ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!
Tag 3.
So schrie einen der Wecker gegen drei an und jagte einen hoch. Dabei kannst ja froh sein, dass man am Abend vorher noch seinen Koffer packte und eine schnelle Dusche und nen Semmel mit Wurst reichte um los zu können. So Wars dann gegen um vier soweit und das Apartment wurde verlassen, Schlüssel verstaut und ab gings Richtung U-Bahn, die uns wieder zum recht einladenden Busbahnhof bringen sollte. Ein Ticket für den Bus Richtung Zagreb hat man sich ja nun bereits am Vortag gesichert und somit konnte man sich die Wartezeit damit vertreiben in dem man an einem angrenzenden Biergarten ein paar Stühle zweckentfremdete. Denn eine Wartehalle oder gar Bänke an den Abfahrtszonen suchte man vergeblich. Nein, ehr der Gestank von Pisse und der Anblick komischer Menschen dominierte diese eine Stunde. Doch dann irgendwann rollte die Kutsche ein, wir durften alle noch ein paar Groschen drauflegen um unser Gepäck zu verstauen und da die Müdigkeit siegte pennte ich kurz nach Beginn der abfahrt sofort ein. Erst an einer der zahlreichen Grenzübertritte musste man den Bus dann notdürftig verlassen und sich den jederzeit grimmig dreinschauenden Uniformierten gegenüber stellen. Ob das nun in Slowenien so war oder in Kroatien, es war zumindest ein größeres Fass, was man in Deutschland aufmacht und was dabei rauskommt sieht man ja :-P Egal, irgendwann kam man ja auch an, sogar überpünktlich und man hatte in Zagreb ja auch was vor. Also war der erste Schritt damit getan ein wenig Geld zu wechseln um das Gepäck zu verstauen. Dies sollte im Hauptbahnhof passieren und ich muss nach Betreten des Gebäudes schon sagen, herzlich willkommen (NOCH) im Balkan. Tauben scheißen auf die Eingänge und nebenan verkauft der Bäcker seine Brötchen. Überall darf man rauchen, während sich der noble Deutsche die Hacken bescheißt. Auch die Schließfächer wurden nun entdeckt und während man versuchte das Gepäck ins kaputte Schließfach zu stellen, welches gleich mal die Münzen fraß, bemerkten wir, dass sich um uns herum so langsam die Hütte mit reichlich Alkohol, Piss und Kotzgerüchen füllte. Na klar, die Oma gegenüber schrieb ihren imaginären Freund an und erinnerte dabei doch ziemlich stark an die Katzenfrau der Simpsons :-D Auch ein Bahnmitarbeiter hatte eine Arschruhe uns das Gepäckfach zu reparieren. Als er es dann schaffte und wir uns nun auch das erste Bierchen samt Fehldruck auf der Dose genehmigten, ging es nach gefühlten Stunden endlich zur Tram vor dem Bahnhof. Diese sollte uns Richtung Trnje bringen, wo ein Drittligaspiel mein zweites Kreuzchen brachte…oder auch nicht! Denn angekommen im beschaulichen (NICHT) Stadtteil hinter einem Schrottplatz und zwischen runtergekommen Asihütten lag zwar das Stadion, doch nirgends war auch nur eine Seele zu sehen. Ein Blick ins Innere des Grounds und man merkte schnell, gespielt wird hier heute nicht! Na klasse, geht das schon wieder los…dachte man…doch dann bemerkte man Spieler im Trikot die sich auf den Weg auf einen anderen Platz machten und nach einer Gefühlten Ewigkeit haben wir auch einen Einheimischen sprechen können der uns Auskunft darüber gab was denn hier nur los sei. Aha, Trnje spielt also auf nem pissigem Kunstrasen neben dem Maksimirstadion..echt jetzt!? Oh man, und die Zeit re4ichte nicht aus dort hinzugelangen. Ein Spiel oder kein Spiel, der Untergrund ist ja eigentlich egal. Doch was haben die Spieler auf sich die hier reihenweise an uns vorbei liefen? So sind wir diesen nachgegangen und tatsächlich, ein Spiel, allerdings auf dem Nebenplatz des Stadions. Und auch Trnje hat hier weit und breit keiner gesehen, sondern nach erneutem Fragen an einen Einheimischen, handelte es sich hier um einen Test, den zwei Teams unter sich ausmachten, während ihre eigenen Partien ins Wasser gefallen waren.
11.03.2017
12.00Uhr: NK Concordia Zagreb – NK Lonja Lonjica 0:0, Testspiel
Stadion NK Trnje umjetna trava, 21 Zuschauer (keine Gäste)
Die hier genannten Teams traten also wie gesagt zu einem Test an um im Rhythmus zu bleiben und bei einem Gespräch mit einem Mannschaftsbetreuer der Gäste konnte man sogar in Erfahrung bringen, dass Concordia eine gar nicht mal so kleine Hütte besitzt. Na das ist doch prima, ich muss ohnehin noch mal nach Zagreb :-D Jedenfalls war auf der Plastewiese nun Anpfiff, welche allerdings sogar eine kleine Stahlrohr“tribüne“ besaß und man es sich auf dieser bequem machen konnte. Mehr gibt’s hier eigentlich nicht, außer vielleicht ner Kneipe die zu hatte und ner viel befahrenen Straße nebenan hehe. Spielerisch wars dann auch ehr magere Kost, aber da wir ja eh nicht bis ganz zum Schluss bleiben konnten, da dieses Spiel nicht 11Uhr sondern 12Uhr angepfiffen wurde, wars uns eigentlich egal und die Groundhopperpolizei kann sich ins Knie ficken, ich zähls trotzdem. Denn alles muss gemacht werden, bei einem 0:0 haben wir ja auch keine Tore verpasst und außerdem war das zweite Spiel am heutigen Tag umso interessanter. Daher belasse ich’s lieber bei den paar Zeilen zu diesem Spiel und nach dem wir die Beine in die Hand nahmen, gings mit der Tram wieder Richtung Bahnhof. Dort erwarteten uns erstmal ein Bäcker für den Hunger und ein Zug, der bis nach Zapresic fahren sollte. Immerhin erste Liga und mit Rijeka kein schlechter Gast. Dass man aber eine Haltestelle zu früh ausgestiegen ist und wir somit 3Km laufen musste, damit rechnete niemand und es sollte auch nicht die letzte Panne dieser Art auf dieser Tour sein…







15.00Uhr: NK Inter Zaprešić – HNK Rijeka 0:3, 1. HNL
Stadion ŠRC Zaprešić 586 Zuschauer (um die 250 Gäste)
…wie erwähnt nutzten wir den Zug, welcher auf irgend nem Kuhhof in der Pampa ankam. Ca. 40min Fahrt in den Vorort von Zagreb und irgendwie wurde es immer düsterer. Nun gut, es fahren Busse hier raus, immerhin findet man Grün, aber den leichten Aufschwung Kroatiens sieht man hier nun wahrlich nicht. Aber nun gut, wir waren ja zumindest am Nachmittag ausschließlich zum Fußball hier und nach einem ungemütlichen Fußmarsch über Stock und Stein erreichten wir auch pünktlich das Stadion, welches weniger Andrang an Leuten hatte als ich dann doch dachte. Aber so ist das anscheinend in der heutigen Zeit in solchen Ländern, komisch bleibt jedoch zu erst einmal die Eintrittskarte. Ein Kassenzettel? Echt jetzt? Kein Bier und gesalzenes Popcorn. Gehe ich dann lieber gleich oder bleibe ich hier um zumindest in dem Gästehaufen einen Lichtblick zu sehen? Was für ein Gerde, natürlich blieb ich und das Stadion ist ja nun so schlecht auch nicht. Ein Dach in der Mitte und einiges an Sitzschalen prangern auf der einen Geraden. Die Gegengerade ist mit einem Gästekäfig versehen und besitzt noch ein paar weitere Stufen. Als ich meine runde gerade absolvieren wollte und die Hintertorseite erreichte, erhaschte mich dann wohl einer dieser Bauernlümmel in Uniform hier und durchsuchte mich nach Waffen. Hmm, ok, ich bin den Gästen ziemlich nahe gekommen, doch kann man da nicht einfach mal die Tore geschlossen halten? Na ja andere Sitten und so…Also gings halt wieder zurück auf die andere Hintertor, wo noch eine nette Anzeige steht und vier Masten hat die nette Anlage ja auch zu bieten. So habe ich ein paar Bilder erhaschen können und weil wir ja King sind, nahmen wir halt auf der Pressetribüne platz um das Spektakel auf unmöglichem Rasen zu verfolgen. Dabei ist das Spiel schnell erklärt, Rijeka ist halt ein Topteam und nutzte seine Chancen eiskalt aus. Zapresic hatte kaum Widerstand geleistet, blieb bei Kontern zwar mal gefährlich, aber der Gästekeeper konnte sein Trikot trotzdem wieder so in den Schrank legen wie er es vorfand. Trotzdem wars ein recht unterhaltsamer Kick und bei den Verhältnissen des Platzes hatten beide Mannschaften das Beste draus gemacht. Rijeka bleibt damit nicht nur der verdiente Sieger sondern wird wieder einen Angriff auf die internationalen Plätze angehen. Nicht die schlechteste Truppe….denn nicht nur auf dem Platz, auch auf den Rängen gabs einen verdienten Sieger. Im Laufe des Spiels trudelten dann so langsam mal die Gäste ein und als alle schon dachten es gibt heute nicht viel, prangerte eine Armada Fahne am Zaun, die ihre besten Tage auf jeden Fall schon lange hinter sich hatte. Sehr geil! Auch nach einer guten halben Stunde Spielzeit entschied sich dann der Mob so langsam mal fürs singen und bei 100% Mitmachquote und vernünftiger Lautstärke brachte man sein Liedgut zum Besten. Und weil das ja noch nicht reichte und es ein wenig giesig am Himmel wurde, erleuchteten dann auch ein paar Fackeln den Nachmittagshimmel. Wenn das nicht zu gefallen weiß, dann weiß ich auch nicht weiter. Für Kroatien auf jeden Fall eines der besseren Auftritte eines Gästehaufens. Lustig dabei zu sehen waren dann auch die Cops, die während der zweiten Halbzeit den Gästeblock bevölkerten und bei den Fackeln aber nicht eingegriffen haben. Auch die Ordner hielten lieber weiter ihre Siesta oder warteten vielleicht auf den nächsten Trottel den sie nach Waffen durchsuchen dürfen. Wie dem auch sei, passiert ist hier nix mehr groß und als dann der Schiri die Nase voll hatte, drängte es auch uns so langsam Richtung Ausgang. Dieses Mal jedoch nutzten wir den richtigen Weg und steuerten den Bahnhof an, der nicht ganz so weit weg war. Nach ner knappen Stunde Wartezeit trudelte dann auch der Zug ein und brachte uns zurück nach Zagreb. Dort pünktlich angekommen musste es natürlich noch eine kleine Touritour durch das Zentrum geben und somit steuerten wir den Dom an, das Klosterviertel und in der Altstadt ein Restaurant wo es für alle nicht nur Grünzeug sondern auch Fleisch satt für alle gab. Ich als Berufsausübender Koch muss sagen, ich habe noch nie etwas Vergleichbares gefuttert. Vom Geschmack her bin ich ins Schwärmen geraten und das Schlimme, irgendwann wurde ich auch satt. Hätte gerne noch weitere Köstlichkeiten probiert, doch auch das Zeiteisen musste im Auge behalten werden. Denn es war schließlich noch nicht alles an Eindrücken, die Tour sollte ihre Fortsetzung in Serbien finden. Bis dahin musste man aber erstmal kommen und somit deckten wir uns mit drei Bustickets ein und das Gefährt nahm uns am Abend, durch die Nacht hindurch bis Belgrad mit. Ich verabschiedete mich ungern von Zagreb, aber diese Stadt sieht mich wie gesagt wieder! Jetzt jedoch heißt es für mich das erste Mal überhaupt nach Serbien zu fahren und weil wir ja was Besseres sind, nahm jeder einen Doppelplatz im Bus für sich ein…außer ich. Ich legte mich gleich auf die Rückbank und streckte bis zur Serbischen Grenze alle Vier von mir :-D Ich hörte schließlich von der brutalen Unpünktlichkeit der Busse auf dem Balkan und fand mich bereits damit ab vier Stunden später und im Hellen die Serbische Hauptstadt zu erreichen…

















Tag 4.
…doch weit gefehlt! Erstaunlich schnell konnten wir die Grenze passieren und ich bekam nicht nur meinen ersten Stempel in den Reisepass, sondern wir alle mussten uns nun einen Kopf machen was wir in Belgrad so treiben. Schließlich gibt’s zwar etwas Fußball zum
Nachmittag (zum Wochenstart!) doch nach Ankunft in Belgrad wars nicht nur nasskalt sondern die Uhr schlug gerade mal kurz vor vier. Hmm, ok, also erstmal die Koffer schnappen und uns in eine kleine Kaschemme setzen die noch offen hatte. Rasch noch etwas Geld vom Automaten abheben und dann rätselten wir was wir denn noch so treiben. Die Entscheidung war dann am Ende aber recht schnell gefallen, suchen wir uns halt ein 24 Stunden Hostel wo man noch einmal die Augen zu machen kann. Und weil uns das Glück auf der gesamten Tour (mit einer Ausnahme) treu bleiben sollte, fanden wir dies quasi gegenüber vom Hauptbahnhof und somit konnten wir tatsächlich noch um die Zeit einchecken und noch etwas pennen. Die Zeit zum auschecken lag dabei eigentlich bei 10Uhr, doch interessiert hat es dort niemanden. Reicht wenn ihr 12Uhr geht. Gute Nacht allerseits! Herrlich! Also Klamotten runter und das Doppelstockgerüst mit drei Betten geentert. Ich denke es war nicht die schlechteste Entscheidung! Denn der Tag sollte ja nun auch noch vor uns liegen und zudem mein Länderpunkt in Serbien. Dabei kann’s ja mit dem Belgrader Derby jeder, sind eh wieder Tribünenweise Deutsche anwesend. Nö, ich nehme das mit was geht und eigentlich ungeplant auf dieser Tour gibt’s zum Montagnachmittag halt etwas zweite Liga. Verschoben wurde es zum Glück nicht, ist ja gang und gebe hier und somit hieß es nach dem Auschecken im Hostel den Weg Richtung Bahnhof auf uns zu nehmen, wo wir das Gepäck abgaben und nach mehrmaligen Durchfragen auch raus bekamen welche Buslinie an den äußersten Rand von Belgrad fährt. Ausnahmsweise gabs dabei mal ein paar nette Menschen gegenüber Fremden und man nannte uns die Buslinie, welche nicht nur aller 8 Minuten fuhr, sondern auch einen Kulturschock auslöste. Zunächst einmal hieß es also einsteigen in den völlig verrosteten Bus. Der Fahrer schottete sich per Zeitung von vorgestern an seiner Kabine von all den Menschen ab und als ich ihn fragte ob er uns denn Tickets verkaufen würde, zog er ne Labbe und schüttelte mit dem Kopf als wolle er uns sagen…Tickets? Wurde noch nicht erfunden! Hinsetzen! Ok, ähm, ja, also hinsetzen und auf gings auf eine Reise durch die Stadt Belgrad die zwei völlig unterschiedliche Seiten aufweisen. Zunächst baut man neue Hochhäuser, beleuchtete Brücken und Paläste. Chinesische und Russische Investoren kaufen Land um Land…und auf der anderen Seite befuhren wir nach gut 40 Minuten ein Viertel wo das Wort Armut relativ groß geschrieben werden dürfte. Doch irgendwie hat es keinen gejuckt, man hat uns auch nicht begafft so wie in anderen Ländern und hat uns versucht den Rucksack zu klauen. Nein, man war sogar so nett uns mitzuteilen, dass wir mal wieder zu früh ausgestiegen sind :-D Ok, der Ground zu dem wir wollten war noch acht Kilometer entfernt und umsteigen mussten wir auch noch mal. Na endlich wusste man wo man hin muss und nach dem man den nächsten Bus bestieg, der nicht nur voller Abgase gefüllt war, sondern auch platzend vor Menschen, hatten wir endlich das Ziel erreicht, Zeit hatten wir ja auch noch ein wenig und somit gings zu Fuß auf zum Fußball…





12.03.2018 FK Budućnost Dobanovci - FK Radnički Kragujevac 1923 2:0, Prva Liga
Stadion FK Budućnost, 500 Zuschauer (etwa 90 Gäste)
…nach kurzen Gelatsche hörte man dann von weitem auch Musik, Fußwege gabs eigentlich nicht und somit musste man sich nicht nur auf den Weg konzentrieren, sondern auch auf die Autofahrer hier, welche ihren Schein offensichtlich per Lotterie erhamstern konnten. Nun ja,
ich lebe noch, gegen den Verkehr zu laufen scheint also auch in Serbien zu helfen. Heil und

sicher sind wir daher angekommen und durch ein kleines Loch in einer Betonwand starrte uns ein Opi an, welcher ein paar Groschen wollte und wir dafür eine richtig schicke Eintrittskarte in den Händen hielten. Die anwesenden Cops musterten uns genau und auch die Ordner im Inneren passten genau auf wer wo steht. Zur Verpflegung gabs übersalzene Nüsse und brutal süße Fanta und Cola, der Ground ist auf einer Seite durchgehend mit Sitzschalen ausgebaut und hat ansonsten nix aufzubieten außer einem Gebäude, welches man mal plante zu bauen, aber irgendwie keine Lust mehr verspürte es fertig zu bringen. Nun ja, auf diesem tummelten sich dann wohl die ViPs und als ich mal wieder eine kleine Runde gehen wollte, wurde ich mal wieder von einem Sicherheitsmann gehindert. Irgendwie scheine ich die Idioten anzuziehen! Warum also nicht auf der kompletten Geraden entlang laufen dürfen? Mit einem Polizeiaufgebot und eine sich füllende Lücke mit Gästen war diese Frage beantwortet! Das hätte ich ja jetzt so auch nicht erwartet und somit dürfte man seine Vorbehalte zurückziehen :-D Somit dürfte der Ground also das erfüllen was ich mir dachte und irgendwie ist es auch genau das was man erwartet. Sehr gut! Sportlich wars dann auch gar nicht so verkehrt wie man anfangs dachte und nicht nur der Rasen war erstaunlich gut in Schuss, sondern auch der eine oder andere Spielzug war nicht der Schlechteste. Zwar währe ein Unentschieden durchaus gerechtfertig gewesen, doch wenn man seine Chancen nicht nutzt und genau in den Drangphasen die Gegentore kassiert, dann kannst du noch so gut sein. Egal, das Spielerische juckt hier wohl keinen so sehr wie die anwesenden Fans, viel mehr das was Drumherum passierte. Auf Heimseite war nix zu erwarte, außer ein paar Ordner den es zu voll hinterm Abfangnetz wurde und ganz nebenbei traf man noch einen Kollegen aus Regensburg..Grüße! Dafür boten die Gäste dauerhaften Support, hatten anscheinend etwas zu feiern, überzeugten mit Lautstärke, Mitmachquote und Kreativität. Ich denke dies wird die größte Überraschung am heutigen Tag gewesen sein, denn für einen Verein den kein Schwein kennt und für diese Liga war das mehr als ordentlich! Somit gönnte ich mir dann doch noch einen Gang auf das einzige Klo für alle Zuschauer und nach dem der Ekel mit dem letzten Schluck Fanta weggeschlürft wurde pfiff der Schiri das Geschehen auch ab. Somit war der Länderpunkt Serbien Save, es gab keinen Stress trotz der wilden Knipserei und nach dem sich hier alles leerte hieß es für uns zurück zum Bus zu laufen. Dieses Mal wars sogar der Richtige und er war auch gar nicht so voll. Zwar hat niemand jemals davon geträumt in einer von Parasiten befleckten Karre einzuschlafen, doch ich tat’s trotzdem. Und dies hielt auch gut eine Stunde an, ehe wir dann auch wieder das Zentrum von Belgrad erreichten. Eine Nächtigung für uns sollte es dabei aber heute auch nicht geben, zumindest nicht in einem Hotel oder einer Wohnung. Nein es sollte noch weiter in diese herrliche Umgebung gehen und das über Nacht. Doch wir hatten noch etwas Zeit und weil wir ja ne verfressene Bande sind musste es natürlich noch mal zu einem gutbürgerlichen Grill gehen. Hier gabs statt Tourismusfraß für viele, viele Taler, riesige Burger mit massig Fleisch und gutem Pivo. Natürlich für den kleinen Geldbeutel und als wir dann doch schon den Gürtel öffnen mussten, gings noch in ein ehr westliches Verpflegungsunternehmen um für die Fahrt einzukaufen. So war der Rucksack gefüllt, auch mit flüssiger Verpflegung, immerhin fährt der Zug ganze 13 Stunden und wir haben drei Betten für uns reserviert. Also führte uns der Weg nun wieder Richtung Bahnhof, wo man an einem kleinen Souvenirstand Halt machte um was für die Mama zu holen, als plötzlich eine kleine Schar an Menschen um uns stand. Den Anfang machte ein durchaus verwirrt dreinblickender Opa, der uns irgendwie die ganze Zeit davon überzeugen wollte, dass er unser Gepäck in seine Karre laden kann. Nun, er konnte gut deutsch, aber nein Danke! Wer weiß welcher zu groß gewachsener Serbe ab Morgen meine Pullover trägt. Dies sollte allerdings nicht der Schluss sein. Nein, plötzlich umzingelte uns eine Bande Kleinhortwänzte mit Trommel und Trompete und laberten was von „bist du Deutsch? Yeaaah ich war in Deutschlooond Brudaaa“ ähhhh ja, schön für dich, jetzt bist aber wieder in Serbien und belästigst mich :-D Also schnell umgedreht und Richtung Gleise marschiert. Wer weiß wo die großen Brudaaaas mit dem Messer stecken. Wie gesagt, ich ziehe die Idioten an! Aber nun gut, ich habe noch alles am Körper. Arme, Beine und Klamotten. Das Gepäck wurde wieder Richtung Bahnhofsvorplatz geschoben, wo es noch heute Morgen ein gemütliches Sandwich und Bier gab, während auf dem letzten Gleis neben unserem abfahrenden Zug ein ehemaliges Flüchtlingsauffanglager in Schutt und Asche gelegt wurde. Ja, zum Teil von „Flüchtlingen“ selbst, zum anderen von den Serbien die die Schnauze voll hatten und lieber alles durchgewunken haben, statt sich um die angeblichen Probleme der anderen zu kümmern. Ok, die Hälfte die dort einsaß war ohne Familie, die andere Hälfte hat es sich Silvester in Köln bequem gemacht. Was soll man tun? Ich denke jedes Land geht mit der Geschichte besser um als die Deutsche „Regierung“ Es bleibt ein Armutszeugnis, wie der Bahnhof einer Hauptstadt verkommt. Eine Stadt die durchaus auch internationalen Fußball zu bieten hat. Und dennoch fühlt sich der Großteil des serbischen Volkes wohl, würde nie seine Landsleute hängen lassen und gibt lieber statt zu nehmen. So viel dazu, aber es geht ja hier zum Großteil nur um das Sportliche und da die Zeit nun rannte ging es zum Zug, welcher von außen bereits so aussah als werden wir Montenegro niemals erreichen. Auch die Tatsache, dass wir 13 Stunden unterwegs sein werden, ohne richtig funktionierendes Klo oder fließend Wasser, dürfte den nächsten Kulturschock darstellen. Was solls, rein in die Hütte und einfach mal auf den gebrochen englisch sprechenden Kollegen im Schaffnerdress hören wo wir denn hin müssen. Ok, den Waggon haben wir gefunden, wussten dabei aber nicht, dass wir auch noch einzelne Nummern der Betten und Kabinen hatten. So hatten wir es uns im alten Mitropawagen der Ex DDR Bahn bequem gemacht, haben vorsichtshalber lieber zwei Bettlaken drunter gelegt und die Kaffer angeschnallt. Als ich dann endlich einmal wieder runterkam und mich schon auf diese aufregende Reise begeben sah, standen plötzlich zwei ältere Damen vor unserer Kabine und wollten uns rausjagen. Bezogen sich auf ihre Nummern. Jungeeee, ist ja schlimmer als bei nem Bundesligaspiel! Also bin ich etwas aufgeregt hochgesprungen, war sicherlich keineswegs freundlich zu den Ladys, aber ich bin eh nur der dumme Deutsche. Arrogant und überheblich. Ich wies die Mütter daraufhin, dass dieses Abteil sechs Betten hat, sie kamen mir aber mit dem Spruch, sie kommen nicht in die oberen Betten. So war ich also angepisst wie lange nicht, zog mein Bett ab und wollte in ein anderes, als man den Damen plötzlich ein anderes Abteil empfahl und uns alleine ließ. Verarschen! Nun ja, wir hatten unsere Tickets ja bereits zeitig und konnten es uns quasi aussuchen, man muss einfach mal etwas gewalttätig werden und schon funktioniert das auch :-D Somit hatten wir das Abteil für uns, es staubte, es stank, aber ich war müde und schlief. Im Dunkeln sah man ja nun nicht gerade wo man lang fährt, aber an der Grenze zu Montenegro angekommen ist man schon etwas unsanfter aus dem Nest geholt wurden. Doch mit den Pässen gabs keine Schwierigkeiten, auch nicht an der Grenze Montenegros…Viel Zeit hatten wir ja nun auch nicht mehr bis wir den Bahnhof in Podgorica erreichen und der fünfte Tag ist somit angebrochen…












