noch während des Spiels meine Verpflegung zu erhaschen und zu acht verfolgten wir den Kick, welcher scheinbar schon nach wenigen Minuten entschieden war. Denn die Maurer überrannten den Gästeclub und führten verdient mit 3:0 zur Pause. Doch was der Trainer der Gäste auch unternommen hat, es schien geholfen zu haben. Mit Disziplin und einer völlig anderen Spielweise schaffte man den Ausgleich, doch durch ein blödes Eigentor vermasselte man es sich am Ende selbst. Als neutraler Beobachter war dies natürlich das was man sehen will, für die Gäste wars einfach nur bitter, man hätte es ihnen sogar gegönnt. Doch so wars dann nicht, die Heimtruppe verließ den Platz als Sieger und weil hier insgesamt aber nicht gerade der Bär steppte, kann man es eigentlich auch bei diesen paar Zeilen belassen. Immerhin folgte am Abend ja noch ein zweiter Kick und dabei war ich dann wohl der Einzige der angewachsenen Reisegruppe, welcher dabei neutral gegenüber dem letzten Kick des Tages stand….














18.30Uhr: Admira Wacker Mödling – SK Sturm Graz 2:4, Bundesliga
Bundesstadion Südstadt, 2750 Zuschauer (etwa 800 Gäste)
…so gings mal wieder zu irgendeiner Tram in Wien und diese sollte uns dann zum „Auswärtsspiel“ von Sturm Graz führen. Es ging nach Maria Enzersdorf, wo Admira Wacker Mödling zu Hause ist. NEIN, Sponsorennamen oder irgendwelchen anderen Kram, der in der

österreichischen Fußballwelt um sich greift, werdet ihr hier nicht lesen! Schon gar nicht, dass das nette Stadion eine Arena sein soll. So erreichten wir, wenn auch nicht ganz legal(die Tageskarte für Wien galt hier nicht), unsere Haltestelle und von weitem sah man bereits Flutlicht. Also lud ich noch schnell die Gruppe am Gästeblock der Grazer ab, während ich mich für 26 Euro auf die Tribüne knallte. Nun gut, nicht nur billiger wäre der Gästeblock gewesen, sondern auch billiger. Denn man hörte, dass ein Großteil umsonst rein kam. Nein, nicht durch Gewalt, ehr dessen geschuldet, dass man bei der Admira wohl nicht mit so vielen Grazern gerechnet hat :-D…nun ja, ist auch nicht ganz so normal in diesem Land, aber für den Sturm geht’s schließlich noch um was in der Liga. Auch die Admira hat in diesem Jahr mal wieder einen ihrer wenigen Höhepunkte und so war dies hier gar ein Sechspunktespiel. Na großartig! Also hieß es nun nix wie rein ins recht hübsche kleine Stadion, welches auf einer Seite eine große Tribüne mit Dach besitzt und die Gegengerade inkl. Gästeblock ebenso mit Stufen versehen ist wie hinter beiden Toren. Leider sind letztere nicht mehr begehbar und da man ja dem Rubel nach rennt, verkauft man trotzdem für diese Blöcke ein paar Stehplatzkarten. Vielleicht hätte ich dies tun sollen, immerhin wäre ich so für die Hälfte drin gewesen und hätte trotzdem einen ordentlichen Blick gehabt. Aber nö, ich bevorzugte dann doch lieber den Luxus und gönnte mir für insgesamt 8Euro ne Krainer im Hotdogbrötchen und ein Bier. Nahm gemütlich Platz, lenkte mal wieder alle Blicke auf mich mit meiner Knipserei, aber interessiert war ich daran nicht. Mehr interessant waren dann mal wieder die Nobelmenschen, die bei gut 500 freien Sitzplätzen nach ihrer Nummer suchten. Eure komische Art und Gattung wird wohl niemals aussterben! Wie dem auch sei, der Kick konnte nun beginnen und nach dem man bereits beide Teams mit irgendwelchen Firmennamen preiste, prangerte schon nach fünf Spielminuten sämtliche Leuchtreklame an allen Ecken und enden auf. Da kann man ja froh sein, dass das Spiel recht unterhaltsam war und die Grazer zu Beginn mehr Spielanteile hatten, dennoch aber zweimal einem Rückstand nachlaufen mussten. Auch einen verschossenen Elfer gönnte man sich, nutzte aber in der zweiten Hälfte seinen spielerischen Vorsprung mehr und mehr aus. So konnten die Jungs aus Kärnten das Spiel drehen und während Admira aufmachte, schob man das Vierte nach. Das ist Fußball und insgesamt war es auch verdient hier drei Punkte mitgenommen zu haben. Ob man damit allerdings dem Brauseabfall aus Salzburg gefährlich werden kann, bezweifle ich stark. Aber was solls, das was auf den Rängen passierte, also damit muss man sich nicht verstecken. Auch der kleine Heimblock war ganz ordentlich. So gab es zu Beginn eine Schweigeminute für einen mit 93 verstorbenen Fan und ein heimischer Ultra durfte ganz legal eine Fackel entzünden. Ok, der Bengel braucht Übung, erst beim dritten Versuch bekam er den Bengalo in Brand und in den folgenden 90 Minuten war es auch nicht gerade still. Für solch einen Verein wars mehr als ich dachte, gegen die Gäste jedoch dürfte man nicht angekommen sein. Hier prangerte zu Beginn ein Transpi am Zaun, welches sich gegen die Regierung, im Speziellen gegen einen FPÖ Typen und seinem Pyroverbot richtet. Ja, ja, auch in Österreich kommt man langsam auf den Trichter wie mörderisch und gefährlich Pyrotechnik ist und in den nächsten Monaten sollte ein abschließendes Urteil gefällt werden. Das hinderte die Grazer allerdings nicht um während des gesamten Spiels des Öfteren den Abendhimmel zu beleuchten. Auch so kam die Stimmung auf der Gegenseite richtig gut an, auch wenn Kollegin Ise behauptet es war miese Stimmung :P Zwar wenig kreativ und abwechslungsreich, dafür aber mit einer ordentlichen Mitmachquote und optischen Hilfsmitteln, war dieser Auftritt wirklich nicht verkehrt und ihre Mannschaft bedankte sich ja nun auch mit einem Sieg. Insgesamt wars also ein würdiger Abschluss in Österreich, jetzt sollte die Reise nämlich erst beginnen. So sammelte ich die mehr oder weniger nüchterne hust* wieder ein und es ging direkt in unsere Unterkunft. Denn die Zeit rannte und ein wenig Schlaf will man ja doch noch irgendwie erhaschen, ehe es am nächsten Morgen oder von mir aus auch nachts wieder aus den Federn gehen sollte. Also hieß es gute Nacht sagen, natürlich noch schnell ne Krainer reinpfeifen und auf den nächsten Tag freuen…












