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ich kam doch tatsächlich mal auf die Idee meine Erlebnisse in Sachen Fussball und Groundhopping auf einer Seite niederzuschreiben, den best möglichen Spaß also!!

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Ein Balkantagebuch Teil 6

 

Tag 13.

 

 

So war die Nacht schnell rum und war doch lange genug um unseren ersten Tag hier entgegen zu treten. Richtig cool vom Hotel war es, dass man uns gestattet hat unser Gepäck dort zu lassen, obwohl man erst am Freitag wieder vor hat hier erneut einzuchecken. Denn es gab zwischendurch noch einen Abstecher in den Kosovo und somit eine dortige Übernachtung. Ein weiterer Pluspunkt, welcher sicherlich auch zum Frühstück passte, welches man uns heute anbot. Also hieß nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder einen Kaffee zu genießen und frisches Brot mit Marmelade. Danke dafür. Doch man musste sich auch noch etwas sputen, denn auch dieser Tag sollte voll bepackt sein und eine dicke Überraschung für uns bereithalten. So wurden halt nur noch ein paar Kleinigkeiten aus den Koffern geholt und inkl. Rucksack und damit leichterem Gepäck ging es zum Bahnhof. Hier hieß es Gepäck verstauen und noch schnell ne Busfahrkarte Richtung Pristina besorgen. Gesagt, getan und somit war der Weg gen Kosovo gesichert und wir konnten uns auf unseren Tag konzentrieren. Zunächst wurde die Stadt auch im Hellen besichtigt und dabei kam man erneut nicht aus dem Staunen heraus. Ich hab einfach nicht erwartet so eine gut dastehende Stadt vorgesetzt zu bekommen und natürlich musste auch ein Besuch auf der Festung herhalten. Leider stehen nicht mehr all zu viele Gebäude, aber wie es scheint ist man bereits kräftig dabei zu restaurieren. Immerhin stehen noch die Außenmauern und ein paar Türme und der Ausblick auf die Stadt von oben krönt das Ganze noch einmal. So war die Gruppe glücklich und zufrieden auch das Kulturelle erfolgreich hinter sich gebracht zu haben und weil Kollegin Ise sicherlich etwas Heimweh hat, besuchten wir direkt am Rande der Festung ein Österreichisches Restaurant. So gabs für mich ein Wiener Schnitzel, welches sicherlich schon eine bessere Fälschung war als man es aus vielen Deutschen Restaurants kennt. Prima. Langsam gesättigt vom guten Futter hieß es nun einen kleinen Schlachtplan auszuhandeln wie es denn weitergeht. Immerhin war nicht mehr ganz so viel Zeit für den Kick der heute selbstverständlich noch stattfinden sollte und der dann natürlich den nächsten Länderpunkt für mich bereithalten sollte. Das Nationalstadion war nicht so weit weg und neben an war ja nun laut einer Info der UEFA Seite das Traingsgelände auf dem heute gespielt werden sollte. Es handelt sich dabei um die U19 Mazedoniens. Nun gut, von der Festung aus haben wir den relativ kurzen Weg ja ausfindig machen können und so ging es ans bezahlen und dann auf die Straße, welche plötzlich voller Menschen war. Ja wo wollen die denn alle hin? Oder kamen die etwa alle aus der Moschee? Nein, es waren Massen an Menschen die auf dem Weg vor den Regierungspalast waren um dort gegen die Regierung zu protestieren. Na das hat man so auch nicht erwartet und wir waren froh, dass man nicht den kompletten Weg in diese Richtung gehen muss. Lustig zu sehen war dabei, dass eine riesen Pfütze den weiteren Weg für manche erschwerte, denn es stand quasi alles unter Wasser. So sprang die eine Hälfte über das Geländer während sich die anderen an diesem entlang hangelten. Kam schon irgendwie einer Völkerwanderung gleich :-D Aber auch diese Flut überstanden wir und so gings gemütlich am Ufer entlang Richtung Vereinsgelände von Vardar Skopje. Dort angekommen bemerkten wir recht schnell ein Traingsgelände. Doch hier war nirgends ein Ausbau zu sehen. Ein billiger Platz für ein Länderspiel? Hmm, Ordner waren ja da und auch Leute tummelten sich drumherum. Etwas verdutzt gingen wir dann einfach mal zu einem Ordner und fragten einfach mal ob denn hier im großen Stadion heute ein Spiel stattfindet. Sollte es denn tatsächlich so sein, dass man das Spiel in die große Schüssel gelegt hat? Das wäre der Hammer! Seine Antwort war „yes Hungary vs. England…Hä? Und Mazedonien gegen Lettland? Am anderen Ende der Stadt! Na ganz großer Fasching, so sind wir auf eine falsche Adresse hereingefallen, nur um dann voller Glück sagen zu können…scheiß drauf, machen wir halt das Ding hier klar!....   

 

 

21.03.2018 Ungarn U19 – England U19 1:4, U19 EM- Qualifikation

 

 

Nacionalna Arena Filip II Makedonski, 81 Zuschauer (7 Ungarn und ein paar Einheimische)

 

 

…also sind wir darauf hingewiesen worden wo es Karten gibt, haben diese für ein paar Groschen gesichert und mussten am Eingang zunächst mal ein bissl was an Mitbringseln aus dem Rucksack stehen lassen. Nun ja, nicht jeder ist scharf darauf im Stadion mit nem Sonntagseinkauf beworfen zu werden. Schon gar nicht mit bulgarischem Joghurt! Egal, am Eingang stehen gelassen und somit gings rein in diese riesen Schüssel, welche sich allein schon von der Architektur her von anderen Neubauten abhebt. Zwar war sicherlich das alte Stadion von Vardar schöner und zu den Spielen kommen eh keine 3000 Mann mehr, aber auch dieses Land braucht ein vernünftiges Stadion für seine Nationalmannschaft. Zwar ist die Taubenscheiße auf wirklich jeden Sitz schon echt ätzend, aber man hat dann doch noch

Plätze gefunden wo man sich nicht infizierte. So startete dann auch das Sportliche und endlich einmal, nach langer Durststrecke, bekam man schnellen und attraktiven Fußball geboten. Mit vernünftigen Spielzügen und einer erkennbaren Taktik. Man möge zwar über England und ihrer hochgezüchteten Liga meckern, aber einen guten Nachwuchs haben sie trotzdem. Zwar war man gegen stark konternde Ungar in der ersten Halbzeit noch nicht konsequent genug und geriet sogar in Rückstand, mit dem Ausgleich kam auch der Weg Richtung Sieg. Dabei folgten Tor drei und vier innerhalb nur einer Minute in der Nachspielzeit und lassen das Ergebnis dafür eben auch etwas deutlicher wirken. Doch es war auch deutlich genug, Ungarn tat eben zu wenig um nach der Führung England weiter zu beschäftigen. Damit dürfte den Inselbewohnern ein weiterer Schritt Richtung Quali gelungen sein, warum man jetzt aber ausgerechnet in Mazedonien spielte entzieht sich meiner Kenntnis. Hatte man Langeweile oder testet man hier vielleicht irgendwo? Irgendjemand wird es mir vielleicht sagen können. Jedenfalls hatte

ich schon des Öfteren zu viel Pech und bin jetzt mal froh auch mal das Glück auf meiner Seite zu haben. Der Länderpunkt Mazedonien ist damit nun auch save, auch wenn mir jetzt wieder alle möglichen Spießer damit kommen, dass es nicht zählt. DOCH es zählt, bohrt euch ein Loch ins Knie! Richtiges schickes Ding, auch wenn ich natürlich auch mal Vardar gerne wieder spielen gesehen hätte. Nun gut, alles kannst eben auch nicht haben und da es dann auch langsam echt kalt wurde und der erste Schnee einsetzte, ahnten wir schon was evt. noch auf uns zukommen könnte. Die Deutschen haben ihr Wetter anscheinend doch nicht für sich behalten. Aber egal, wir hatten noch etwas Zeit und somit gings zu Fuß wieder den ganzen Weg zurück. Schauten noch schnell ins Hotel um was aus den Koffern zu holen und nach ner kleinen Stärkung ging es Richtung Busbahnhof. Von hier aus sollte uns ein wenig beruhigend aussehender Bus in den Kosovo kutschieren. Wir waren sehr zeitig da und auf die Platznummern hat man hier genau so wenig Lust zu achten wie auf Verkehrsregeln. Nur die westlichen Touristen fielen schnell auf, denn die waren die Einzigen die auf ihre Nummer schauten. Was solls, wir enterten mal wieder die letzte Reihe und auf gings ins Abenteuer Kosovo. Ich war schon sehr gespannt was einen da erwartet, besonders voll war der Bus auch nicht, aber die Frage was man da auch will sollte man sich auch stellen….wenn man keine Ahnung hat…denn nach einer gemütlichen Fahrt über die Berge, die bereits eingeschneit waren, kamen wir auch pünktlich an der Grenze an. Großartige Schwierigkeiten hatten wir auch an dieser Grenze nicht und somit ließ man uns im Dunkeln an einem Einkaufscenter raus. Hm warum wir nicht bis zum Busbahnhof mitgefahren sind? Ich kann es eigentlich gar nicht sagen. Aber somit haben wir einen Taxifahrer gebeten uns doch bitte bis in unsere Unterkunft zu fahren und es sollte sich herausstellen, dass dieser Kerl eine wahre Goldgrube darstellen sollte. Nicht nur menschlich war es ein echtes Vergnügen mit ihm zu fahren, auch recht informativ was es denn bedeutet im Kosovo zu leben, das durchschnittliche Einkommen oder die Armutsgrenze. Der Aufschwung, der Krieg und auch die Tatsache, dass er perfekt englisch sprach, hat er doch zehn Jahre in England gelebt und dort Auto fahren gelernt…es war beeindruckend. Außerdem beeindruckend war es, dass es ähnlich wie in Mazedonien hier gar nicht so elendig ist wie man das vielleicht vermutet. Denn als wir das Viertel erreichten in dem wir die nächsten zwei Nächte bleiben sollte, stellte man fest, dass es durchaus belebt ist. Eine Gastsstätte reihte sich and die andere, ein Supermarkt hat bis 0Uhr geöffnet und unsere Wohnung in der dritten Etage war jetzt auch nicht unbedingt so verkehrt. Zwar war es schon ziemlich nervenaufreibend, dass der Besitzer die Tür nicht gleich beim ersten Mal aufbekam, doch mit einem kleinen Trick war die klemmenden Tür offen. Vom echt netten Taxifahrer hatten wir eine Karte inkl. Whatsapp Benachrichtigung, besser kann’s daher nicht laufen. So ging es noch in eine Kneipe wo es für unverschämt günstige Preise echt viel und wirklich auch sau leckere Sachen auf den Teller kamen. Da man hier mit den Steuern wohl noch nicht so entwickelt ist, verwundern einem da die Preise nicht gerade, aber alleine die Sauberkeit in der Innenstadt hier und auch die gepflegte Wohnung mit nagelneuem Bad und gemütlichen Schlafmöglichkeiten überraschten mich schon sehr. Dass es aber selbstverständlich auch hier eine Kehrseite gibt, dürfte natürlich logisch sein. Dazu müsste es aber auch erstmal hell werden, immerhin steht am nächsten Tag ein Spiel und ein weiterer Länderpunkt auf dem Programm, es sollte ein absolutes Wetterchaos ausbrechen, an Verkehrsregeln hält sich hier eh keiner, und wenn das Internet hier schon nicht so weit sein möge dann geht man halt direkt zur Quelle um zu erfahren ob denn ein Spiel stattfindet oder nicht.

 

 

Tag 14.

 

 

So erwachte man am nächsten Morgen nach gemütlichem Schlaf und traute seinen Augen nicht. Schnee, wo du hinblickst, Schnee. Und es schneite immer noch! Das Chaos hatte auch uns nun erreicht und ob da heute Abend gespielt wird wage ich dann doch noch irgendwie zu bezweifeln. Also wurde sich ans Internet geschmissen statt in Facebookgruppen dämliche Fragen zu stellen und man konnte erfahren, dass man unbedingt spielen will, aber noch keine Entscheidung getroffen wurde. Also hieß es zunächst durch den tiefen Schnee Richtung Busbahnhof zu machen um mal zu schauen wie man überhaupt nach Mitrovica kommt.

Angeblich gibt’s hier Busse, aber viele kleinere Private, die ihre schrottigen VW Busse benutzen um 8 Mann von A nach B zu kutschieren. Man ist hier eben noch nicht ganz so weit und so langsam bekam man auch mit, dass man durchaus im Aufschwung ist, aber noch lange nicht am Ziel. Erst am Tage hat es im Parlament des Kosovo Rauchbomben von Opositionsmitgliedern gegeben, was sicherlich auch mal bei uns angebracht wäre. Oder vielleicht gleich ne geladene Flinte. Nun gut, jedenfalls ist hier nicht alles Gold was glänzt und auf dem Weg zum Busbahnhof sind wir am Hauptbahnhof  vorbeigekommen. Oder viel mehr eine Art Haltestelle mit zwei Gleisen die allenfalls dem S-Bahnsteig in Halle Rosengarten Konkurrenz machen könnte. Wahnsinn. Ein ausgebautes Schienennetz hat man nun offensichtlich auch nicht und die spannende Frage lautet ja nun auch wie wir am nächsten Tag wieder zurück nach Mazedonien kommen. Ich würde nämlich schon ganz gerne Zug fahren. Also haben wir auf bläuen Dunst einfach mal nachgefragt und siehe da, es fährt tatsächlich einer bis nach Skopje. Sehr gut. Aber das löst ja nun noch nicht wirklich das Problem was wir jetzt haben. Jede App erzählt dir halt was anderes und somit bleibt nur der weg zur Quelle, die uns dann letztendlich erklärte, dass wir uns an die Kleinbusse halten müssen. Ok, hätten wir das auch geklärt, hinkommen wir schon, aber wie zurück und wird überhaupt gespielt? Also das Internet verriet einfach nix weiter und so sind wir einfach mal auf den verbrennten Plan gekommen einfach mal direkt zum Fußballverband zu latschen, der in Pristina seinen Hauptsitz hat. Kommt sicher nicht jeder drauf, aber somit konnten wir uns sicher sein, dass tatsächlich gespielt wird. Denn die nette Dame aus dem Büro sagte uns, dass das Spiel auf jeden Fall nicht abgesagt wird und somit hieß es freundlich Danke und auf gings Richtung Busbahnhof und zu einem dieser komischen Kleinbusse. Als wir dort dann aber ankamen, stand auch ein großer Bus da. Quasi ein außer Dienst gestellter Reisebus, der nun als Linienbus umfunktioniert wurde und nun mehr als voll die Leute hin und her kutscht. Super, die Fahrt kostete nur 1,50Euro und nen Sitzplatz hatte ich ja auch. Kurz vorm Ziel standen die Leute zwar mittlerweile im Gang, aber da sich eh keiner um Sicherheit im Verkehr schert, war es ja egal wie viele rauf gehen wenn der Fahrer mal stark bremsen muss. Wir kamen jedenfalls an, auch ohne scharfes Bremsen und waren nun in Mitrovica. Das Erste was wir damit zutun hatten war rauszubekommen wie wir wieder zurückkommen. Der letzte Bus geht bereits um sieben also bleib uns nur eins, der Taxifahrer von gestern, welcher sogar per Whatsapp antwortete. Er holt uns am Stadion ab und fährt uns auch wieder zurück. Absolut genial! Somit konnten wir also wieder alles etwas entspannen und uns erst einmal was zum aufwärmen suchen. Appetit hatten wir dabei auch so langsam, doch man musste ja auch aufpassen ob man nicht in ein albanisches Cafe geht, die nehmen ja keine Euros an. Nein wir sind in ein einheimisches Cafe gekommen, wo ein Typ sein Arsch die ganze Zeit vor dem Ofen wärmte, während mir noch immer die Füße abgefroren sind. Dann habe ich mir einen Burger bestellet, der widerlicher nicht hätte sein können und spülte mir alles mit etwas Tee weg. Nun gut, nicht alles ist schön, empfehlen kann ich die Hütte jedenfalls niemandem. Auch so ist die Stadt hier nicht gerade einladend und man ist wieder beim Thema Kehrseite angekommen. Eine Dreckbude oder Billigladen reihte sich an den Nächsten. In einem anderen konnte man sich sogar dazu entscheiden ob man lieber Zahnpasta kauft oder doch lieber Stacheldraht mitnimmt. Auch als es ein wenig außerhalb ging in Richtung Stadion, man sah viele Leute die mit kleinen Traktoren Holz transportierten um dieses zu verkaufen. Schließlich brauchen die Leute etwas zum heizen und umso mehr man an den Rand kam um so verwahrloster wurde es. Und eh man sich versah, stand das kleinere Stadion neben uns, welches sicherlich auch mal besucht werden muss und mit seinem Stacheldraht und Löchern in den Wänden schon wieder unheimlich viel Charme besitzt. Aber das Ziel der Begierde war ein anderes Stadion, welches auch erreicht wurde und nach seiner Komplettmodernisierung gar nicht mehr in diese Stadt passt. Aber man hat es ja bisher nur von Außen gesehen, Tickets bekam man schon weit vor dem Spiel und wir hatten ja noch etwas Zeit uns ein wenig aufzuwärmen. Dieses Mal mit ner guten Suppe und Brot, welche auch mal schmeckte und ich so wenigstens noch etwas im Magen hatte. Denn sicherlich gibt’s bei dem Spiel nichts. Nach dem man also aufgewärmt war, gings durch den schlammigen Schnee wieder Richtung Stadion und meinen Länderpunkt im Kosovo entgegen…     

 

 

 

22.03.2018 Kosovo U21 – Aserbaidschan U21 2:0, U21 WM-Qualifikation

 

 

Stadiumi Olimpik Adem Jashari 311 Zuschauer (keine Gäste)

 

 

…also auf gings und schon am Eingang war der erste Schock groß, die Typen zerrissen die Karten in zwei Hälften, also musste ich mal schnell laut werden und darum bitten nur eine kleine Ecke abzureißen. Gesagt, getan und ihr/mein Glück :D Vom Ground an sich sah man dann zwar nicht ganz so viel, denn der Schnee hat die kompletten Tribünen zugebaut, aber immerhin kann man erkennen, dass der Ground wie erwähnt gar nicht so richtig hier her passt. Neue Sitzschalen in den Kurven und auf der Geraden und auch die recht hübsche Haupttribüne ist weitaus überarbeitet worden. Dennoch ist das hier recht geile Hütte die zudem noch vier schöne Masten besitzt und auf dem Herrenklo hat man 0815 ein paar Heizstrahler aufhängt damit man sich beim pinkeln nicht unterkühlt :D Dass ich diesen dann aber lieber dazu benutzt habe meine Socken zu trocknen erzähle ich lieber keinem weiter hehe. Insgesamt ist es ne richtig hübsche Schüssel, die zwar eigentlich grün ist, aber weiß steht ihr auch ganz gut. Sportlich gesehen hat man sich hier sicherlich nicht gerade einen Leckerbissen rausgesucht und ich denke auch nicht, dass einer der beiden Mannschaften eine Rolle spielen wird in einer Gruppe mit der BRD Auswahl. Zumindest ist es aber ein guter Nachwuchs was aus dem Kosovo stammt, zumindest in der Vergangenheit. Hätte dieses durchaus interessante Land seine Unabhängigkeit schon früher erlangt, weiß denn schon was man für einen Megakader auf die Beine gestellt hätte. Spieler wie Arsenals Xhaka oder der Bosnische Topstürmer Dzeko sind da wohl nur zwei Namen die man nennen kann. Ich denke man wird sich entwickeln, vielleicht gibt es ja auch bald die Möglichkeit es zu fördern. Schlecht sah es jedenfalls nicht aus was da auf dem Platz lief und das bei eigentlich unmöglich bespielbarem Platz. So wirkte es anfangs noch etwas unbeholfen, doch die Jungs des Kosovo hatten bei leicht überforderten Gegnern jeder Zeit alles im Griff. Man nutzte die Gelegenheiten zwar anfangs nicht, dann aber klingelte es gleich zweimal. Sogar sehenswert. Technisch sowie taktisch kann man also durchaus davon reden, dass die Jungs gut geschult sind und man muss halt damit aufhören mit Vorbehalten an die Sache heranzugehen wenn man hört das Land heißt Kosovo. Auch auf den Rängen spielten sich überraschende Dinge ab, denn auf der Gegengeraden formierte sich ein kleiner Haufen Gesangslustiger mit Zaunfahnen und Schwenkern, sowie einer Trommel und unterstützt wurden sie von benachbarten Albanern. Die kompletten 90min hat man sein Team unterstützt und das sogar recht laut und kreativ. Das hätte ich so auch nicht erwartet, aber was ist auf dieser Tour schon normal? Somit hat auch das Ambiente gestimmt und trotz der immer kälter werdenden Temperaturen war es ne nette Veranstaltung, und einem Land, welches ich jeden Tag mehr gerne wieder sehen möchte. Doch nun mussten wir uns schon irgendwie nen Kopf machen wie wir denn sicher nach Hause kommen, unser Taxifahrer holte uns tatsächlich ab, aber die Straßen waren das reinste Chaos. Du musst halt immer mit der Dummheit der Anderen rechnen und so was wie Streusalz oder Schneeschieber gibt’s hier wohl auch ehr selten. Daher betete ich in jeder Kurve, dass wir es doch schaffen mögen und die Götter erhörten mich, wir haben es geschafft. Sogar noch mit einer Geschichtsstunde über einen Taxifahrer, der in England lebte, auch als Dolmetscher arbeitete und weil die Regierungen Englands und des Kosovo beschlossen alle Flüchtlinge wieder heimzuschicken, musste er einfach alles stehen und liegenb lassen und England verlassen. Schließlich herrsche ja Friede. Doch er klagte es ein und bekam so drei weitere Jahre das Recht in England bleiben zu können, denn während der laufenden Verfahren durfte er nicht ausgwiesen werden. Man erfuhr wie mies das Durchschnittseinkommen hier ist, dass du schon Leute bestechen musst um jemand zu sein und wie korrupt es doch vor der Unabhängigkeit hier zuging. Wie man wirtschaftlich jeden Tag am Hungertod knabbert und wie man es trotzdem irgendwie schafft voranzukommen. Ich habe wirklich großen Respekt vor dem Kerl und seine Freude über das Geld was ihn in die Hand drückten rührte einen schon sehr. Ich denke das war sein Wocheneinkommen mit einmal und nun kann er seiner Familie was Gutes tun. Die Nummer bleibt gespeichert, denn ich komme auf jeden Fall wieder! Doch ganz weg sind wir ja noch nicht, wir haben noch ein abschließendes essen geplant. Daher gings ins selbe Lokal wie gestern und es schmeckte wieder fantastisch. Als dann alle platt und satt waren, deckten wir uns noch für den nächsten Tag im Supermarkt ein und ab gings ins Warme. Der Abend dauerte dann auch nicht mehr so lange und alle gingen relativ früh schlafen.

 

 

 

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